Verlagshäuser betreiben umgekehrten Darwinismus. Die Jungen fressen ihre Eltern, die Ihnen den Lebensunterhalt garantieren

13. Oktober 2014 — Hinterlasse einen Kommentar

Immer wieder wird mir von Branchenfremden folgende Frage gestellt: Wieso lässt man Printzeitungen nicht sterben? Wieso müssen digitale Newsportale Printzeitungen quersubventionieren? 

Auf diese Frage habe ich nun dank Matthias Ackeret, dem neuen Verleger von „persönlich“, eine passende Antwort gefunden. Obschon ich als Digital Native eher in der digitalen Welt Zuhause bin, muss bzw. kann ich seinen folgenden Ausführungen grösstenteils zustimmen.

„Es gibt wohl keine andere Branche als die Medienbranche, die mit einer solch sadomasochistischen Lust ihren baldigen Untergang zelebriert wie die unsrige. Bei gewissen Vorträgen und Branchentagungen wähnt man sich auf der Titanic. Aber erst fünf Minuten nachdem sie untergegangen ist. Aber einmal anders gefragt: Wie viele Zeitungen haben in der Schweiz in den letzten Jahren ihr Erscheinen eingestellt? Natürlich wurde umstrukturiert, abgebaut, optimiert. Natürlich wurde auch zusammengelegt und vor allem gespart. Der Glanz der goldenen Zeiten ist ermattet. Dass Peter Wanner das Badener Tagblatt wieder aufleben lässt, stimmt optimistisch. Auch wenn es sich um kleine Summen handelt, ist dieses Projekt höchstwahrscheinlich lukrativer als die Lancierung eines neuen Internetbrands.

Tatsache ist doch, dass die meisten Schweizer Verlagshäuser momentan ihr Geld immer noch mit dem Print verdienen. Aber trotzdem: Hat man je vom Metzgerverband gehört, dass dieser aufgrund der steigenden Anzahl von Veganern und Vegetarier auf Schlachthöfe verzichten will?

Unsere Branche handelt oftmals aus der Defensive. Aus Angst vor dem Tod sehen viele Verlagshäuser ihre Rettung im Selbstmord. 

Was viele Verlagshäuser momentan betreiben, ist umgekehrter Darwinismus. Die Jungen fressen ihre Eltern, die Ihnen den Lebensunterhalt garantieren. Aber das kann es nicht sein! 

Aber solange Print noch ein geldbringendes Business ist, soll man es nicht ohne Not aufgeben.“

Matthias Ackeret

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