Literature Review zu „Journalistische Rollen im Wandel“: Übersicht über die ausgewählten Artikel (2. Teil)

11. August 2013 — 1 Kommentar

Um das Themengebiet „Rollen der Journalisten“ strukturiert und systematisiert anzugehen und es von anderen Themengebiete abzugrenzen, wird der Analyserahmen von Blöbaum zu Hilfe genommen. Er unterscheidet drei Elemente der journalistischen Struktur: Organisation, Rollen und Programm.[1] Bei Organisation geht es hauptsächlich um Medienorganisationen und Redaktionen. Auf dieser Redaktionsebene lassen sich verschiedene Änderungen ausmachen. Es entstehen beispielsweise neue Ressorts und Redaktionen, Ressortgrenzen werden aufgehoben und redaktionelle Leistungen werden aus den Medienorganisationen ausgelagert.[2] Die Bildung der Praktiken im „Journalismus zur Sammlung, Selektion, Bearbeitung, Vermittlung und Kontrolle von Informationen“ werden unter journalistischen Programmen verstanden.[3] Die beiden Elemente „Organisation“ und „Programm“ sind angrenzende Themenbereiche, auf welche jedoch nicht fokussiert eingegangen wird. Im Zentrum des Interesses steht der Wandel der journalistischen Rollen. Da die Abgrenzungen zwischen journalistischen Rollen und journalistischen Organisationen fliessend sind und es verschiedenste Überlappungen gibt, wird der Themenbereich „Journalistische Organisation“ in dieser Arbeit immer wieder angeschnitten. Wie bereits in der Einleitung erläutert, hat sich die Rolle des Publikums in den letzten Jahren verändert und wird sich weiter wandeln. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen Journalisten und Publikum. Aus diesem Grund müssen folgende drei Aspekte berücksichtigt werden: Journalisten, Publikum und die Beziehungen zwischen Journalisten und Publikum.[4]

Strukturierung des Themengebiets:
Die Struktur des Journalismus

Im Folgenden wird anhand von 10 ausgewählten Artikeln der aktuelle Stand der Forschung im Bereich „Journalistische Rollen im Wandel“ beschrieben und analysiert. Die Suche nach den Artikeln wurde dahingehend eingeschränkt, dass nur Artikel ausgewählt wurden, welche zwischen 2000 und heute (2013) verfasst wurden. 2000 wurde als Jahr gewählt, weil sich um die Jahrtausendwende erste soziale Medien langsam etabliert haben. Als Organisationstypus wurde das historische Format gewählt, in welchem die Artikel chronologisch behandelt werden, da sich dieses Format als geeignet erschien, da Wandel thematisiert wird und im Wandel die Zeitkomponente eine entscheidende Rolle spielt. Bei der Auswahl der Artikel war entscheidend, möglichst unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen, um so die Breite der Ansätze in diesem Forschungsgebiet aufzuzeigen. Es wurde versucht, Artikel mit unterschiedlichen Forschungsmethoden zu wählen, welche unterschiedliche Kanäle (beispielsweise Weblogs und Twitter) untersuchten. Es wurden auch konzeptionelle Artikel und Übersichtsartikel mitberücksichtigt, um in diesem kurzen „Literature Review“ dennoch einen Überblick in der Breite zu erhalten. Dies bedingte jedoch, dass in die Tiefen des Forschungsgebiets nicht vollständig eingetaucht werden konnte. Diese kurze Literaturarbeit soll die Basis darstellen, um bei einer ausführlichen und umfassenden Literature Review in die Tiefe zu gehen.

Übersicht über die ausgewählten Artikel: 

Übersicht über die ausgewählten Artikel

Um der Definitionsproblematik zu entgehen, wird im vorliegenden Literature Review unter Journalismus der Kommunikationsprozess wischen Kommunikator (Journalist) und Publikum über ein Medium verstanden.[5]

Im 3. Teil des Literature Review wird mit dem ersten Artikel über Network Journalism von Bardel und Deuze gestartet.

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[1] Vgl. Blöbaum, 2005, S. 48 – 56.

[2] Vgl. Blöbaum, 2005, S. 51.

[3] Vgl. Blöbaum, 2005, S. 54.

[4] Vgl. Blöbaum, 2005, S. 56.

[5] Mast, 2004, S. 50.

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Eine Antwort zu Literature Review zu „Journalistische Rollen im Wandel“: Übersicht über die ausgewählten Artikel (2. Teil)

  1. 

    Gute Arbeit. Ich bezweifle nur, ob die Medienwissenschaft überhaupt einen Beitrag liefern kann, da sie in ihren alten Analyserahmen gefangen ist. So wie das strategische Management in ihren klassischen Analyseeinheiten wie Industrie, Produkte, Produkte gefangen ist, haben die Medienwissenschaften ihren Fokus auf bestehende Rollen, wie das die Definition von Journalismus zeigt.

    Den Medienwissenschaften fehlt das grundlegende Verständnis, was denn jetzt das neue an neuen Medien ist. Das ist aber komplett normal in einer Phase, wo wir zwar wissen, dass sich vieles veränderen wird, wir aber noch nicht wissen, was es wirklich ist.

    Wir haben noch ein sehr rudimentäres Verständnis für die Neuartigkeit dieses komischen, nicht mehr greifbaren Mediums Internet. Wir kennen bisher nur vom Menschen betriebene Medien und jetzt kommt die Maschine als neuer aktiver Akteur dazu. Da wird es schwierig wirklich zu verstehen, was denn da Journalismus ist. Bin ich Journalist, wenn ich über 72.000 unique visitors auf meinen Blog habe? Eher nein, aber ich bin ein Wettbewerber um die Aufmerksamkeit der Leser.

    In meiner Dissertation vor über 10 Jahren versuche ich genau diesen Wandel des Mediums zu beschreiben. http://books.google.ch/books?id=mgO-E6l0DScC&lpg=PR4&hl=de&pg=PA89#v=onepage&q&f=false

    Leider sind wir noch nicht deutlich weitergekommen mit unserem Verständnis, weil eben Medienwissenschafler eine sehr eigene Dominate Logik haben. Spannender wären Computerwissenschaftler mal zu analysieren. Denn der Wandel wird von der IT getrieben und nicht von den tradionellen Medien selbst.

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