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In den letzten Tagen konnte man überall lesen, dass die zeitversetzte TV-Nutzung rasant steigt. Der Anteil an zeitversetzter TV-Nutzung lag im 2. Semester 2015 über alle Landesteile im Durchschnitt bei 11%. Bei den 15- bis 29-Jährigen in der Deutschschweiz lag der Anteil sogar bei 18%. Die Generation „Digital Native“ nutzt also immer mehr die neuen technischen Möglichkeiten. Doch welche TV-Sender schaut diese Generation überhaupt noch?

Die Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen schaut am häufigsten ProSieben und RTL. Erst auf Platz 3 und 4 kommen unsere staatlichen TV-Sender SRF Zwei und SRF 1. Auf Platz 5 folgt mit Sat.1. bereits ein weiterer deutscher Privat-TV-Sender. SRF 1 kommt bei der jungen Zielgruppe auf einen sehr bescheidenen Marktanteil von lediglich 6.5%.

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Eigene Darstellung, Datenquelle: mediapulse

 

Bei einer genaueren Betrachtung der einzelnen Zielgruppen (15-29, 15-49, 15-59, und 3+) wird einem schnell klar: SRF 1 ist das beliebteste Senioren-TV. In der für den Werbemarkt interessanten Zielgruppe der 15- bis 59-Jährigen kommt SRF auf einen Marktanteil von knapp 12%. Nimmt man noch die Kids und die Altersgruppe 60+ in die Betrachtung auf, so nimmt der Marktanteil rasant auf 18.4% zu. Kurz und gut: Das Fernsehpublikum von SRF 1 besteht aus ganz vielen Senioren. Bei den privaten deutschen TV-Sender sieht das Bild gegenteilig aus. RTL und ProSieben sind besonders bei den Jüngeren beliebt. Je älter das Alterssegment wird, desto weniger Marktanteile können die Sender verbuchen.

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Eigene Darstellung, Datenquelle: mediapulse

 

Doch wie sieht es bei privaten Schweizer TV-Sendern aus? TeleZüri ist insbesondere in den Zürcher Altersheimen beliebt. Bei den 15- bis 29-Jährigen ist der Sender mit einem Marktanteil von 0.1% praktisch inexistent. Der nationale TV-Sender 3+ hingegen punktet mit 3.2% bei der Generation Y und ist mit 2.9% auch beim Alterssegment 15-59 gut aufgestellt.

Fazit: Liebe Schweizer Medienbranche, denkt bitte auch mal an den Nachwuchs? Ich möchte nicht, dass sich die junge Generation (Millennials, Generation Y, Digital Natives etc.) nur noch auf internationalen Plattformen tummelt.

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Eigene Darstellung, Datenquelle: mediapulse

 

TRANSPARENZBOX: Seit über vier Jahren arbeite ich im Bereich Business Development bei verschiedenen Medienunternehmen in der Schweiz (Tamedia, AZ Medien, Ringier) und setzte mich für die digitale Transformation in der Medienbranche ein. Einen starken und vielfältigen Medienplatz Schweiz erachte ich als wichtig. Ich bin ein Fan von Schweizer Medienprodukten wie auch Schweizer TV-Sendern.

Yeah. Das YEA(H)RBOOK 2015 vom Center for Digital Business der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich ist da. Das Buch gibt es nicht nur digitalsondern auch analog als Taschenbuch

Doch was ist das YEA(H)RBOOK 2015? 

Die Herausforderung der digitalen Transformation erschüttert unsere Gesellschaft und unsere Arbeitswelten in ihrem tiefsten Kern. Digitales Know-how und digitales Talent wurden zu den Rohstoffen von morgen. Um ein nationales Kompetenzzentrum für dieses neue digitale Wissen zu schaffen, gründete die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich im September 2014 unter der Leitung von Manuel P. Nappo das Center for Digital Business. Das Yea(h)rbook 2015 nimmt DICH mit auf eine Reise durch das erste Jahr des Center for Digital Business und bietet mit Experten-Kommentaren, Blogbeiträgen oder Erlebnisberichten aus dem Unterricht Einblicke ins Studium der digitalen Welt – von Airbnb via Facebook und Digital Leadership bis hin zu Wearables.

Ich selbst bin stolz, Bestandteil dieses Buches zu sein. Ich durfte Peter Sennhauser ein Interview geben. Und dieses Interview möchte ich euch nicht vorenthalten.

YEA(H)RBOOK 2015

Was konsumiert ein Medienjunkie heute noch?

Ziemlich vieles. Ich habe mein Smartphone immer bei mir und ich weiss nicht einmal, wie oft ich drauf schaue. Ich kriege viel mit via Twitter, Facebook und andere Dienste, aber kraft der Branche, in der ich arbeite, auch aus Printpublikationen.

Was interessiert dabei mehr – die Inhalte oder die Machart?

Natürlich will ich wissen, wer was wie macht – und wer wie schnell ist. Aber ich bin auch Nachrichtenkonsument, ich will wissen, was läuft.

In der Medienbranche sind Sie mitten im Strukturwandel der Digitalisierung – gibt es einen Fall von Disruption, den Sie für exemplarisch halten?

Deren gibt es eigentlich viele – nehmen Sie AirBnB, das die Hotelbranche- und Uber, das die Transportgilde in Angst und Schrecken versetzt.

Oder ganze Städte, in denen die Regulierungssysteme nicht mehr funktionieren…

Wir sehen ja auch in all diesen Beispielen, wie das Recht der Realität immer hinterherhinkt, denn die Digitalisierung durchbricht alle diese Regelsysteme.

Also ist das ganze vor allem eine neue Chancengleichheit…

Absolut, inzwischen sind wir alle ermächtigt, Wissen abzurufen, zu kommunizieren, oder sogar eine Publikation zu starten – Dinge, von denen die meisten früher viel Zeit oder Geld voraussetzten.

Andere müssen reagieren. Sie haben herausgefunden, dass drei Viertel der Unternehmen die Digitaltechnik «ab 2020 für erfolgsrelevant» halten und in den nächsten Jahren das Fachwissen anstellen wollen, das sie dafür brauchen. Was heisst das für den Arbeitsmarkt? Ist das Knowhow überhaupt vorhanden?

(Lacht) Es muss sehr schnell ausgebildet werden. Für die grossen Player wie Google wird das kein Problem darstellen, die kaufen sich das Wissen einfach zu jedem Preis irgendwo auf der Welt zusammen. Aber für das Schweizer KMU ist das rasch eine gehörige Herausforderung.

Entsprechend hat mich die Gelassenheit oder Ignoranz der Unternehmen überrascht…

Glauben Sie mir – mich auch! Man sagt zwar, dass Digitalisierung ab 2020 erfolgskritisch wird und gibt gleich darauf zu, dass man noch genau gar nichts unternommen hat. Dahinter vermute ich die die totale Hilfosigkeit, weil die Unternehmen schlicht nicht wissen wo sie anfangen sollen. Die C-Level im Management sind ja selber grösstenteils über 50 und damit nicht gerade Digital Natives, die haben wenig Ahnung. Und das Wissen aus 20jährigen Praktikanten absaugen? Das wird nicht gehen.

Goldene Zeiten für Junge Leute, die jetzt die richtigen Dinge lernen.

Klar, die Digital Natives tun gut daran, sich auf Jobprofile vorzubereiten, für die wir jetzt noch nicht einmal eine Bezeichnung haben.

Was definiert denn die Digital Natives? Fachwissen ist ja nicht durch Konsum der Technologie gegeben. Und in den Selbstdefinitionen beschreiben sich die jungen Generationen vor allem als Menschen, die ein anderes Wertesystem haben.

Ich glaube, die beiden Dinge gehen zusammen. Die Mischung aus Digital Natives und Generation Y stellt die Wirtschaft vor weitere Heraus-forderungen: Loyalität ist nicht mehr so verbreitet wie früher, Geld und Macht zählen weniger als Sinnstiftung und persönliche Befriedigung.

Ist dem Management diese Zusatzproblematik bewusst, oder wird das mit dem War for Talent kumulieren?

Darin steckt tatsächlich eine weitere Problematik, indem man sich in vielen Führungsetagen nicht bewusst ist, dass sich die Digital Natives nicht mit Geld anlocken lassen. Die Angebote der Firmen werden besser sein müssen…

In welche Richtung würden Sie denn jetzt der Spitze Ihrer Firma raten zu gehen? Was muss sie bieten?

Es wird eine Frage der Kultur sein: Teilzeitarbeit, Vertrauen, flache Hierarchien und Can-Do-Mentalität: das sind die Dinge, die attraktiv machen. Keine leichte Aufgabe für grosse Unternehmen, eine Startup-Mentalität zu entwickeln, um Mitarbeiter anzuziehen… Aber wer es nur mit Geld versucht, wird nicht die richtigen Arbeitskräfte bekommen.

Warum ist dieses Personalproblem noch kein Thema?

Weil es noch weniger auf dem Radar der Unternehmen ist als die technologische Veränderung. Dabei wird sich der Kampf um die Talente übrigens nicht nur um die Digital Natives drehen, sondern ebenso um die älteren Semester mit dem richtigen Fachwissen. Denn die haben im Gegensatz zu den Digital Natives auch noch einen Haufen Erfahrung, den sie einbringen können. Die ist durch nichts wettzumachen.

Das YEA(H)RBOOK 2015 kann hier digital oder hier analog gekauft werden.

Zusammen mit über 50 Autorinnen und Autoren durfte ich das „Jahrbuch Marketing 2016“ mit dem Fokusthema „Digitale Transformation“ mit einem eigenen Fachartikel mit dem Titel „5 Fragen zur Digitalisierung, die sich jedes Unternehmen stellen muss“ mitgestalten. Ehrlichgesagt bin ich ein bisschen stolz, dass ich neben digitalen Cracks wie beispielsweise Christoph Tonini, Patrick Warnking oder Patrick Comboeuf im gleichen Buch vorkomme. Das „Jahrbuch Marketing 2016“ kann ab sofort – print oder digital – hier bestellt werden. Selbstverständlich möchte ich euch die fünf Fragen zur Digitalisierung, die sich jedes Unternehmen stellen muss, nicht vorenthalten: 

Die Ergebnisse der Studie «Digital Switzerland 2015» sprechen eine deutliche Sprache. Drei Viertel der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die Digitalisierung grosse Auswirkungen auf ihre Branche haben wird. Für eine Mehrheit der Schweizer Unternehmen wird die digitale Transformation bis 2017 sogar erfolgskritisch. Andererseits sind 50 Prozent der Unternehmen digitale Dinosaurier. Für Schweizer Unternehmen ist es also höchste Zeit, den Weg der digitalen Transformation zu starten. Doch wo soll angesetzt werden?

Allgemeingültige Kochrezepte für die digitale Transformation taugen wenig. Je nach aktuellem Reifegrad, Branche, Grösse des Unternehmens etc. wird ein unterschiedliches Vorgehen benötigt. Dennoch gibt es ein paar Fragen zur digitalen Transformation, mit welchen sich jedes Unternehmen zu beschäftigen hat.

Frage 1: Ist das Thema «Digital» integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie?

Häufig erarbeiten Unternehmen eine separate Digitalstrategie, welche sich auf digitale Kommunikation und neue digitale Transaktionswege fokussiert. Dabei wird das Thema «Digitale Transformation» jedoch zu eng betrachtet und nicht das komplette Potential ausgeschöpft. Auch die Separierung der Strategie offenbart, dass in den Köpfen der Manager das Thema noch nicht im Unternehmenskern angekommen ist. Vielmehr sollte das Thema «Digital» als wichtigen Bestandteil in die Unternehmensstrategie integriert werden. Nur so können die Chancen der digitalen Technologien vollumfänglich genutzt werden.

Frage 2: Was versteht mein Unternehmen unter «Digitaler Transformation»?

Oft wird unter digitaler Transformation die Erweiterung der Kundenbeziehungen auf digitale Kanäle verstanden. Dieses Management der unterschiedlichen «Touch Points» stellt für Unternehmen eine bedeutende Herausforderung dar, um den Kunden in der Multichannel-Welt eine einheitliche Erfahrung zu bieten. Jedoch wird unter «digitaler Transformation» nicht nur «Customer Experience» verstanden, sondern auch operationelle Prozesse und Geschäftsmodelle. Durch die Digitalisierung werden Prozesse effizienter und skalierbarer. Auch die Arbeitsweise der Mitarbeiter erfährt durch die Digitalisierung und Virtualisierungeine Veränderung . Traditionelle Geschäftsmodelle werden um eine digitale Komponente erweitert und komplette neue digitale Geschäftsmodelle wie Airbn oder Uber werden entwickelt. Es ist wichtig, dass Unternehmen in all diesen Themengebiete nach neuen Möglichkeiten suchen.

Frage 3: Unterstützt die Geschäftsleitung und das mittlere Management die Digitalisierung?

Ohne das Commitment der Geschäftsleitung und des mittleren Management ist es unmöglich, die digitale Transformation voranzutreiben. Deshalb ist es entscheidend, dass der CEO und seine Geschäftsleitungskollegen die Verantwortung für den digitalen Wandel übernehmen und ihre Zielvision vorleben. Gleichzeitig prägt das mittlere Management die Unternehmenskultur massgeblich mit, da diese Führungskräfte viel näher bei den Mitarbeitenden sind. Entsprechend reduziert die Unterstützung beim mittleren Management die Gefahr, dass digitale Projekte scheitern.

Frage 4: Verfügt mein Unternehmen über ausreichend digitales Know-how?

Ohne digitales Know-how kann der digitale Wandel nicht zum Erfolg werden. Das digitale Know-how muss sowohl auf Führungs- als auch auf Mitarbeiterstufe deutlich erhöht werden. Es genügt nicht, nur neue digitale Experten anzuheuern. Jeder Mitarbeiter muss sich eine gewisse digitale Kompetenz aufbauen – CEO inklusive. Es ist dringend notwendig, dass Investitionen ins digitale Know-how getätigt werden.

Frage 5: Lebt mein Unternehmen den digitalen Spirit?

Die Digitalisierung ist dynamisch. Die Innovationsgeschwindigkeit ist rasant gestiegen. Unternehmen müssen agil sein. Die Mitarbeiter müssen Lust und Spass daran haben, neue Technologien auszuprobieren und dauernd dazu zu lernen. Sie werden Fehler machen, doch das müssen sie auch dürfen. Nur wer diese kulturellen Voraussetzungen erfüllt, wird zukünftig ein attraktiver Arbeitgeber sein und bezüglich digitalem Wandel eine Vorreiterrolle einnehmen.

Jahrbuch Marketing 2016

Jahrbuch Marketing 2016 – Seite 79

Jahrbuch Marketing 2016 - Seite 80

Jahrbuch Marketing 2016 – Seite 80

Jahrbuch Marketing, Seite 81

Jahrbuch Marketing, Seite 81

In der aktuellen Ausgabe vom „DAS MAGAZIN“ vom 31. Oktober 2015 hat es ein grossartiges Interview von Michael Marti mit der Medienprofessorin Emily Bell. Das Interview kann auch in der 12App von Tamedia unter folgenden Link (kostenlos) gelesen werden: http://mobile2.12app.ch/articles/22368360. Eine Lektüre kann ich empfehlen.

Für diejenigen, welche lieber farbige Bilder anschauen, habe ich 8 markante Statements aus dem Interview herausgenommen.

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Am Montag, 26. Oktober 2015, wurde das „Jahrbuch Qualität der Medien 2015“ von fög/Universität Zürich präsentiert. Die Ergebnisse werden von der Medienbranche meistens totgeschrieben. Ich habe mich durch die Hauptbefunde gekämpft. Folgende 7 Grafiken nehme ich für mich persönlich mit:

1. Traditionelle Informationsangebote haben ein Jugendproblem – auch Online-Angebote

16- bis 29-Jährige informieren sich immer weniger über TV, Radio und Zeitungen. Bei dieser Altersgruppe stagniert auch die Nutzung professioneller Online-Newsangebote. Bei den jungen Erwachsenen wächst die Gruppe der News-Deprivierten, die gar oder fast keine Informationsangebote mehr nutzen und stattdessen hauptsächlich Unterhaltung konsumieren.

Quelle: fög, 2015

Quelle: fög, 2015

2. Korrelation zwischen Mobile und Softnews

Je höher der Anteil der Mobilnutzer an einem Medienangebot, desto höher ist auch der jeweilige Softnewsanteil.

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Quelle: fög, 2015

3. Digital Natives konsumieren immer mehr Nachrichten über Facebook

Facebook wird immer stärker zum Hauptnachrichtenkanal der jüngeren Generation. Um hohe Reichweiten in den Social Networks zu generieren, müssen Publisher auf Social-Media-Journalismus setzen.

Quelle: Pew Research Center, 2015

Quelle: Pew Research Center, 2015

4. Einnahmen aus den Onlinewerbe- und Onlinelesermärkten können die Verluste im Pressebereich nicht kompensieren

Trotz der Verlagerung des Newsgeschäfts ins Internet entsprechen 2014 in der Schweiz die Erlöse aus dem Onlinewerbemarkt (105 Mio. CHF) gerade einmal einem Zehntel der Erträge aus dem Werbegeschäft der Presse (1042 Mio. CHF).

Quelle: fög, 2015

Umsätze in Mio. Quelle: fög, 2015

5. Die digitalen Werbemärkte gehören den globalen Tech-Giganten Google und Facebook

Die globalen Tech-Giganten erzielen einen Grossteil der digitalen Werbeerträge und stossen neuerdings auch ins publizistische Geschäft vor.

Quelle: Pew Research Center, 2015

Marktanteile digitaler Werbeerlöse. Quelle: Pew Research Center, 2015

6. Konsolidierung der Schweizer Medienbranche geht weiter

In der Deutschschweiz wurden noch im Jahr 2001 rund 40% des Pressemarktes von Verlagen abgedeckt, die es heute nicht mehr gibt. In der Suisse romande deckten im Jahr 2001 jene Verlage, die seither verschwunden sind, sogar über 80% des Informationsmarktes ab.

Quelle: fög, 2015

Konzentration im Pressmarkt in der Deutschschweiz. Quelle: fög, 2015

7. Paywall-Angebote mit den höchsten Qualitätswerten

Die Bereitschaft für digitale Newsangebote zu bezahlen, ist weiterhin gering. Doch wenigstens befinden sich hinter den porösen Paywalls Newsinhalte von hoher Qualität.

fög, 2015

Quelle: fög, 2015

In den nächsten Tagen hat die Schweiz eine neue Newsapp namens „12-App“. Apple hat über das Wochenende grünes Lichts gegeben, so dass die App bereits heruntergeladen werden kann (–> der Link dazu). Die 12-App bringt täglich (Mo-So) die 12 relevantesten Artikel um 12 Uhr direkt auf das Smartphone. Die Artikel stammen aus verschiedenen Redaktionen des Verlags Tamedia (wie beispielsweise Tages-Anzeiger, Finanz und Wirtschaft, annabelle, Sonntagszeitung, 20 Minuten, 20 Minuten Friday, Der Bund, Berner Zeitung etc.). Ein eigenes 12-App-Team bestehend aus 2 Mitarbeitenden wählt die Storys des Tages aus und bereitet sie für das mobile Lesen speziell auf. Pro Monat können 12 Artikel kostenlos gelesen werden. Danach kann für 6 CHF im Monat ein Abonnement gelöst werden.

Ich durfte bereits eine Testversion der neuen App herunterladen. Was mir auf den ersten Blick gefällt: 

  • Kuratierung: Von Hand kuratiert, nicht von einer Maschine (–> ähnlich wie Niuws von Peter Hogenkamp)
  • Begrenzung: Klare Begrenzung auf 12 Geschichten pro Tag, klare Begrenzung auf 1 Ausgabe pro Tag
  • Mobile-Only: Klarer Fokus auf Mobile (–> Die Artikel können nicht auf dem Desktop angeschaut werden)
  • Freier Zugriff für bestehende Zeitungs-Abonnenten: Abonnenten von Tages-Anzeiger, Der Bund, Berner Zeitung, Langenthaler Zeitung, Thuner Tagblatt und Berner Oberländer haben kostenlosen Zugriff auf die „12-App“. Momentan diskriminiert werden die Abonnenten der Zürcher Landzeitungen (Der Landbote, Zürcher Unterländer etc.), welche für die neue App bezahlen müssen
  • Design: Nüchternes, aber sehr angenehmes Design
  • Einfacher Bezahlprozess: Der Bezahlprozress geschieht über In-App-Purchase von Apple, d.h. die Abrechnung geschieht direkt über den iTunes-Account. Dies erachte ich als sehr nutzerfreundlich

Da es sich bei dieser App um eine „Zweitverwertung“ handelt und mit knappsten Mittel kuratiert und produziert wird (2 Personen mit Teilzeitpensen), kann die App hoffentlich bald schwarze Zahlen schreiben. Bei geschätzten 200’000 und 300’000 CHF Kosten pro Jahr (ohne Investitionskosten) und mit der Annahme einer Abgabe von 30% der Abokosten an Apple benötigt die App zwischen 4’000 und 6’000 Abonnenten, welche dafür zahlen. 5’000 Abonnenten für Break-even sollten ein erreichbares, aber trotzdem sportliches Ziel darstellen.

Wie immer wünsche ich neuen Medienprodukten in der Schweiz viel Erfolg. Lieber Michael Marti und liebe Regula Marti, ich wünsche euch nur das Beste vom Besten für eure neue „12-App“.

Und die neue App kann bereits im Apple-Store heruntergeladen werden: https://itunes.apple.com/ch/app/12-app/id985919437?l=en&mt=8

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Die neue „12-App“ aus dem Haus Tamedia

 

Transparenz-Box: Zwischen 2012 bis 2014 habe ich als Projektleiter in der Unternehmensentwicklung bei Tamedia gearbeitet. Ich war weder direkt noch indirekt in das Projekt „12-App“ involviert. Aktuell arbeite ich beim Medienunternehmen Ringier im Bereich Business Development.

12 App

Herausforderung Zukunft: Sind Sie bereit für die digitale Transformation? Am 5. und 6. Mai 2015 treffen sich Unternehmer, KMU’s und Entrepreneurs zum ersten Mal am Digital Economic Forum 2015 in Zürich.

Es ist mir eine grosse Ehre, neben namhaften Referenten vor diesem digitalen Experten-Publikum meine Studie «Digital Switzerland 2015» vorstellen zu dürfen.

Welchen Stellenwert hat die digitale Transformation bei Unternehmen und Organisationen in der Schweiz? Wie schätzen Unternehmen und Organisationen in der Schweiz die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation ein? Welchen digitalen Reifegrad besitzen die Unternehmen und Organisationen 2015 in der Schweiz?

Eine Antwort auf diese drei Fragen gibt es am Mittwoch, 6. Mai 2015, um 10.50 Uhr am Digital Economic Forum 2015.

Digital Economic Forum Programm

Programm vom Digital Economic Forum 2015

Referenten am Digital Economic Forum 2015

Referenten am Digital Economic Forum 2015

Gestern Abend durfte ich auf dem joiZone Digital Sofa bei Corsin Caviezel Platz nehmen. Wir haben ein bisschen über Social Media geplaudert. Was dabei herausgekommen ist, findet ihr unter folgendem Link: http://bit.ly/joizSocialMedia

Die einzelnen Häppchen der Sendung gibt es anbei:

Vielen Dank an Corsin und dem kompletten joiz-Team für den spannenden Abend.

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Sven Ruoss auf dem joiZone Digital Sofa bei Corsin Caviezel

Prolog

«Sven, wieso schaust du dir die Geschäftsberichte der Schweizer Medienhäuser nicht mehr an?», wurde ich in den letzten Tagen mehrmals gefragt. Stimmt gar nicht. Selbstverständlich habe ich die Geschäftsberichte 2014 der NZZ-Mediengruppe und Tamedia gelesen. Auch in meinen Winterferien habe ich den Wecker pünktlich auf 06.30 Uhr gestellt, so dass ich mir ein Bild über die Jahreszahlen machen konnte. Nur darüber bloggen konnte und durfte ich nicht, da in den Ferien das Motto «Digital Detox Light» galt. Deshalb anbei der verspätete Beweis, dass ich mich immer noch für die Medienbranche interessiere.

Ein Blick in die Vergangenheit: 2010 bis 2013

2010 hat das Tamedia Geschäftsfeld Digital einen Umsatz von 76 Mio. CHF erzielt. Ein Jahr später waren es bereits 126 Mio. CHF und einen EBITDA-Anteil von 6%. Auch im Jahr 2012 betrugt der EBITDA-Anteil 6% bei einem Digital-Umsatz von 148 Mio. CHF. Im Geschäftsjahr 2013 wuchs der Digital-Umsatz auf 233 Mio. CHF und erwirtschaftete ein EBITDA von 57 Mio. CHF (EBITDA-Anteil von 29%). 

Und 2014?

2014 erzielte das Geschäftsfeld Digital insgesamt 271 Mio. CHF Umsatz und erzielte ein EBITDA von 75 Mio. CHF. Der Bereich Digital trägt bereits knapp ein Drittel (32 Prozent) des gesamten EBITDAs bei. Dieses Wachstum kam dank etlichen Akquisitionen (wie jobs.ch, StarTicket, Zattoo etc.) und organischem Wachstum zustande.

Und 2015?

Auch der Ausblick sieht vielversprechend aus. Der Entscheid der Wettbewerbskommission bezüglich search.ch und local.ch wird auf Ende März 2015 erwartet. Und auch bei der vollständigen Übernahme der Ricardo-Gruppe sowie tutti.ch und car4you.ch wird auf den Entscheid von der Wettbewerbskommission gewartet. Und ein Nein der WEKO wäre eine Überraschung beziehungsweise für die digitale Wirtschaft ein Desaster. Initiativen wie Digital Zurich 2025 müssten gar nicht gestartet werden, wenn die Schweiz keine starken nationalen Digitalunternehmen zulässt, welche den Kampf gegen die internationalen Player wie Google, Facebook und Co. aufnehmen.

Auch 2015 darf nochmals mit einem markanten Umsatz- und Ergebnissprung gerechnet werden. Leider können wir in einem Jahr die Zahlen nicht mehr mit den Vorjahren vergleichen, da ab Berichtsjahr 2015 mit einer neuen Einteilung der Geschäftsfelder gearbeitet wird. Die publizistischen Digitalangebote werden neu gemeinsam mit den jeweiligen gedruckten Angeboten in deren Geschäftsbereichen ausgewiesen.

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Tamedia Geschäftsjahr 2011

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Tamedia Geschäftsjahr 2012

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Tamedia Geschäftsjahr 2013

Tamedia Geschäftsjahr 2014

Tamedia Geschäftsjahr 2014

Digital-Portfolio

Digital-Portfolio heute

Digital-Portfolio Zukünftig

Ausblick Digital-Portfolio

„Geld verdienen mit digitalen Inhalten – Herausforderungen und Best Practices“ war das heutige Thema meines Referates am Internet-Briefing in Zürich.

Die Facts and Figures, welche aus meiner Sicht gegeben sind:

  • Trend Smartphone: Smartphone ist das Leitmedium der jungen Generation
  • Der Medienkonsum der heutigen Generation ist „interactive“ – sie sind „always on“ und interagieren auf Social Media (Von Lean-Back-Media zu Lean-Forward-Media)
  • In der digitalen Welt kann jeder aus tausenden Quellen nach den individuellen Interessen seine News zusammenstellen (Newsportale, Blogs, Nischenportale, Social Media etc. (–> Individualisierung)

Es gibt unterschiedlichste Geschäftsmodelle für digitale Inhalte. Die wichtigsten Modelle im Überblick:

Als Servicedienstleistung findest du anbei die komplette Präsentation zum Referat (kostenlos, ohne Paywall, ohne Werbung).

Die digitale Newslandschaft bleibt spannend. In den letzten Tagen wurde bekannt, dass die Süddeutsche Zeitung eine Paywall nach dem Metered-Modell einführt. Und 20 Minuten prüft die Lancierung eines Newsportals in Deutschland. Die Branche ist in Bewegung. Wir bleiben dran. Digital ist not the future, it is the present. Und wer nicht digital denkt, ist raus!

20 Minuten will nach Deutschland