Archive für Generation Y

 

In den letzten Tagen konnte man überall lesen, dass die zeitversetzte TV-Nutzung rasant steigt. Der Anteil an zeitversetzter TV-Nutzung lag im 2. Semester 2015 über alle Landesteile im Durchschnitt bei 11%. Bei den 15- bis 29-Jährigen in der Deutschschweiz lag der Anteil sogar bei 18%. Die Generation „Digital Native“ nutzt also immer mehr die neuen technischen Möglichkeiten. Doch welche TV-Sender schaut diese Generation überhaupt noch?

Die Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen schaut am häufigsten ProSieben und RTL. Erst auf Platz 3 und 4 kommen unsere staatlichen TV-Sender SRF Zwei und SRF 1. Auf Platz 5 folgt mit Sat.1. bereits ein weiterer deutscher Privat-TV-Sender. SRF 1 kommt bei der jungen Zielgruppe auf einen sehr bescheidenen Marktanteil von lediglich 6.5%.

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Eigene Darstellung, Datenquelle: mediapulse

 

Bei einer genaueren Betrachtung der einzelnen Zielgruppen (15-29, 15-49, 15-59, und 3+) wird einem schnell klar: SRF 1 ist das beliebteste Senioren-TV. In der für den Werbemarkt interessanten Zielgruppe der 15- bis 59-Jährigen kommt SRF auf einen Marktanteil von knapp 12%. Nimmt man noch die Kids und die Altersgruppe 60+ in die Betrachtung auf, so nimmt der Marktanteil rasant auf 18.4% zu. Kurz und gut: Das Fernsehpublikum von SRF 1 besteht aus ganz vielen Senioren. Bei den privaten deutschen TV-Sender sieht das Bild gegenteilig aus. RTL und ProSieben sind besonders bei den Jüngeren beliebt. Je älter das Alterssegment wird, desto weniger Marktanteile können die Sender verbuchen.

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Eigene Darstellung, Datenquelle: mediapulse

 

Doch wie sieht es bei privaten Schweizer TV-Sendern aus? TeleZüri ist insbesondere in den Zürcher Altersheimen beliebt. Bei den 15- bis 29-Jährigen ist der Sender mit einem Marktanteil von 0.1% praktisch inexistent. Der nationale TV-Sender 3+ hingegen punktet mit 3.2% bei der Generation Y und ist mit 2.9% auch beim Alterssegment 15-59 gut aufgestellt.

Fazit: Liebe Schweizer Medienbranche, denkt bitte auch mal an den Nachwuchs? Ich möchte nicht, dass sich die junge Generation (Millennials, Generation Y, Digital Natives etc.) nur noch auf internationalen Plattformen tummelt.

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Eigene Darstellung, Datenquelle: mediapulse

 

TRANSPARENZBOX: Seit über vier Jahren arbeite ich im Bereich Business Development bei verschiedenen Medienunternehmen in der Schweiz (Tamedia, AZ Medien, Ringier) und setzte mich für die digitale Transformation in der Medienbranche ein. Einen starken und vielfältigen Medienplatz Schweiz erachte ich als wichtig. Ich bin ein Fan von Schweizer Medienprodukten wie auch Schweizer TV-Sendern.

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Yeah. Das YEA(H)RBOOK 2015 vom Center for Digital Business der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich ist da. Das Buch gibt es nicht nur digitalsondern auch analog als Taschenbuch

Doch was ist das YEA(H)RBOOK 2015? 

Die Herausforderung der digitalen Transformation erschüttert unsere Gesellschaft und unsere Arbeitswelten in ihrem tiefsten Kern. Digitales Know-how und digitales Talent wurden zu den Rohstoffen von morgen. Um ein nationales Kompetenzzentrum für dieses neue digitale Wissen zu schaffen, gründete die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich im September 2014 unter der Leitung von Manuel P. Nappo das Center for Digital Business. Das Yea(h)rbook 2015 nimmt DICH mit auf eine Reise durch das erste Jahr des Center for Digital Business und bietet mit Experten-Kommentaren, Blogbeiträgen oder Erlebnisberichten aus dem Unterricht Einblicke ins Studium der digitalen Welt – von Airbnb via Facebook und Digital Leadership bis hin zu Wearables.

Ich selbst bin stolz, Bestandteil dieses Buches zu sein. Ich durfte Peter Sennhauser ein Interview geben. Und dieses Interview möchte ich euch nicht vorenthalten.

YEA(H)RBOOK 2015

Was konsumiert ein Medienjunkie heute noch?

Ziemlich vieles. Ich habe mein Smartphone immer bei mir und ich weiss nicht einmal, wie oft ich drauf schaue. Ich kriege viel mit via Twitter, Facebook und andere Dienste, aber kraft der Branche, in der ich arbeite, auch aus Printpublikationen.

Was interessiert dabei mehr – die Inhalte oder die Machart?

Natürlich will ich wissen, wer was wie macht – und wer wie schnell ist. Aber ich bin auch Nachrichtenkonsument, ich will wissen, was läuft.

In der Medienbranche sind Sie mitten im Strukturwandel der Digitalisierung – gibt es einen Fall von Disruption, den Sie für exemplarisch halten?

Deren gibt es eigentlich viele – nehmen Sie AirBnB, das die Hotelbranche- und Uber, das die Transportgilde in Angst und Schrecken versetzt.

Oder ganze Städte, in denen die Regulierungssysteme nicht mehr funktionieren…

Wir sehen ja auch in all diesen Beispielen, wie das Recht der Realität immer hinterherhinkt, denn die Digitalisierung durchbricht alle diese Regelsysteme.

Also ist das ganze vor allem eine neue Chancengleichheit…

Absolut, inzwischen sind wir alle ermächtigt, Wissen abzurufen, zu kommunizieren, oder sogar eine Publikation zu starten – Dinge, von denen die meisten früher viel Zeit oder Geld voraussetzten.

Andere müssen reagieren. Sie haben herausgefunden, dass drei Viertel der Unternehmen die Digitaltechnik «ab 2020 für erfolgsrelevant» halten und in den nächsten Jahren das Fachwissen anstellen wollen, das sie dafür brauchen. Was heisst das für den Arbeitsmarkt? Ist das Knowhow überhaupt vorhanden?

(Lacht) Es muss sehr schnell ausgebildet werden. Für die grossen Player wie Google wird das kein Problem darstellen, die kaufen sich das Wissen einfach zu jedem Preis irgendwo auf der Welt zusammen. Aber für das Schweizer KMU ist das rasch eine gehörige Herausforderung.

Entsprechend hat mich die Gelassenheit oder Ignoranz der Unternehmen überrascht…

Glauben Sie mir – mich auch! Man sagt zwar, dass Digitalisierung ab 2020 erfolgskritisch wird und gibt gleich darauf zu, dass man noch genau gar nichts unternommen hat. Dahinter vermute ich die die totale Hilfosigkeit, weil die Unternehmen schlicht nicht wissen wo sie anfangen sollen. Die C-Level im Management sind ja selber grösstenteils über 50 und damit nicht gerade Digital Natives, die haben wenig Ahnung. Und das Wissen aus 20jährigen Praktikanten absaugen? Das wird nicht gehen.

Goldene Zeiten für Junge Leute, die jetzt die richtigen Dinge lernen.

Klar, die Digital Natives tun gut daran, sich auf Jobprofile vorzubereiten, für die wir jetzt noch nicht einmal eine Bezeichnung haben.

Was definiert denn die Digital Natives? Fachwissen ist ja nicht durch Konsum der Technologie gegeben. Und in den Selbstdefinitionen beschreiben sich die jungen Generationen vor allem als Menschen, die ein anderes Wertesystem haben.

Ich glaube, die beiden Dinge gehen zusammen. Die Mischung aus Digital Natives und Generation Y stellt die Wirtschaft vor weitere Heraus-forderungen: Loyalität ist nicht mehr so verbreitet wie früher, Geld und Macht zählen weniger als Sinnstiftung und persönliche Befriedigung.

Ist dem Management diese Zusatzproblematik bewusst, oder wird das mit dem War for Talent kumulieren?

Darin steckt tatsächlich eine weitere Problematik, indem man sich in vielen Führungsetagen nicht bewusst ist, dass sich die Digital Natives nicht mit Geld anlocken lassen. Die Angebote der Firmen werden besser sein müssen…

In welche Richtung würden Sie denn jetzt der Spitze Ihrer Firma raten zu gehen? Was muss sie bieten?

Es wird eine Frage der Kultur sein: Teilzeitarbeit, Vertrauen, flache Hierarchien und Can-Do-Mentalität: das sind die Dinge, die attraktiv machen. Keine leichte Aufgabe für grosse Unternehmen, eine Startup-Mentalität zu entwickeln, um Mitarbeiter anzuziehen… Aber wer es nur mit Geld versucht, wird nicht die richtigen Arbeitskräfte bekommen.

Warum ist dieses Personalproblem noch kein Thema?

Weil es noch weniger auf dem Radar der Unternehmen ist als die technologische Veränderung. Dabei wird sich der Kampf um die Talente übrigens nicht nur um die Digital Natives drehen, sondern ebenso um die älteren Semester mit dem richtigen Fachwissen. Denn die haben im Gegensatz zu den Digital Natives auch noch einen Haufen Erfahrung, den sie einbringen können. Die ist durch nichts wettzumachen.

Das YEA(H)RBOOK 2015 kann hier digital oder hier analog gekauft werden.

Mitte Juni 2014 durfte ich im Rahmen des MAS-Studiengang „Digital Business“ der HWZ eine Studienreise ins Silicon Valley unternehmen. Wir haben von San Francisco aus u.a. Evernote, Facebook, Instagram, Airbnb, Techchrunch und LinkedIn besucht und ergänzend an der Stanford University einige inspirierende Zeit verbracht. Für mich persönlich sind ein paar Schlagwörter und Slogans hängen geblieben, welche ich anbei gerne auf meinem Blog veröffentliche.

Nun die fünf Punkte, die aus meiner Sicht am bemerkenswertesten waren:

1. „Done is better than perfect.“

Digitale Produkte, die zu 80% fertig sind werden auf die User losgelassen. Diese sollen beurteilen wie gut das Produkt ist und wo noch geschraubt werden muss. Mut zahlt sich aus. Digitale Produkte sind nie fertig.

Kaffeeecke bei Airbnb

Kaffeeecke bei Airbnb

2. Scheitern ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht

Eine Firma gegen die Wand fahren heisst erleben und gelernt haben. Eine wichtige Voraussetzung für nächste grosse Projekte. Der mehrmals mit einer Neugründung gescheitert ist, ist auf dem Arbeitsmarkt sehr viel wert, weil er nun weiss, wie man es nicht machen darf.

Design Thinking an der Stanford University

Design Thinking an der Stanford University

3. “Nothing is a mistake. There’s no win and no fail. There’s only MAKE.“

Im Silicon Valley fürchtet man sich nicht vor Fehltritten. Man nimmt sich Zeit und Raum (und natürlich ein paar Dollars) und setzt um, probiert aus, testet.

NO Fail

There’s only make! Spruch an der Stanford University (School of Design)

4. “Free food is mainly a benefit for the employer.“

Was nach paradiesischen Zuständen tönt ist nichts anderes als emotionale und zeitliche Bindung der Mitarbeitenden an den Arbeitsplatz. Ein Investment, welches sich scheinbar bei allen befragten Firmen auszahlt – nicht nur bei Google. „Free Food“ gehört im Silicon Valley zu einem Standard-Benefit. Die Mitarbeitenden kommen früher zur Arbeit, gehen über Mittag nur kurz mit ihren Arbeitskollegen intern essen und reden selbstverständlich zu 90% über das Business. Und am Abend bleiben die Mitarbeitenden länger.

Der "Take-what-you-need"-Automat bei Evernote

Der „Take-what-you-need“-Automat bei Evernote

5. Digitale Talente und Leaders im Silicon Valley zu finden – und dann auch zu halten – ist harte Arbeit

Employer Branding geniesst einen unglaublich hohen Stellenwert, da der Wettbewerb auf dem Arbeitgebermarkt extrem gross ist. Jeder will die Besten. Und tut dafür auch Entsprechendes. Nur wer die besten Talente für sich gewinnen und halten kann, wird langfristig erfolgreich sein.

Lounge-Bereich bei Facebook

Lounge-Bereich bei Facebook

Mein persönliches Fazit: 

Die Welt im Silicon Valley ist eine eigene Welt, welche sich nicht 1:1 in die Schweiz übertragen lässt. Wir können und sollten nicht alles kopieren. Aber persönlich habe ich den Eindruck bekommen, dass eine Übernahme mehrerer Elemente dieser (schon fast surrealen) Arbeitskultur notwendig ist, um dem immer stärker werdenden internationalen Wettbewerb um Talente und „Digital Natives“ Paroli bieten zu können.

Einen ausführlichen Bericht unserer HWZ-Gruppe und des Aufenthaltes hat unsere Klasse in Blogform unter http://fachstellesocialmedia.ch/study-tour-ins-silicon-valley-2014-tag-4-scandit-airbnb-und-gigaom/ aufgeschaltet.

Der deutsche Medienkonzern Axel Springer investiert weiter im Silicon Valley und beteiligt sich am Online-Magazin „OZY„, wie Axel Springer in einer Medienmitteilung schreibt.

„We are going to bring you the new and the next. Every day. OZY will deliver new people, places, trends, ideas and opinions“

Allgemein

Gegründet wurde das Medien-Startup Ozy Media von Carlos Watson, welcher zuvor Unternehmer und Fernsehjournalist bei CNN und MSNBC war. Das Portal ging im September 2013 an den Start und setzt auf Qualitätsjournalismus für die sogenannte „Change Generation“, welche aus gut ausgebildeten Personen besteht, die sich für die Veränderungen auf der Welt interessieren. Der Hauptsitz von Ozy Media ist in Mountain View.

Redaktionelles Konzept

Das Portal setzt nicht auf Quantität, sondern auf Qualität. Anstelle von unzähligen Kurznachrichten, welche von überall angeboten werden, werden bei Ozy Media weniger, dafür aber hochwertige Artikel produziert. Gemäss Ozy wird dem Leser das gegeben, was er wirklich will: We are going to bring you the new and the next. Every day. OZY will deliver new people, places, trends, ideas and opinions“. News sollen nicht drei Stunden oder drei Tage zuvor auf Ozy veröffentlicht werden, sondern Monate, bevor diese in der Mainstream-Press publiziert werden. Das Newsportal Ozy setzt stark auf Bilder. Die Frontseite besteht ausschliesslich aus grossen Bildern und viele Artikel beinhalten auch grosszügige Image-Walls bzw. Slideshows.

Kommerzielles Konzept

Das Unternehmen beschäftigt circa 15 Personen. Ozy Media ist es gelungen, dass verschiedenste Personen in das Unternehmen investierten: Larry Sonsini, Google’s Chief Legal Officer David Drummond, Chegg CEO Dan Rosensweig und SV Angel Ron Conway. Unter den Investoren befindet sich auch Lauren Powell Jobs, die Witwe des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs. Ozy Media hat über die Investoren insgesamt 5,3 Millionen Dollar Risikokapital erhalten. Zum Geschäftsmodell von Ozy Media findet man keine Angaben. Bisher ist Ozy werbefrei. Ob Ozy zukünftig Werbeprodukte anbietet, ist nicht bekannt. Auf der Homepage von Ozy findet man lediglich eine Mailadresse, an welche man sich für Werbung und Partnerschaften wenden kann.

Ozy Media

 

Da ich mich selbst als „Marketier“ bezeichne, war ich gerne bereit, der HWZ ein paar Fragen zu meiner Weiterbildung im „Digital Business“ zu beantworten. Achtung: Das Interview ist so etwas wie ein Native Advertising Interview. Es ist Werbung für die HWZ, für watson und für mich selbst 😉

Das Interview findet man unter http://www.fh-hwz.ch/de/interview-sven-ruoss.htm

Werbung für die HWZ

 „Beim spannendsten Medienprojekt 2014 will ich dabei sein!“

Viele Medienunternehmen antworten mit Effizienzprogrammen auf die Herausforderungen durch Technologie und verändertes Nutzungsverhalten. Das Startup watson hingegen investiert konsequent in die Zukunft des Journalismus. Meinem ehemaligen Arbeitgeber walkerproject ag habe ich ein fünf Fragen zu meiner neuen beruflichen Herausforderung beantwortet. Das kurze Interview findet man hier: www.walkerproject.com.

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Meine Alma Mater setzt auf innovative Formen der Wissensvermittlung. Dazu hat die Universität ein Video über „Das gute digitale Leben“ produziert. Im Mittelpunkt stehen fünf Gegensätze, die sich im Gleichgewicht befinden müssen, damit wir uns erfolgreich und zufrieden im digitalen Dschungel bewegen können:

  1. Ich und Wir
  2. Bekanntes und Unbekanntes
  3. Geben und Nehmen
  4. Privates und Öffentliches
  5. Online und Offline sein 

Der Text stammt von Prof. Miriam Meckel vom Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen (HSG). 

Wie verdient Buzzfeed eigentlich Geld? Wie werden die über 80 Millionen Unique Visitors pro Monat monetisiert? Wer nun an Display-Werbung denkt liegt falsch. Auf Buzzfeed findet man keine Banner-Werbung im klassischen Sinn. Die richtige Antwort ist: Native Advertising oder Social Advertising. Die Werbung auf Buzzfeed sieht den redaktionellen Inhalten verwechselnd ähnlich. Bei Buzzfeed stehen folgende Werbeformate zur Verfügung: Social Thumbnails (CTR 0,5%), Story Unit 2 (2,5%), Front Page Big Story Unit (CTR 1,25%), Story Unit 2 (1,5%) und Center Story Unit (CTR 1,0%). Diese Werbeartikel sind (wie im Screenshot unten ersichtlich) mit einer gelben Hintergrundfarbe hinterlegt sowie mit dem Hinweis „featured partner“ gekennzeichnet. Buzzfeed kann mit Native Advertising überaus hohe Klickraten (CTR) ausweisen.

Native Advertising bei Buzzfeed

Paid – Owned – Earned Media

Bei Paid Media verfügt der Werbeauftraggeber zwar über die grösste Kontrolle, jedoch bleibt die Glaubwürdigkeit auf der Strecke. Zu Owned Media zählen sämtliche Medienpräsenzen, die einem Unternehmen selbst gehören: Homepage, Blog, Facebook-Seite, Twitter-Kanal etc.. Earned Media bezeichnet alle Empfehlungs- und Verbreitungsleistungen der Nutzer über die Marke: Word-of-Mouth, Buzz, Viralität. Die Glaubwürdigkeit von Earned Media ist am grössten, jedoch ist die Kontrolle des Unternehmens am kleinsten. Wie der Name bereits sagt, muss man sich Earned Media verdienen. Mit spannendem Content (–> Content Marketing) muss man die Menschen begeistern können. Buzzfeed setzt auf das Zusammenspiel zwischen Paid – Owned – Earned Media. Gemäss Angaben von Buzzfeed erzielt man als Werbekunde im Durchschnitt ein 1,3x Social Lift. D.h. wenn man beispielsweise 100’000 Views über bezahlte Werbung (paid media) erzielt, erhält man zusätzlich noch 30’000 Views (earned media), welche über die sozialen Aktivitäten generiert werden. Der Social Lift ist bei Buzzfeed einerseits so hoch, weil das Buzzfeed-Publikum aus vielen SuperSharing-Users besteht und andererseits der Content spezifisch fürs Teilen erarbeitet und optimiert.

Buzzfeed Advertise

Buzzfeed Case Study: MINI

Auf http://www.buzzfeed.com/download/casestudies findet man einige spannende Case Studies, unter anderem auch mit dem Partner MINI. Mini ist Programmpartner und verfügt auf Buzzfeed unter http://www.buzzfeed.com/miniusanotnormal über eine eigene Programmseite. Die Seite spielt mit dem Marketingslogan „Not normal“. Die Awareness für den Slogan wurde mittels verschiedenster „Not Normal“ Listen aufgebaut, wie beispielsweise „25 Places that look not normal, but are actually real“ oder „20 not normal uses for everyday things“. Damit konnte Mini sich als Fun-Brand positionieren. Die Resultate waren verblüffend. Zwei Drittel der Kontakte der Kampagne resultierten aus dem „Social Sharing“. Die speziell zum Teilen gedachten „Not Normal“ Listen haben dank das „Social Lift“ die Kontakte verdreifacht. 

„Buzzfeed is a great partner to share MINI’s „Not Normal“ messages in „Not Normal“ ways that go beyond conventional marketing“ (Lee Nadler, MINI Marketing Communications Manager)

Buzzfeed Advertise

Quellen:

Unsere deutschen Nachbarn sind uns Schweizer wiederum einen Schritt voraus. Sie haben bereits ihren eigenen Buzzfeed-Klon. Upcoming.de ist heute gestartet. Mit dem neuartigen Geheimrezept „Listen, GIFs und Memes“ möchte man den Journalismus revolutionieren und die Generation Facebook erreichen.

Gemäss Angaben der Plattform soll Umcoming.de der Ort werden, an dem die Generation Facebook als erstes die populärsten Internettrends in Deutschland entdeckt und teilen kann.

Die deutsche Seite Upcoming.de ist das neugeborene Kind der holländischen „Mutter“ upcoming.nl, hinter welchem das holländische Medienunternehmen TMG steckt. Einzelne Seiten wie beispielsweise „Über uns“ sind bis auf die Sprache praktisch identisch. Man vergleiche: Deutsch Über uns versus Holländisch Over Ons.

Und wie bei der „Generation Facebook“ geht auch bei Upcoming alles sehr schnell. Das holländische Original startete gemäss einen Interview von Martin Gieser mit dem Product Manager Koen Droste erst im Februar 2013. Nur sechs Monate nach dem Launch hatte das Portal bereits über 500’000 Unique Visitor pro Monat. 35’000 Personen benutzen die App, welche es erst seit Sommer 2013 gibt. Für das kleine Land Holland (ca. 17 Mio. CHF Einwohner, ca. doppelt so viele wie die Schweiz) sind dies bemerkenswerte Zahlen.

Laut Angaben des Betreibers arbeiten insgesamt zehn FTE  am Projekt, davon momentan drei FTE beim deutschen Ableger. Der dünne Personalbestand beim ersten deutschen Buzzfeed-Klon merkt man teilweise beim Inhalt. Buzzfeed-Diamanten habe ich auf dem Portal bisher noch keine entdeckt. Die Themen der Geschichten sind wie erwartet: „Knackige Leute, die twas für ihr Herz tun und Autos waschen“ oder „Was sind Fledermäuse doch schnucklige Tierchen!“.

Auf konventionelles Marketing wird verzichtet. Stattdessen setzt das Upcoming-Team auf die sozialen Medien. Man kann Inhalte tweeten, sharen etc. und sogar weitere Fotos und Clips hochladen. Auf Facebook hat die Upcoming-Page momentan lediglich 95 Likes, auf Twitter 24 Follower.

Ich bin gespannt, ob und wie der „BUZZ“ kommt. Wann werden wir Schweizer auch unser Buzzfeed-Baby haben?

P.S. Findet man eigentlich auf Upcoming.de oder Upcoming.nl auch klassische Display-Werbung?

Upcoming.de

Upcoming.de

Upcoming.de

Weitere Artikel zu Upcoming:

http://120sekunden.com/2013/10/hurra-die-zukunft-ist-da-der-buzzfeed-klon-upcoming-de-startet-in-deutschland/

http://t3n.de/news/upcoming-deutscher-buzzfeed-klon-505244/

Anbei eine journalistisch hochstehende Geschichte über Newsplattformen mit den drei Protagonisten Printli, Drucki und dem Digital Native Roni: 

Printli: „Drucki, weisst du, wohin unsere Leser und unsere Werbekunden verschwunden sind?“

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Drucki: „Mmh, gute Frage. Diesem Problem müssen wir nachgehen. Ich habe gehört, es gäbe da so ein Ding namens Internet, wo sich die jungen Leute heute tummeln.“ 

Printli: „Das habe ich auch schon gehört. Komm, wir schauen mal in dieses Internet rein.“ 

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Drucki: „Uiuiui. Ich glaube, dieses Internet wird die Zukunft sein. Komm, wir investieren in ein paar Online-Journalisten und stellen unsere Zeitung auch ins Internet.“

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Printli: „So, unsere Zeitung ist nun auch im Internet. Schauen wir mal, wie sie bei unseren jungen Leser ankommt.“

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Digital Native Roni: „Gefällt mir nicht. So langweilig.“ #BoringHoch3 #Fail 

Drucki: „Gopfriedstutz, wieso finden diese unsere Zeitung im Internet nicht interessant?

Printli: „Mmh, was könnten wir machen? Wie wärs mit ein bisschen nackter Haut. Sex sells immer, hat schon mein Vater gesagt. Ich bisschen „Busen und Füdeli“, und es funktioniert.“

KommWirzeigeneinBisschenFüdeli

Drucki: „Du Printli, ich habe gehört, dass die Jugend von heute ein bisschen anders tickt. Komm, wir fragen mal so ein Digital Native, was er über unsere Online-Zeitung findet.“

Langweilig

Digital Native Roni: „Hey Alte, wats up? Watson? Wir wollen crazy, funny Content, den man liken und sharen kann. Tschäggsch dä Puck?“ #LOL #omg

Printli: „Danke für den wertvollen Input. Komm, wir versuchen es mit viralen Videos.“

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Drucki: „Viral wörks. Unser KPI-PageImpression-Traffic-Manager hat mir heute Morgen gesagt, dass Katzen-Videos sogar noch besser performen. Lass uns das Ausprobieren.“

Katzenvideo

Printli: „Wir sind ein Dream-Team. Der Traffic steigt und steigt. Hundevideos funktionieren sicherlich auch“. 

HundeKatzenVideos

Drucki: „Sackstarke Sache. Was meint unser Digital Native dazu?“

Digital Native Roni: „Hey Altä, aso nei. Ihr habt uns immer noch nicht gecheckt. Wo bleibt der Sinn? #wtf #fail 

DigitalNative

Printli: „Sapperlott, der Generation Y kann man es auch nie rechtmachen.“

Drucki: „Anton, ich lese gerade einen Artikel über das Newsportal der Generation Facebook: Buzzfed. Wie wäre es, wenn wir Buzzfeed einfach für die Schweiz kopieren würden?

Printli: „Drucki, du bist und bleibst ein genialer „Siech“. Das wird unsere zukünftige Cash Cow. Wir haben die Lösung. Yes.“

WirHabenDieLösung

Bildquellen: http://hollywoodassistants.tumblr.com