Literature Review zu „Journalistische Rollen im Wandel“: Network Journalism von Bardoel & Deuze, 2001 (3. Teil)

12. August 2013 — Hinterlasse einen Kommentar

Bardoel und Deuze haben in ihrem Bericht bereits 2001 festgehalten, dass das Internet den Beruf des Journalisten mindestens in drei Richtungen verändert. Es kann einerseits den Journalisten als Mittelmann in Demokratien überflüssig machen. Andererseits bietet das Internet den professionellen Journalisten ein riesiges Ressourcenfeld und neue technologische Möglichkeiten für die Arbeit. Und drittens kreiert das Internet einen eigenen Journalisten-Typus: „Digital Journalism“ oder „Online Journalism“.[1]

Bezüglich News und Journalismus führt die Entwicklung im Internet zu vier Schlüsselcharakteristiken, mit welchen das Internet klassifiziert werden kann: Interaktivität, individualisierte Inhalte, Hypertext und Multimedialität.[2] Sie erkennen ein verändertes Zusammenspiel zwischen Produzenten und Konsumenten von Nachrichten, welches sie auf folgenden drei Ebenen genauer betrachten: technologische, sozial-kulturelle und berufliche Ebene.[3] Bardoel und Deuze sehen, dass der traditionelle Top-Down-Ansatz im Journalismus überdacht werden muss. Vielmehr sehen sie den Journalisten der Zukunft als Verbindungsstelle zwischen Technologie und Gesellschaft, zwischen News und Analyse, zwischen Kommentaren und Selektion, zwischen Orientierung und Ermittlung.[4] Die Zeiten des isolierten Journalisten sind vorbei. Die beiden sehen einen Wandel der journalistischen Funktionen. Dadurch, dass das Publikum selbstbewusster und besser ausgebildet sein wird, wird die Mittlerrolle abgebaut. Gleichzeitig steigt der Bedarf nach Orientierung mit der steigenden Informationsmenge, was neue Rollen von Journalisten wie die von Mediatoren mit sich bringt.[5]
Sie zeigen auf, in welche Richtungen sich der Job von Netzwerk-Journalisten verändert. Bevor Journalisten eine Story veröffentlichen, sollen sie sich gut überlegen, in welchem Medium diese Geschichte welche Auswirkungen hat. Netzwerk-Journalisten sollen sich auf ein spezifisches Publikum konzentrieren. Schlussendlich sollen Netzwerk-Journalisten sowohl von der Öffentlichkeit als auch von ihrem Berufsethos angetrieben werden. Dadurch bleibt sichergestellt, dass sie sowohl alles kritisch hinterfragen als auch eine Orientierungsfunktion und Moderationsrolle für die öffentliche Debatte einnehmen.[6]

Bardoel & Deuze sahen die Veränderung des Rollenbilds von Journalisten bereits vor zehn Jahren sehr präzise voraus. Sie relativieren dies verständlicherweise, indem sie die Komponente des Berufsethos dazu nehmen. Es genügt ihrer Ansicht nach nicht, nur von der Öffentlichkeit angetrieben zu werden.

Bardoel & Deuze, 2001


[1] Vgl. Bardoel & Deuze, 2001.

[2] Vgl. Bardoel & Deuze, 2001.

[3] Vgl. Bardoel & Deuze, 2001.

[4] Vgl. Bardoel & Deuze, 2001.

[5] Vgl. Bardoel & Deuze, 2001.

[6] Vgl. Bardoel & Deuze, 2001.

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