Ohne Social Media sind die jüngeren Menschen auch in den Investor Relations kaum mehr zu erreichen

21. August 2017 — Hinterlasse einen Kommentar

Ich durfte Tensid ein kleines Interview zu «Social Media and Investor Relations» geben. Das komplette Interview gibt es unter dem Link https://www.tensid.ch/home-de/news/evolvere-blog/ oder untenstehend.

Sven Ruoss, 35-jährig ist Leiter des Studiengangs für das Certificate of Advanced Studies (CAS) Social Media Management an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich und Project Manager Business Development beim Medienkonzern Ringier. Der Master of Art HSG in Marketing, Dienstleistungs- und Kommunikationsmanagement (MSC) vermittelt in seiner Lehrtätigkeit die Prozesse, den Nutzen und die Risiken der Sozialen Medien in der modernen Geschäftswelt. Im Gespräch mit «Evolvere» ist er überzeugt davon: «Künftig wird es vermutlich einfach dazugehören, dass die Investor Relations auch auf den sozialen Kanälen stattfinden.»

Sven Ruoss, wie beurteilen Sie den derzeitigen Einsatz der Sozialen Medien im Bereich der Investor Relations in der Schweiz?
Sven Ruoss: Immer mehr Unternehmen in der Schweiz haben eine Social Media-Strategie und sind auf den verschiedenen Kanälen präsent. Entsprechend ist auch eine Zunahme des Social Media-Einsatzes im Bereich der Investor Relations festzustellen. Insbesondere Twitter wird immer häufiger auch als Investor Relations-Kommunikationskanal genutzt. Dies namentlich darum, weil Twitter ein sehr schneller Informationskanal ist und dort überdies viele wichtige Journalisten aktiv sind. Bislang sind es allerdings überwiegend Swiss Market Index(SMI)-Unternehmen, welche die Social Media-Kanäle systematisch für die Investor Relations einsetzen. Mittlere und kleine kotierte Unternehmen sind noch etwas weniger vertreten, holen aber auf.

Wie kann denn ein kotiertes Unternehmen eine Social Media-Strategie schön sauber aufbauen?
Sven Ruoss:
 Jedes Unternehmen hat sich zu fragen, ob und wie es auf Social Media präsent sein möchte. Grundsätzlich stehen vier Strategien zur Wahl: Erstens, auf eine Strategie verzichten. Zweitens, die Social Media lediglich für Informationen über das Unternehmen verwenden. Drittens, in den Social Media-Kanälen interaktiv tätig sein. Viertens, in den Social Media eine Community gründen. Je nach Branche, nach Grösse und nach Zielen des Unternehmens gibt es andere Gründe, die für die Wahl der Social Media-Strategie ausschlaggebend sind. Oder: Die gewählte Strategie muss zwingend zum Unternehmen und dessen Bedürfnissen passen. Von der Strategiewahl hängt dann auch der Ressourcenbedarf ab. Beispielsweise ist der personelle Aufwand bei einer Interaktionsstrategie und einer Communitystrategie deutlich höher als bei einer reinen Informationsstrategie. Doch so oder so gilt: Der sinnvolle Einsatz von Social Media kostet Geld und benötigt personelle
Ressourcen.

Bildschirmfoto 2017-07-23 um 11.28.14
Die Investor Relations sind stark reglementiert: Wie wirkt sich das auf die Social Media-Strategie aus?
Sven Ruoss: 
Dafür gibt es eine klare Antwort: Die in der Richtlinie betr. Ad hoc-Publizität und im dazugehörigen Kommentar zur Ad hoc-Publizitäts-Richtlinie festgehaltenen Regeln sind im gesamten Bereich der Investor Relations, mithin auch in der gewählten Social Media-Strategie zwingend einzuhalten. Wichtig sind namentlich die Gleichbehandlung aller Marktteilnehmer, die abschliessend aufgezählten Pflichtadressaten sowie die zeitgleiche Aufschaltung der kursrelevanten Informationen auf der Internetseite des Unternehmens. Werden diese Regeln analog auf die Sozialen Medien angewandt, heisst das: Die Veröffentlichung einer kursrelevanten Tatsache darf über Twitter, Facebook und Co. frühestens gleichzeitig mit der Verbreitung der Ad hoc-Mitteilung erfolgen. Und: Die Veröffentlichung über die Sozialen Medien ist ein freiwilliger zusätzlicher Verbreitungskanal, der keinen Pflichtadressaten gemäss der Richtlinie ersetzt. Es kann sein, dass die starke Ad hoc-Publizität-Reglementierung etliche börsenkotierte Unternehmen im Bereich der Social Media vorsichtig macht.

Sollten aus Ihrer Sicht die Social Media-Aktivitäten im Bereich der Ad-hoc-Publizität anders geregelt werden?
Sven Ruoss: Nein, denn die Sache ist ganz einfach: Solange kursrelevante Tatsachen auf Facebook, Twitter und den andern Social Media-Kanälen frühestens gleichzeitig mit der Verbreitung der Ad hoc-Mitteilung veröffentlicht werden, gibt es keine Probleme. Deshalb braucht es keine zusätzlichen Regeln für Social Media. Wichtiger ist es, dass Unternehmen intern genau festlegen, wie ihre Mitarbeitenden und insbesondere die Führungskräfte über die Social Media-Kanäle kommunizieren.

Was lässt sich in den Investor Relations mit Social Media erreichen?
Sven Ruoss: 
Social Media ist ein zusätzlicher und nach wie vor aufstrebender Verbreitungskanal von Investor Relations-Informationen. Das gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass Social Media insbesondere für die jüngere Generation zum wichtigsten Informationskanal geworden. Unternehmen, die Social Media nicht oder ungenügend nutzen, werden es immer schwieriger haben, die jüngeren Menschen zu erreichen. Das ist wohl der ausschlaggebende Grund, weshalb immer mehr Unternehmen die Social Media-Kanäle mit erheblichen Ressourcen professionell einsetzen.

Eine Schlussbotschaft für unsere Leserinnen und Leser?
Sven Ruoss: 
Da die Bedeutung von Social Media weiterhin zunimmt und für die jüngere Generation bereits die wichtigste Informationsquelle darstellt, wird es künftig vermutlich einfach dazugehören, dass die Investor Relations auch auf den sozialen Kanälen stattfinden.

Advertisements

Keine Kommentare

Beginne als Erste(r) die Unterhaltung!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s