Archive für Spass

Freitagabend, 4. Mai 2018, 20.50 Uhr, Pastaessen mit dem Sola-Team (14 Personen im Alter von ca. 25 bis 35 Jahre alt): Die Nervosität steigt. In 10 Minuten startet eine neue Runde «HQ Trivia». Die einen spielen das neue Live-App-Quiz bereits regelmässig, die anderen laden sich diese Quiz-App noch schnell herunter. Zusammen mit knapp 600’000 anderen Teilnehmer spielen wir auf etlichen Smartphones das moderierte Live-Game. Leider gehören wir nicht zu den über 700 smarten Gewinnern, welche die 12 Multiple-Choice-Fragen richtig beantwortet haben und sich die 5000 Dollar Preisgeld unter sich aufteilen können. Obschon wir nicht gewonnen haben, war der Spassfaktor riesig. Bei mir persönlich machte es plötzlich «Click» in meinem Hirn. Plötzlich wurde mir bewusst, weshalb diese Echtzeit-Gaming-App so erfolgreich ist.

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Natürlich kann man beim «HQ Trivia» Case wiederum einige bekannte Erfolgsfaktoren herauslesen. Momentan steht das Nutzerwachstum im Vordergrund, die Monetarisierung ist aktuell noch nicht im Fokus. Sie haben mit dem Dazuverdienen der «Extra Lives» durch Einladungen an Freunde einen viralen Mechanismus eingebaut. Das Community Building wird aktiv gefördert. Leute kommen zusammen, um gemeinsam ihre Chancen auf die richtige Antwort zu erhöhen. Doch für mich ist mit Abstand der wichtigste Faktor, dass dieses Game lediglich zu fixen Zeiten live stattfindet.

Gemeinsame Live-Erlebnise zu fixen Zeiten – Der Gegentrend im digitalen Zeitalter

Durch den Boom von «HQ Trivia» bin ich nochmals in meiner These bestätigt worden, dass wir Menschen auch im digitalen Zeitalter gemeinsame Live-Erlebnisse brauchen. Diese Live-Erlebnisse finden zu fixen Tageszeiten statt – und nun vermehrt auf dem Smartphone und immer weniger auf dem TV.  Im digitalen Zeitalter, in welchem jeder seine Netflix-Filme schaut, wann er will, seine personalisierte Musik auf Spotify hört und sich sein massgeschneidertes Internet-Menu zusammengestellt hat, sehnen wir uns immer noch nach gemeinsamen Live-Erlebnissen. Im Sport ist dies auch heute noch ein Fussball-WM-Finale. Im TV ist dies vielleicht noch eine Bachelor-Finalsendung. Auch auf den digitalen Kanälen wollen wir nun vermehrt Tagesfixpunkte. Durch die Digitalisierung ist unser Medienkonsum sehr individuell geworden. Jedes Smartphone ist mit den entsprechenden heruntergeladen Apps so einzigartig, dass vermutlich kein anderer Mensch die genau gleichen Apps auf seinem Smartphone hat. Und jeder dieser Apps können wir dann auch wann immer wir wollen – 24×7 – nutzen. Nicht so die «HQ Trivia» App. Während 23 Stunden 30 Minuten ist diese App komplett wertlos. Zweimal pro Tag findet jeweils eine 10 bis 15 Minuten lange Live-Sendung statt. Und wir schalten dazu. Man will dabei sein. Man spricht darüber. Man hat ein gemeinsames Erlebnis. Nur dann. Ohne On-Demand. Ohne Personalisierung. Denn wir wissen alle: »Happiness is only real when shared.»

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Weitere spannende Artikel zu «HQ Trivia»:
The Magic of HQ Trivia
– HQ Trivia is my new obsession

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Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu. Für mich persönlich war 2017 ein spannendes und intensives Jahr. Im 2017 ist mir selber bewusst geworden, dass das Tempo insgesamt enorm erhöht wurde. Um im digitalen Zeitalter mitzukommen, muss man im Sprinttempo einen Ultra-Marathon rennen. Immer wenn ich das Gefühl bekommen habe, die Kontrolle zu verlieren, habe ich folgendes Quote von Mario Andretti in Erinnerung gerufen: «If everything seems under control, you are just not going fast enough». Im 2018 wird es vermutlich in einem ähnlich hohen oder noch höheren Tempo weitergehen. Auf schnelle Beine im 2018.

Meine (beruflichen) Highlights im 2017: 

  • Neue Funktion bei Ringier AG, neu Head of Product & Business Development bei der Blick-Gruppe 
  • Doppelte Durchführung meines CAS Social Media Managements mit ingesamt 48 Studierenden (komplett ausgebucht) (geplant war lediglich eine einfache Durchführung)
  • Über 10 gehaltene Keynotes zu «Digital Business» und «Social Media» für Unternehmen und Organisationen wie Mercedes-Benz, BAKOM, ASTRA, LIPO, Post, Sport.Forum, Stadt Zug, VEB, VSG/ASDB etc.
  • Meine monatliche Kolumne in der Werbewoche
  • Statements zu «Digital Business» und «Social Media» in verschiedensten Publikationen (u.a. SRF 10vor10, 20 Minuten, Handelszeitung, Aargauer Zeitung, Der Bund)
  • Weitere deutliche Traffic-Steigerung auf meinem Blog svenruoss.ch von 17% ggü. Vorjahr bzw. um 60% ggü. dem Startjahr 2013
  • Zürich Marathon 2017 unter 3 Stunden (in genau 2 Stunden 59 Minuten 59 Sekunden ;-))

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Meine 3 Vorsätze für 2018: 

  • 52 Lunches mit Leuten, mit welchen ich bisher noch nie Mittagessen war
  • 12 Weekends, an welchen ich überhaupt nicht arbeite
  • 12 Bücher lesen

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und auf ein spannendes 2018.

Ich durfte Tensid ein kleines Interview zu «Social Media and Investor Relations» geben. Das komplette Interview gibt es unter dem Link https://www.tensid.ch/home-de/news/evolvere-blog/ oder untenstehend.

Sven Ruoss, 35-jährig ist Leiter des Studiengangs für das Certificate of Advanced Studies (CAS) Social Media Management an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich und Project Manager Business Development beim Medienkonzern Ringier. Der Master of Art HSG in Marketing, Dienstleistungs- und Kommunikationsmanagement (MSC) vermittelt in seiner Lehrtätigkeit die Prozesse, den Nutzen und die Risiken der Sozialen Medien in der modernen Geschäftswelt. Im Gespräch mit «Evolvere» ist er überzeugt davon: «Künftig wird es vermutlich einfach dazugehören, dass die Investor Relations auch auf den sozialen Kanälen stattfinden.»

Sven Ruoss, wie beurteilen Sie den derzeitigen Einsatz der Sozialen Medien im Bereich der Investor Relations in der Schweiz?
Sven Ruoss: Immer mehr Unternehmen in der Schweiz haben eine Social Media-Strategie und sind auf den verschiedenen Kanälen präsent. Entsprechend ist auch eine Zunahme des Social Media-Einsatzes im Bereich der Investor Relations festzustellen. Insbesondere Twitter wird immer häufiger auch als Investor Relations-Kommunikationskanal genutzt. Dies namentlich darum, weil Twitter ein sehr schneller Informationskanal ist und dort überdies viele wichtige Journalisten aktiv sind. Bislang sind es allerdings überwiegend Swiss Market Index(SMI)-Unternehmen, welche die Social Media-Kanäle systematisch für die Investor Relations einsetzen. Mittlere und kleine kotierte Unternehmen sind noch etwas weniger vertreten, holen aber auf.

Wie kann denn ein kotiertes Unternehmen eine Social Media-Strategie schön sauber aufbauen?
Sven Ruoss:
 Jedes Unternehmen hat sich zu fragen, ob und wie es auf Social Media präsent sein möchte. Grundsätzlich stehen vier Strategien zur Wahl: Erstens, auf eine Strategie verzichten. Zweitens, die Social Media lediglich für Informationen über das Unternehmen verwenden. Drittens, in den Social Media-Kanälen interaktiv tätig sein. Viertens, in den Social Media eine Community gründen. Je nach Branche, nach Grösse und nach Zielen des Unternehmens gibt es andere Gründe, die für die Wahl der Social Media-Strategie ausschlaggebend sind. Oder: Die gewählte Strategie muss zwingend zum Unternehmen und dessen Bedürfnissen passen. Von der Strategiewahl hängt dann auch der Ressourcenbedarf ab. Beispielsweise ist der personelle Aufwand bei einer Interaktionsstrategie und einer Communitystrategie deutlich höher als bei einer reinen Informationsstrategie. Doch so oder so gilt: Der sinnvolle Einsatz von Social Media kostet Geld und benötigt personelle
Ressourcen.

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Die Investor Relations sind stark reglementiert: Wie wirkt sich das auf die Social Media-Strategie aus?
Sven Ruoss: 
Dafür gibt es eine klare Antwort: Die in der Richtlinie betr. Ad hoc-Publizität und im dazugehörigen Kommentar zur Ad hoc-Publizitäts-Richtlinie festgehaltenen Regeln sind im gesamten Bereich der Investor Relations, mithin auch in der gewählten Social Media-Strategie zwingend einzuhalten. Wichtig sind namentlich die Gleichbehandlung aller Marktteilnehmer, die abschliessend aufgezählten Pflichtadressaten sowie die zeitgleiche Aufschaltung der kursrelevanten Informationen auf der Internetseite des Unternehmens. Werden diese Regeln analog auf die Sozialen Medien angewandt, heisst das: Die Veröffentlichung einer kursrelevanten Tatsache darf über Twitter, Facebook und Co. frühestens gleichzeitig mit der Verbreitung der Ad hoc-Mitteilung erfolgen. Und: Die Veröffentlichung über die Sozialen Medien ist ein freiwilliger zusätzlicher Verbreitungskanal, der keinen Pflichtadressaten gemäss der Richtlinie ersetzt. Es kann sein, dass die starke Ad hoc-Publizität-Reglementierung etliche börsenkotierte Unternehmen im Bereich der Social Media vorsichtig macht.

Sollten aus Ihrer Sicht die Social Media-Aktivitäten im Bereich der Ad-hoc-Publizität anders geregelt werden?
Sven Ruoss: Nein, denn die Sache ist ganz einfach: Solange kursrelevante Tatsachen auf Facebook, Twitter und den andern Social Media-Kanälen frühestens gleichzeitig mit der Verbreitung der Ad hoc-Mitteilung veröffentlicht werden, gibt es keine Probleme. Deshalb braucht es keine zusätzlichen Regeln für Social Media. Wichtiger ist es, dass Unternehmen intern genau festlegen, wie ihre Mitarbeitenden und insbesondere die Führungskräfte über die Social Media-Kanäle kommunizieren.

Was lässt sich in den Investor Relations mit Social Media erreichen?
Sven Ruoss: 
Social Media ist ein zusätzlicher und nach wie vor aufstrebender Verbreitungskanal von Investor Relations-Informationen. Das gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass Social Media insbesondere für die jüngere Generation zum wichtigsten Informationskanal geworden. Unternehmen, die Social Media nicht oder ungenügend nutzen, werden es immer schwieriger haben, die jüngeren Menschen zu erreichen. Das ist wohl der ausschlaggebende Grund, weshalb immer mehr Unternehmen die Social Media-Kanäle mit erheblichen Ressourcen professionell einsetzen.

Eine Schlussbotschaft für unsere Leserinnen und Leser?
Sven Ruoss: 
Da die Bedeutung von Social Media weiterhin zunimmt und für die jüngere Generation bereits die wichtigste Informationsquelle darstellt, wird es künftig vermutlich einfach dazugehören, dass die Investor Relations auch auf den sozialen Kanälen stattfinden.

1982 ungelesene E-Mails, vier Facebook-Kommentare, drei Snapchat Nachrichten und eine Instagram Message. Mein iPhone nervt mich gerade mit seinen roten Hinweispunkten. Überall zeigt es mir an, dass ich mit meiner digitalen Kommunikation im Rückstand bin. Gefühlte 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche bin ich online. Wieso schaffe ich es trotzdem nicht, dass ich meine digitale Kommunikation im Griff habe?

Manchmal frage ich mich selbst, wie gesund mein Umgang mit Social Media ist. Man postet ein Bild auf Instagram und freut sich ab den vielen Likes. Ist bei einem Bild die Anzahl der Likes mal deutlich weniger als üblich, bin ich enttäuscht. Mit der Zeit habe ich sogar gelernt, welche Art von Bildern besonders viele Likes ergeben. Bei Likes von gewissen Personen freue ich mich besonders. Das Schlimmste für mich ist, wenn ich keine Likes erhalte. Ist das noch normal?

Noch schlimmer als keine Likes zu erhalten, ist für mich, wenn jemand aktiv unsere digitale Freundschaft auf einer Social-Media-Plattform beendet. Dies habe ich bisher zwei Mal erlebt bzw. zwei Mal tatsächlich realisiert, dass dem so war. Die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher. Und jedes Mal hat mich dies zumindest kurzfristig sehr beschäftigt. Vor einigen Jahren hat eine gute Freundin von mir unsere Facebook-Freundschaft beendet. Sie wollte mir auf diesem Weg zeigen, dass mein damaliges Verhalten nicht tolerierbar war. Realisiert habe ich ihre Tat erst einen Monat später. Und das tat weh. Ein anderes Mal hat ein uralter Primarschulkollege unsere Facebook-Freundschaft beendet. Wir waren nie eng befreundet, sondern einfach Schulkameraden. Ich habe diesen Typen sicherlich zehn bis 15 Jahre nicht mehr gesehen. Er hat vermutlich entschieden, dass mein Leben für ihn zu wenig Relevanz hat. Rational auch für mich nachvollziehbar. Doch trotzdem hat mich sein aktives Unfriend-Button-Klicken emotional beschäftigt. Unabhängig, wie nah mir eine Person ist, eine digitale Beendigung der Freundschaft tut weh. Bin ich deswegen krank?

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Der tagtägliche digitale Dauerbeschuss nervt mich. Hier eine Message, dort ein Like. Da eine digitale Freundschaft, dort keine WhatsApp-Antwort. Das Tempo der Kommunikation steigt. Und manchmal treibt mich diese Beschleunigung in den Wahnsinn. Zum Glück kommt nun die Sommerpause. Mein Ziel für die Sommerferien: Digital Detox. Ich mache eine digitale Diät oder besser gesagt einen kalten Entzug. Zumindest ein paar Tage werde ich komplett offline sein: Ohne Internet, ohne Smartphone und ohne Social-Media-Plattformen. Mach auch Du mit beim Digital Detox! Es wird uns allen gut tun.

Die komplette Kolumne gibt es in der aktuellen Werbewoche.

Mein Blog geht zusammen mit mir in die Sommerferien. Ich bin dann mal offline. Wie viele Tage, Stunden oder Minuten ich dann tatsächlich «offline» war, erzähle ich dann gerne nach den Sommerferien.

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Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Am Silvester macht man sich Vorsätze fürs neue Jahr. Und wie jedes Jahr merkt man spätestens dann, dass man die Neujahrsvorsätze vom letzten Jahr nicht eingehalten hat. So auch bei mir.

Ein einziger Neujahrsvorsatz für 2016 habe ich eingehalten: Mehr Sport. Der morgendliche Indigo-Besuch wurde zum Fixpunkt in meiner Agenda.

Trotz der verpasster Jahresziele blicke ich zufrieden aufs 2016. Einige meiner persönlichen/geschäftlichen Highlights sind folgende:

  • Erfolgreiche Durchführung meines neuen Fachs «Digital & Mobile Business» an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich auf der Bachelor-Stufe
  • Wiederum erfolgreiche Durchführung (meine 3. als Studienleiter und insgesamt 11. Durchführung) des Lehrgangs CAS Social Media Management an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich
    (nächste Durchführung startet im August 2017 –> jetzt anmelden)
  • Spannende Begegnungen bei Keynotes und Referaten über die digitale Transformation und Social Media (u.a. für AXPO, Swiss Online Marketing Messe, EDU ICT, OneGov, UPGREAT)
  • 2. Runde  der Studie «Digital Switzerland» (a.k.a. Digitale Dinos)
  • Verfassen mehrerer Fachbeiträge (u.a. bei Tagesspiegel CAUSA, Jahrbuch Marketing 2016, Buchbeitrag über digitale Transformation in der Immobilienbranche)
  • Statements zur digitalen Transformation und Social Media bei verschiedenen Publikationen (u.a. 20 Minuten, Blick, Handelszeitung)

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Damit meine Neujahrsvorsätze «verbindlicher» werden, anbei mein 17-Punkte-Plan (für 2017): 

  1. Mehr «Digital Detox»
  2. Weniger «FOMO»
  3. Mehr Genuss
  4. Mehr «Nein»
  5. Mehr Kampf für die digitale Bildung (Aus- und Weiterbildung) in der Schweiz
  6. Weniger «Aufregen»
  7. Mehr Ferien
  8. Mehr Lesen 
  9. Weniger «digitale Dinos»
  10. Mehr Digital Disruption
  11. Mehr neue Leute kennenlernen 
  12. Mehr kurze Auszeiten 
  13. Weniger Smartphone
  14. Mehr Fokus 
  15. Mehr Work 4.0
  16. Mehr Spass 
  17. Mehr Verbindlichkeit 

Happy New Year! Happy 2017! «En guetä Rutsch!»

Seit Donnerstag findet zum ersten Mal das «Digital Festival» in Zürich statt. Heute Nachmittag endet das «Digital Festival» mit der Ehrung der besten Hacker-Ideen am «Hack Zürich», an welchem über 500 Hacker aus der ganzen Welt während 40 Stunden an spannenden Fragestellungen von Unternehmen gearbeitet haben. Ich erlaube mir – obschon das «Digital Festival» noch läuft, bereits ein Fazit in 5 Punkten.

1. Krawatten-Quote tiefer als Hoodie-Quote

In den letzten Jahren wurden einige digitale Konferenzen lanciert. Als Teilnehmer wurden insbesondere die Anzugsträger mit Krawatten gesichtet. Die Niveau der Vorträge hat man entsprechend auf das digitale Know-how dieser Krawattenträger angepasst. Das «Digital Festival» war anders. Die Hoodie-Quote war deutlich höher als die Krawatten-Quote. Und entsprechend war das Niveau und die Stimmung komplett eine andere.

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2. Unkompliziertes Festival versus bocksteife Konferenz

Das «Digital Festival» lebt seinen Namen. Anstatt eine bocksteife Konferenz zu organisieren, veranstalteten die Organisatoren ein unkompliziertes Festival. Das Programm bestand aus spannenden Keynotes, interaktiven Labs, Sessions in der ganzen Stadt und HackZurich im Technopark. Fazit: Vielseitig. Am Donnerstagabend gab es auf der Terrasse vom Kaufleuten noch eine Grillparty. Fazit: Gemütlich. Beim «Digital Festival» wurde man nicht nur inspiriert und hat sich ausgetauscht, sondern man hatte auch noch Spass.

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3.  Unser Festival der digitalen Szene

An Konferenzen geht man häufig auch zum «Networken». Obschon ich beim «Digital Festival» überhaupt nicht genetworked habe, habe ich noch nie so viele neue, spannende Leute kennengelernt. Der Austausch funktionierte unkompliziert. Viele Personen kannte man zumindest über die digitalen Kanäle. Man duzte sich auf allen Ebenen. Ich habe während diesen vier Tagen kein einziges «Sie» gehört. Was mir aber ganz oft zu Ohren gekommen ist: «Das Digital Festival ist unser Anlass!»

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4. Sogar die Stadt hisst die Fahnen fürs «Digital Festival»

Sogar die Stadt Zürich wusste, dass mit dem «Digital Festival» endlich «Digital Switzerland» / «Digital Zürich 2025» erlebbar wird und hat in der Stadt die Fahnen dafür gehisst. Normalerweise muss ein Anlass zuerst zur Tradition werden wie das «Sächsilüüte» oder die «Street Parade». Darum war die Beflaggung durch die Stadt sicherlich mutig, aber richtig. Die Beflaggung zeigt auf, wie ernst die Stadt Zürich ihre digitale Ambition anstrebt.

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5. Der volle Saal am Samstag-Morgen um 09.00 Uhr

Jeder Konferenz-Experte hat wohl gewarnt: «Seid ihr verrückt, am Samstagmorgen Keynotes durchzuführen.». Diese Experten wurden eines besseren belehrt. Am Samstagmorgen um 09.00 Uhr war der Saal im Kaufleutensaal mit ca. 200 Teilnehmer überraschenderweise ziemlich voll. Diese Tatsache ist für mich ein sehr starkes Zeichen: Das «Digital Festival» war nicht nur eine bessere Alternative zum normalen «Arbeiten» am Donnerstag und Freitag, sondern man war auch gewillt, seine Freizeit zu «opfern». Wenn eine Konferenz dies erreicht, dann ist sie nicht nur gut, sondern sehr, sehr gut.

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Fazit: Mit dem «Digital Festival» ist «Digital Switzerland» endlich erlebbar geworden. Ein herzliches Kompliment an die vier Gründer Manuel Nappo, Schoscho Rufener, Jonathan Isenring und Rasmus Rothe und das ganze Team dahinter. Ihr sind geili Sieche! Ich freue mich jetzt schon auf das «Digital Festival 2017» – mit den spannendsten Keynotes, den innovativsten Sponsoren und den coolsten Teilnehmern. 

Alle Jahre wieder erscheint die neue Media Use Index Studie von Y&R Group Switzerland. Ich durfte bei der Präsentation diesen Dienstagabend dabei sein. Anbei fasse ich die 11 wichtigsten Erkenntnisse zusammen

Der MUI-Flyer 2016 kann kostenlos hier heruntergeladen werden.

1. Weiterhin Wachstum bei Internet per Smartphone und Tablet

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Quelle: Media Use Index 2016

2. Das Smartphone kommt überall mit – aufs Klo und ins Bett

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Quelle: Media Use Index 2016

3. Bei den Tablets sind die Digital Immigrants Spitzenreiter

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Quelle: Media Use Index 2016

4. Ad-Blocker auf dem Computer sind in der Schweiz weit verbreitet

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Quelle: Media Use Index 2016

5. Newsmedien werden immer seltener direkt anvisiert

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Quelle: Media Use Index 2016

6. WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter sind für Digital Natives in der Schweiz die wichtigsten Social Media Plattformen

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Quelle: Media Use Index 2016

7. 46% der Digital Natives nutzen Snapchat

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Quelle: Media Use Index 2016

8. Bei den 14- bis 19-Jährigen hat Snapchat Facebook überholt und Instagram eingeholt

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Quelle: Media Use Index 2016

9. Telefonieren gehört bei den Digital Natives NICHT zu 5 häufigsten Funktionen auf dem Smartphone

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Quelle: Media Use Index 2016

10. Bei Digital Natives hat das Streaming das klassische Live TV überholt

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Quelle: Media Use Index 2016

11. Kein Alkohol: OK – Kein Auto: OK – Kein Sex: OK – Kein Smartphone: Voll nicht OK

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Quelle: Media Use Index 2016

Vor ca. 3 Wochen hat ein ehemaliger Arbeitskollege, Philipp Meier, folgendes auf Facebook gepostet:

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Und da wurde mir bewusst: Seit Monaten bin ich ohne persönliche Visitenkarten. Und darauf bin ich auch stolz.

Ich habe mich entschieden, dass ich für die nächsten Jahre (vielleicht auch für immer) keine persönliche Visitenkarten benötige. Und dies aus drei Gründen: Erstens sehe ich als Digital Native den Mehrwert für Visitenkarten nicht. Zweitens hat mich die Medienbranche so erzogen, dass ich nicht für meinen Arbeitgeber unnötige Kosten wie beispielsweise für Visitenkarten verursache. Und Drittens: Keine analoge Visitenkarten zu besitzen ist auch ein bewusstes Statement von mir. Darum mein Entscheid: Ich lebe per sofort ohne Visitenkarten. 

Das Leben ohne eigene Visitenkarten ist ganz gut. Die einzige Herausforderung: Die Gesellschaft erwartet von mir, dass ich Visitenkarten habe. Bei Meetings mit externen Personen gab es schon etliche verdutzte Blicke, wenn ich den Personen sagte, dass ich Ihnen leider keine physische Visitenkarten geben könne, weil ich keine habe und keine will. Ich würde mich aber gerne mit Ihnen digital über XING oder Linkedin vernetzen.

In ihren Blicken konnte ich ihre Gedanken teilweise ablesen: «Der Arme bekommt keine eigenen Visitenkarten.» 

Was lernen wir daraus: Ob man auf analoge oder digitale Visitenkarten setzt, ist für die digitale Transformation irrelevant. Ob es in 10 Jahren noch analoge Visitenkarten gibt, ist für die Menschheit irrelevant. Die Tatsache, dass ich keine Visitenkarten mehr besitze, ist sogar mehr als irrelevant. Aber an diesem total irrelevanten Visitenkarten-Beispiel erkennt man die grösste Herausforderung der digitalen Transformation: CULTURE. 

 

Alle Jahre wieder findet im April die Swiss Online Marketing Messe in Zürich statt. Die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich ist mit dem Center for Digital Business natürlich auch wieder mit einem Stand vor Ort und führt kleine Digital Marketing Schulungen durch.

Zusammen mit sämtlichen Studienleitern des HWZ Centers for Digital Business werde ich vor Ort sein und jeweils um 15.00 Uhr ein kleines Referat zum Thema „Lernen von den Profis: Wie Teenager Social Media nutzen“ halten.

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Selbstverständlich sind die Folien auch wieder digital verfügbar;-)

Diese Woche bin ich über meine Social Media Kanäle mehrfach über die Top 10 der Ratschläge, wie man als Führungskraft um die Digitalisierung herumkommt. Die Hitparade der digitalen Ingnoranz hat Der Standard visualisiert und als Basis dient der Leadership Report 2016.

Leider war dieser Printscreen von schlechter Qualität. Deshalb habe mir erlaubt, diese wertvolle Hitparade zu kopieren.

 1. Haben Sie keine Ahnung von IT, und seien Sie stolz darauf.
Schliesslich gehören Sie ja nicht zu den Digital Natives und finden sich beruflich und privat auch ohne das elektronische Klimbin gut zurecht.

2. Delegieren Sie das Thema an den CIO.
Begreifen Sie Digitalisierung bloss nicht als integrale Querschnittsmaterie, die das ganze Unternehmen erfasst und verunsichert. Wozu haben Sie schliesslich eine eigene Abteilung, die sich darum kümmert?

3. Sehen Sie in Ihrem CIO weiterhin den Cheftechniker der Firma.
Erwarten Sie, von ihm möglichst wenig zu hören. Schliesslich ist IT entweder ein enormer Kostenfaktor oder Quell steten Ärgernisses, wenn wieder einmal etwas nicht funktioniert.

4. Marginalisieren Sie das Social-Media-Gedöns.
Überantworten Sie es ein paar jungen Praktikanten als Spielwiese, die mit den anderen Abteilungen möglichst wenig Berührungspunkte hat.

5. Lächeln Sie milde über die Versuche von Digitalunternehmen, in Ihre Branche vorzudringen.
Es hat Jahrzehnte gedauert, bis Ihre Firma die Stellung eingenommen hat, die sie jetzt innehat. Diesen Vorsprung holen ein paar Jungs aus dem Silicon Valley nicht über Nacht auf.

6. Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn Ihnen Big-Data-Analysen vorgelegt werden. Ihre persönliche Erfahrung zählt mehr und wird Sie auch in Zukunft nicht täuschen, da können die Daten ruhig in eine ganz andere Richtung zeigen.

7. Seien Sie Ihren Mitarbeitern gegenüber restriktiv in der Bereitstellung digitaler Ressourcen.
Die meisten Daten gehen Ihre Leute ohnehin nichts an. Und ausserdem sollten sie arbeiten und nicht mit Computern rumspielen.

8. Glorifizieren Sie die gute alte Zeit, als die Menschen noch miteinander gesprochen und nicht dauernd auf ihr Smartphone geschaut haben.
Erst kürzlich haben Sie eine Studie gelesen, dass Vinyl-Schallplatten wieder schick sind.

9. Tun Sie Roboter, AI-Systeme oder Machine-Learning als utopische Fiktion ab.
Dass Automatisierung einmal Menschen ersetzen wird, sagen Experten schon seit Jahrzenten voraus. Und seien wir mal ehrlich: Was davon wurde jemals wirklich Realität?

10. Seien Sie ganz gelassen und lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Digitalisierung ist nur einer dieser Hypes, die von Medien und sogenannten Gurus aufgeblasen werden. Nächstes Jahr wird eine andere Sau durch das Dorf getrieben. Ihr Unternehmen hat nichts zu befürchten.

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