Archive für Job

Zuerst: Ich bin ein Fan der Kultur „Bring your own Device“. Sowohl in meiner Zeit als Unternehmensberater konnte ich jeweils alle zwei Jahre ein neues Notebook, Smartphone und Tablet über meine geschäftliche Kreditkarte beziehen als auch während meiner NGO-Zeit hatte ich Anrecht auf eine jährliche Pauschale für meine selbstmitgebrachten technischen Gadgets. Die einzige Bedingung war jeweils: Sämtliche Dokumente sind in der Cloud. Denn das Wertvolle waren jeweils die Daten und nicht die Maschinen. Anders nun in der Medienbranche. Das Wertvolle sind die Maschinen. Beispielsweise klotzt Tamedia laut einem Interview mit Hansi Voigt mit exzellenten Laptops, für welche monatlich 540 CHF bzw. jährlich 6’480 CHF verrechnet werden. Naja, diese Laptops sind teuer, jedoch sind auch sämtliche SchnickSchnack-Softwares & IT-Support inklusive. Tablets werden grundsätzlich nicht bezahlt, auch wenn man in einzelnen Funktionen zwingend einen besitzen muss, weil es vom Vorgesetzten immer mal wieder heisst: Schau dir diese und jene Applications auf deinem Tablet an. So weit, so gut. Alles mehr oder weniger in Ordnung. Damit kann man leben.

Doch heute Abend hat mir ein Mitarbeiter eines erfolgreichen Medienunternehmens in der Schweiz mir doch tatsächlich folgende Geschichte erzählt. Der enorme Spardruck sei nun so gross, dass man nun aktiv freiwillige Mitarbeitende sucht, welche auf einen geschäftlichen Computer verzichten. Man solle doch einfach private Laptops ins Büro mitnehmen, weil die einerseits sowieso besser seien als die vom Unternehmen zur Verfügung gestellten Maschinen und andererseits natürlich fürs Unternehmen nichts kosten und somit ca. 6’500 CHF jährlich pro Arbeitsplatz eingespart werden kann. Selbstverständlich werden die privaten Laptops nicht entschädigt bzw. es benötigt meistens noch private Investitionen in Software, damit diese privaten Computer mit dem Firmen-Netzwerk kompatibel sind.

Mein Kommentar: Gats no! Ich selbst würde mich als überdurchschnittlich sparsam mit geschäftlichen Ressourcen einschätzen. So fahre ich seit 2013 freiwillig jeweils in der 2. Klasse Zug, versuche wenn möglichst keine Spesen zu verursachen und meine Kollegen wissen, dass ich mich jemals am iPhone äussert kurz halte, um jeden möglichen Rappen an geschäftlichen Telefonkosten einzusparen. Doch wenn mein Arbeitgeber mir zwingend benötigtes Arbeitsmaterial wegnehmen würde, könnte ich das auf keinen Fall akzeptieren. Es stellt sich die Frage: Wo führt das noch hin? Heisst es bald: Bring your own WC-Papier?

byod

Wie angekündigt gibt es heute den Trailer zum Film „Leiden im Grossstadtdschungel mit Johi & Sven“ als Bewerbung für „Train The World“. Johl und ich würden unglaublich gerne an dieser Abenteuerreise unseres Lebens dabei sein.

Wie könnt ihr uns dabei unterstützen?
Momentan einfach beide Daumen drücken und evtl. in einer späteren Phase für uns Voten. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Bis gestern Abend (30.06.2013, 23.59 Uhr) konnte man sich für das bisher grösste Schweizer Social Media Projekt bewerben: Train The World. Auf die drei Gewinnerteams à zwei Personen wartet eine vierwöchige Abenteuerreise über jeweils zwei Kontinente sowie die passende Ausrüstungen von den Sponsoren. Während des Trips dürfen die Gewinner jeweils fleissig über ihre Reise berichten (twittern, bloggen, fotografieren, filmen, schreiben, etc.) sowie Aufgaben von den betreuenden Marken Globetrotter, SBB und Mammut sowie von der Community lösen.

Natürlich will ich bei diesem Social Media Projekt dabei sein. Und deshalb haben Johl und ich gestern während zusammen 16 Stunden (8 Stunden x 2 Personen) die in meinem Leben bisher aufwändigste Bewerbung verfasst, inkl. seriöses Bewerbungsvideo (Das Video wird zu gegebener Zeit natürlich an dieser Stelle auch veröffentlicht). Ob sich unser Einsatz auszahlt, wird sich zeigen. Wir sagen nur:

Johl und Sven leiden im Grossstadtdschungel. 3 Symptome: Abenteuerlust, Entdeckergeist und Bewegungsdrang. Diagnose: Fernweh. Doch es gibt dagegen ein Medikament: TRAIN THE WORLD! 

Sponsoren von „Train The World“ sind folgende Unternehmen: Globetrotter, SBB, Mammut, Swisscom, Nikon und Raiffeisen

Bildschirmfoto 2013-07-01 um 23.20.00

Train The World

Train The World

Ohne viel Worte empfehle ich heute das Employer Branding Video von Axel SpringerEs scheint, dass Axel Springer das führende digitale Medienunternehmen werden will.

Mathias Döpfner

Mathias Döpfner mit neuem Style

Mathias Döpfner isst eine Banane

Mathias Döpfner isst im Bett eine Banane

Genau heute ist mein 500. Tag im Medienbusiness. Am 01. Januar 2012 bin ich als Projektleiter Unternehmensentwicklung bei Tamedia gestartet. In dieser Zeit konnte ich von sehr vielen spannenden Menschen unglaublich viel lernen. Und werde natürlich auch in Zukunft noch viel lernen dürfen. Nach 500 Tagen habe ich das Gefühl, dass ich die sechs strategischen Erfolgsfaktoren für Medienhäuser identifiziert habe. Ich bin mir bewusst, dass das zu meinen früheren Zeiten als Unternehmensberater bei walkerproject ag schneller gehen musste. So haben wir damals in ca. 6 Monaten für Kunden eine komplette Strategie erarbeitet mit Strategischer Positionierung, Mission / Vision / Werte, Strategische Erfolgsfaktoren und strategische Absicht. Aber was länger reift, wird hoffentlich auch besser.

Ich freue mich, euch an dieser Stelle meine sechs strategischen Erfolgsfaktoren für Medienhäuser im Allgemeinen vorzustellen. Sie stellen meine persönliche Meinung dar.

1. Strategischer Erfolgsfaktor: Balance zwischen Effizienz (Print) und Flexibilität & Innovation (Digital)

  • Im Printgeschäft ist das Thema „Effizienz“ sehr wichtig, im Digitalbereich hingegen sind Faktoren wie Flexibilität, Offenheit und Spielraum für Innovationen wichtig.
  • Mit einer optimalen Organisationsstruktur, welche das traditionelle Printgeschäft festigt und den Digitalbereich fördert, gelingt diese Gratwanderung.
  • Ein Ungleichgewicht zwischen Effizienz und Flexibilität/Innovation schadet der langfristigen Entwicklung.

2. Strategischer Erfolgsfaktor: Gewinnung der besten Mitarbeitenden und deren langfristige Bindung ans Unternehmen

  • Die Mitarbeiterstruktur von Medienunternehmen wird sich durch die Digitalisierung langfristig stark verändern. Mehr Entwickler, Web Designer, Datenspezialisten oder Enterpreneurs werden benötigt.
  • Die neue Generation von jungen Mitarbeitenden (Generation Y,  Digital Natives, etc.) wollen in ihrer Arbeit einen Sinn finden und ihre Ideen auch umsetzen können. Diese gut ausgebildete Generation ist auf dem Arbeitsmarkt gefragt und kann sich ihren Arbeitgeber aussuchen.
  • Mitarbeitende in der Medienbranche verfügen häufig über eine grossen Leidenschaft für die Branche. Es muss versucht werden, dass diese Leidenschaft ihnen auf keinen Fall weggenommen wird. Eine Wertschätzung für die Extra-Meile wäre sicherlich kein Demotivationsfaktor.

3. Strategischer Erfolgsfaktor: Etablierung einer Innovationskultur

  • Die Medienwelt verändert sich sehr schnell. Innovationen werden zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil.
  • Sowohl interne als auch externe Innovationen müssen vorangetrieben werden.
  • Innerhalb der Medienunternehmen soll eine Innovationskultur etabliert werden. Sie bedingt auch Freiräume für Mitarbeitende, eine Offenheit für externe Partner und ein stetiger Austausch über verschiedene Hierarchien und Bereiche.

4. Strategischer Erfolgsfaktor: Klare Strategie für den Digitalbereich

  • Das Digitalgeschäft wird weiterhin stark wachsen. Obschon niemand weiss, welches Start-up das neue Facebook wird, ist es wichtig, eine klar kommunizierte Beteiligungsstrategie zu formulieren.
  • Um potenzielle Startup-Unternehmen frühzeitig aufzuspüren, müssen die Suchfelder klar definiert werden und eine gezielte Suche nach potenziellen Targets ist nötig.
  • Interne Vernetzung zwischen den einzelnen Produkten ist im Digitalbereich entscheidend, um Integrationen und Traffic-Kooperationen rasch umsetzen zu können

5. Strategischer Erfolgsfaktor: Know-how im Thema „Big Data“

  • Die Kundendaten werden in Zukunft zum wertvollsten Gut, welches sich monetisieren lässt
  • Medienunternehmen sollten Kundendaten erfassen, strukturieren, bewerten und Rückschlüsse auf das künftige Nutzerverhalten ziehen können
  • Das Thema „Big Data“ benötigt erhebliche Investitionen in eine gemeinsame technologische Plattform für sämtliche Produkte

6. Strategischer Erfolgsfaktor: Weiterentwicklung der Management-Methoden und Instrumente zu „Management 2.0“

  • Die heute in vielen Branchen immer noch eingesetzten Management-Methoden und Instrumenten wurden vor ca. 100 Jahren erfunden, um die damaligen Problemstellungen zu lösen.
  • Die Herausforderungen der heutigen Medienbranche benötigen neue Ansätze – ein „Management 2.0“.
  • Die Benchmarking-Methode (= „Management 1.0“) wird meines Erachtens zu häufig falsch eingesetzt bzw. auf die intellektuelle Herausforderung der Interpretation und Schlussfolgerungen wird oftmals verzichtet. Die Zukunft kann man definitiv nicht mit der Benchmarking-Methode kreieren.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei allen meinen „Arbeitsgschpänli“ für meine steile Lernkurve bedanken. Danke. Merci. Thanks. Ich bin gespannt, wie ich mich nach 1000 Tagen im Medienzirkus über meine hier aufgestellten Erfolgfaktoren lustig machen kann. Es wird spannend bleiben.

Medien

WOW, was war das für ein Wochenende!

Kreativität, Engagement und intrinsische Motivation vom Feinsten. Und die Beiträge … Unisono-Zitat von Christoph Brand, Peter Schüpbach, Roland Wittmann und Simon Bärtschi: „ALLE TOP, HÖCHSTES NIVEAU!“ Es war schlicht und ergreifend sensationell, was die Teilnehmenden am ersten „Open Development Projects“ von Tamedia geleistet und wie souverän sie die Präsentationen gemeistert haben. Congratulations.

Die Jury hat folgende zwei Gewinnerteams auserkoren:

  • Team Search.ch (Cubetech) mit ihrem Projekt „Redesign von Search.ch“
  • Team FashionFriends (ZHAW-Studierende) mit ihrem Projekt „Gamification FashionFriends mit dem FashionBoard“

Ich bin gespannt zu erfahren, wie den Gewinnern der Trip nach Berlin, ins sogenannte Silicon Valley von Europa, gefallen wird. Auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank allen Teilnehmenden für den grossen Einsatz. Merci.

Zum Fotoalbum der Preisverleihung: http://www.flickr.com//photos/76886231@N05/sets/72157632978933553/show/

Blogbeitrag von Charlotte Herrmann über die Veranstaltung: www.charlottesweb.ch

Twitter-Account von Open Development Projects: @Tamedia_ODP und #OpenDevTamedia 

Winner1

Winner2

Seit gestern brüten Webentwickler, Webdesigner, Interfacedesigner und Projektmanager im Rahmen des ersten „Open Development Projects Tamediaan Innovationen für TamediaFünf Gruppen suchen kreative Lösungen für die Produkte 20Minuten Online, FashionFriends, Doodle, Search.ch und SonntagsZeitung. Mein Zwischenfazit nach 1,5 Tagen @tamedia_odp:

  1. Austausch mit Externen ist für Tamedia äussert fruchtbar
  2. Es ist unglaublich, was für Ideen in der kurzen Zeit zustande kommen
  3. Die intrinsische Motivation der Teilnehmenden begeistert
  4. Mike Herter hat als Projektverantwortlicher einen tollen Job gemacht 😉
  5. Auf Basis der ersten Erfahrungen mit dem Projekt bin ich mir sicher, dass der Funke auch zum Management von Tamedia rüberspringt

Ich wünsche allen teilnehmenden Gruppen frohes Weiterarbeiten und am Montagabend eine erfolgreiche Präsentation der Ergebnisse.

  1. Foto

Wann hattest Du das letzte Mal das Funkeln in den Augen, als Du gearbeitet hast? Wann hast du das letzte Mal aus tiefster Überzeugung heraus geliebt, was du tust? Wann warst du das letzte Mal begeistert? Idealistisch? Enthusiastisch?

Diesen Fragen gehen die beiden Business-Querdenker Anja Förster und Peter Kreuz in ihrem neuen Buch „Hört auf zu arbeiten!“ nach, das am 11. März 2013 erscheint.

Ich selber habe das Buch noch nicht gelesen, ab wenn es nur halb so gut wie die beiden Bücher „Nur Tote bleiben liegen“ oder „Alles, ausser gewöhnlich“ wird, dann wird es wiederum ein „Must Read Book“. Ich freue mich jetzt schon auf das Buch und auf das aufgefrischte Funkeln in meinen Augen, das ich im letzten Jahr irgendwie ein bisschen verloren habe.