Archive für Werbung

Immer wieder behaupten böse Zungen, Facebook sei tot. Das stetige Wachstum in Punkto Erlöse, Gewinn und Nutzerzahlen jedoch spricht eine deutlich andere Sprache, was auch die kürzlich präsentierten Zahlen für das 3. Quartal 2017 unterstreichen.

Facebook zählt im dritten Quartal 2017 beinahe 2.1 Milliarden monatlich und knapp 1.4 Milliarden täglich aktive Nutzer. Der Anteil der täglich aktiven Nutzer liegt konstant bei sehr hohen 66%. USA und Europa haben weltweit die aktivsten Nutzer. Über drei Viertel der Nutzer aus den USA und Europa sind täglich auf Facebook. Auch die zu Facebook gehörige Foto- und Videoplattform Instagram bereitet Freude. Im dritten Quartal verzeichnet Instagram zum ersten Mal über 500 Mio. tägliche Nutzer.

Facebook erzielte im dritten Quartal 2017 erstmals mehr als 10 Mrd. US-Dollar aus Werbung. Die Umsätze aus der Werbevermarktung stiegen um 47% gegenüber Vorjahr. Von diesen Umsätzen stammen bereits 88% aus mobiler Werbung. Die Mobile-Umsätze stiegen sogar überproportional um 56% gegenüber Vorjahr. Facebook investiert weiterhin kräftig in sein Wachstum. Die Kosten steigen auf Jahresbasis um 33%. Der grösste Kostenblock mit über 2 Mrd. Dollar-Kosten im 3. Quartal ist weiterhin Forschung und Entwicklung. Hier werden unter anderem Kosten für Data-Center und Traffic verbucht. Facebook zählte Ende September 2017 insgesamt über 23’000 Mitarbeitende, was einem Zuwachs gegenüber Vorjahr von 47% entspricht. Mit 5.122 Milliarden Dollar als operativer Erlös konnte auch der höchste Quartalsgewinn in der Geschichte von Facebook ausgewiesen werden. Die operative Marge (EBIT-Marge) konnte auf 50% zulegen. Pro Benutzer erzielte Facebook im vergangenen Quartal einen Umsatz von über 5 Dollar. Die Unterschiede in den einzelnen Regionen sind sehr gross. Am besten monetarisiert werden die Benutzer aus den USA und Kanada mit 21.20 Dollar. Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer in Europa liebt bei knapp 7 Dollar. Facebook erzielt mit einem Nutzer aus den USA und Kanada einen dreifachen Umsatz im Verhältnis zu einem europäischen Nutzer. Der Anteil in der Region Asia-Pazific ist mit 2.3 Dollar und im Rest der Welt mit 1.6 Dollar noch deutlich geringer.

Kurz und gut: Facebook präsentierte die stärksten Zahlen in der noch jungen Geschichte des blauen Riesen. Das Wachstum dürfte weitergehen. Insbesondere, wenn man die Produktpipeline anschaut. Facebook hat einen neuen Videodienst namens Watch als Konkurrenz zu Over-The-Top Videoangeboten wie YouTube, Netflix und Co. vorgestellt. Weiter startete das Unternehmen eine Kleinanzeige Plattform, in welcher Nutzer Dinge zum Verkauf anbieten und nach Artikeln suchen können, für die sie sich interessieren. Facebook bietet nun auch Visual Replys in Instagram Stories an. Mit Discover on Facebook wird die Orientierung und das Suchen nach Firmen und Diensten deutlich einfacher. WhatsApp geht mit Whatsapp Business einen ersten Schritt in die Monetarisierung über Paid Messages. Facebook bereitet einen Feldtest für Paywall auf Instant Articles vor. In den USA ist die neue Sektion «Movies» gestartet, mit welcher man in den Vertrieb von Kinotickets eindringt.

Die komplette Liste der neuen Produkte aus der Facebook-Familie würde den Rahmen dieser Seite deutlich sprengen. Die erwähnten Produkte jedoch sind ein deutliches Indiz dafür, dass wir 2018 neue Rekorde bei den Quartalszahlen sehen werden. Facebook lebt und die Facebook-Familie wird auch 2018 weiter wachsen.

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Werbewoche Kolumne «Facebook lebt»

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Der Countdown zum Börsengang von Snap läuft. Wird Snapchat das zweite Facebook oder das zweite Twitter? Es ist also höchste Zeit, mal ein paar Facts and Figures aus dem Börsenprospekt von Snap genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Börsenprospekt von Snap kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: http://content.netroadshow.com.edgesuite.net/cdn/nrsmedia/SNAP100u/static_content12/content/documents/SnapProspectus.pdf

1. Umsatz und Verlust

Snap konnte 2016 den Umsatz auf über 400 Mio. Dollar versiebenfachen gegenüber dem Vorjahr (2015: 59 Mio. Dollar). Im Jahr 2016 erwirtschaftete Snap einen Verlust von über 500 Mio. Dollar. 

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2. Tägliche Nutzer

Im 4. Quartal 2016 nutzten im Durchschnitt 158 Mio. User täglich Snapchat. Die Zunahme der User hat sich im Verlauf des letzten Jahres verlangsamt. Im letzten Quartal 2016 konnten lediglich 5 Mio. neue tägliche Nutzer gewonnen werden.

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3. Regionale Aufteilung der Nutzer

Der grösste Teil der Nutzer kommt aus Nordamerika. Dort nutzen 68 Mio. User pro Tag Snapchat. 52 Mio. der täglichen User kommen aus Europa und 39 Mio. der täglichen User stammen aus dem «Rest of World».

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4. Monetarisierung der User

Die Monetarisierung der User nimmt seit 2015 rasant zu. Im 4. Quartal 2016 konnte im Durchschnitt mit jedem User einen Ertrag von 1.05 Dollar erwirtschaftet werden.

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Der Vergleich mit Facebook: Der Average Revenue per User betrug bei Facebook im 4. Quartal 2016 weltweit 4.83 Dollar. 

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Quelle: Facebook Q4 2016 results

5. Regionale Aufteilung der Monetarisierung

Die Nutzer aus Nordamerika werden mit 2.15 Dollar (im 4. Quartal 2016) mit Abstand am besten monetarisiert. Der User aus Europa wurde im 4. Quartal 2016 lediglich mit 0.28 Dollar monetarisiert. Bei der Monetarisierung besteht grosses Wachstumgspotential.

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6. Produktentwicklung

Seit der Gründung von Snapchat 2011 wurden etliche Snapchat-Features wie Live Stories, Sponsored Lenses, Face Swap etc. lanciert.

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7. Medienkonsum

Snapchat profitiert vom wachsenden Mobile-Konsum. Der Mobile-Konsum wird weiterhin wachsen, während der prozentuale Anteil von TV rückläufig und von Desktop leicht rückläufig sind.

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8. Entwicklung des TV-Konsums

Die Entwicklung des TV-Konsums ist je nach Alterssegment unterschiedlich. Die junge US-Bevölkerung schautet 2016 deutlich weniger TV als noch 2010. Die deutlichste Abnahme ist bei den Teenagern festzustellen (-37%).

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9. Wachstumsfeld Mobile-Advertising

Snapchat profitiert vom wachsenden Mobile-Advertising-Markt, welcher sich gemäss IDC von 2016 auf 2020 verdreifachen wird.bildschirmfoto-2017-02-27-um-20-07-48

10. Snap-Sonnenbrille «Spectacles»

Im Herbst 2016 hat Snapchat sein Produkt für die Offline-Welt präsentiert: Spectacles. Mit dieser Snap-Sonnenbrille mit eingebauter Kamera können 10 Sekunden Snaps erstellt werden.

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Ich bin auch ein Kolumnist. Per sofort gibt es monatlich in der Werbewoche, dem Branchenmagazin für Marketing, Kommunikation und Medien, eine Kolumne von mir über digitale Themen.

Die erste Kolumne mit dem Titel «Liebe C-Levels, sucht euch einen 20-jährigen Mentor, welcher Snapchat versteht» gibt es bereits in der aktuellen Ausgabe der Werbewoche zu lesen.

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Das PDF der Kolumne zum Download gibt es hier: 2017-2_kolumne_werbewoche

Wie baue ich mich zur Marke auf? Wie funktioniert Personal Branding im Web 2.0? Diesen Fragestellungen gingen meine Studierende und ich im CAS Social Media Management an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich am Samstagvormittag nach.

Anhand des folgenden Modells versuchten wir das Thema anzugehen.

Personal Branding Modell

Personal Branding = Arbeit

Schnell mussten wir erkennen, dass Personal Branding viel Arbeit bedeutet. Die persönliche Darstellung muss optimal sein, darf aber nicht unrealitisch sein. Erwartungen und Ansprüche, welche man mit dem Personal Brand verbindet, müssen erfüllt werden. Die Inhalte dienen nicht nur der eigenen Werbung. Die definierte Zielgruppe muss klar erkennen, warum sie gerade dir folgen sollten und welchen Nutzen sie davon haben. Ein Personal Brand ist das erfolgreiche Endprodukt einer längerfristigen, konzeptionellen Arbeit mit einer professionellen Umsetzung.

Starke Personal Brands

Mit dem Business Model Canvas versuchten wir ein persönliches „Business Model YOU“ zu entwickeln. Wir versuchten, zu identifizieren, was starke Personal Brands ausmachen.

Starke Personal Brands

Identität

Was gibt es schlimmeres, als wenn du bei Google deinen Namen eingibst und laut Google existierst du nicht. Als ersten Schritt muss eine digitale Identität aufgebaut werden. Es gilt, bei Business Networks wie Linkedin und XING Präsenz zu markieren. Digitale Visitenkarten bei About.me oder Brandet.me runden den digitalen Auftritt ab.

Den zentralen Unterschied zwischen chancenreichen und chancenarmen Menschen macht im Jahr 2020 die Fähigkeit, sich in Netzwerken zu bewegen und zu positionieren. Erst dadurch wird man sichtbar, erhälte eine Identität und wird Teil der Gesellschaft. (Sven Gabor Janszky).

Inhalte

Die Menschen interessieren und suchen nach Inhalten und nicht nach dir. Deshalb ist es zentral, gewisse Themen zu besetzen. Beim Aufbau eines Personal Brands sollte man sich fragen: Für welches Thema möchte ich DER Experte sein? In verschiedensten Formen wie Blogbeiträge, Fachartikel, White Papers, Präsentationen, Podcasts, Videos, Tweets etc. können Inhalte produziert werden.

Beziehungen

It’s not about number of fans. it’s all about personal relationships. Wer gehört werden möchte, darf nicht als Einsiedler leben. Deshalb ist es wichtig, dass man sich in Communities, in denen man sich einbringen kann und von denen man profitiert, einbringt. Das Wissen soll mit anderen Menschen geteilt werden.

The new global currency isn’t mage of paper, it’s made or relationsships. Are you ready? (Rohit Bhargava)

Fazit

Die Wichtigkeit von Personal Branding wurde erkannt. Doch auf gewisse Sünden sollte man bei Personal Branding unbedingt verzichten.

Personal Branding

Präsentation

Einen Auszug der Präsentation findet man auf Slideshare.

Die Google Flugsuche ist gestern in der Schweiz gelandet. Unter google.ch/flights kann man beim Reisen von der künstlichen Intelligenz von Google profitieren. Wunschdestinationen können über eine Weltkarte bestimmt werden. Wer kein festes Reiseziel hat, kann seine Reisedestination über ein Budget festlegen. Der erste Eindruck von Google-Flights überzeugt.

Google selbst verkauft die Flüge nicht selbst, sondern leitet die Nutzer bei der Buchung an die Airline oder ans ermittelte Online-Reisebüro weiter. Google übernimmt die Rolle als Meta-Flugportal. Es stellt sich die Frage, wann Google in der Schweiz in weiteren Classified-Bereichen wie Jobs, Immobilien, Autos etc. als Metaportal startet.

google.ch/flights

Am 28. Januar 2015 veröffentlichte Facebook die neusten Quartalszahlen vom 4. Quartal 2014. Sowohl die aktuellen Nutzer- als auch die Umsatzzahlen lassen sich mehr als sehen. Die Werbeumsätze sind deutlich angestiegen. Insbesondere der Mobile-Bereich wächst markant. So hat Facebook im 4. Quartal 2014 stolze 69% des Werbeumsatzes über Mobile-Werbeprodukte erzielt. Vor einem Jahr lag der Mobile-Umsatzanteil noch bei 53%.

Facebook Revenue Advertising

Von solchen Zahlen kann man in der Schweiz nur träumen. Obschon die Mobile-Nutzung in der Schweiz auf sehr hohem Niveau ist, gewinnt der Mobile-Umsatz erst langsam an Fahrt. Die jährlichen Wachstumsraten sind zwar beeindruckend, die absoluten Zahlen sind aber immer noch überschaubar. Die Schere zwischen Mediennutzung und Werbefranken ist nirgends grösser als beim Mobile. Es ist an der Zeit, möglichst schnell von den Grossen wie Facebook und Google zu lernen.

Facebook 4. Quartal 2014

Quelle: http://investor.fb.com

Die NZZ plant und realisiert auf www.nzz.at ihr Österreich-Projekt. Verantwortlich für die sprachregionale Angebotsausweitung in Österreich ist Michael Fleischhacker, welcher zuvor bis Oktober 2012 Chefredakteur der Tageszeitung „Die Presse“ war. Da interessiert uns doch, was Herr Fleischhacker über die Zukunft des „Prinzips Zeitung“ denkt. Er hat zum Thema ein Buch mit dem Titel „Die Zeitung – Ein Nachruf“ geschrieben, welches im März 2014 im Brandstätter-Verlag erschienen ist. Die Lektüre kann ich nur wärmstens empfehlen. Anbei findet sich mit ein paar Zitaten aus dem Buch ein kleines Amuse-Bouche. 

Es wäre weltweit in keiner anderen Branche denkbar, dass ziemlich gut bezahlte Führungskräfte (zum Beispiel Ressortleiter grosser Zeitungen) über das Geschäftsmodell der eigenen Branche exakt nichts wissen.“

Auch wenn in vielen Redaktionen seit einiger Zeit Prozesse laufen, welche die Zusammenlegung von Print- und Onlineabteilungen zum Ziel haben, denken die Redaktionsverantwortlichen, wenn sie über die Zukunft nachdenken, nicht in erster Linie an das „Prinzip Zeitung“, also die Etablierung von professionellem Journalismus in den neuen digitalen Zusammenhängen, sondern sie denken an die Erhaltung des Printprodukts. 

Mit dem Rückzug der Werber aus den gedruckten Tagesmedien werden die Zeitungen wieder stärker von den Vertriebserlösen aus Abonnements und Einzelverkauf abhängig. Die Verkaufspreise sind während des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts massiv gestiegen und werden weiter steigen – und mit ihnen die Ansprüche der Leser, für ihr Geld mehr zu bekommen. Für die General-Interest-Tageszeitung ist das eine schlechte Nachricht: Der Versuch, für 14- bis 100-jährige Konsumenten und ihre unterschiedlichen Interessen in Wirtschaft, Politik, lokalen Nachrichten und Kultur ein einziges, immer dünner werdendes Produkt anzubieten, wird nicht erfolgreich sein.

„General interest“ ist nur noch für reichweitenorientierte Gratisangebote eine Option. Hier liegt die grösste Herausforderung für jene Online-Angebote traditionsreicher Printmarken, die sich für eine Werbefinanzierung auf der Basis grosser Reichweite entschieden haben, die nicht zuletzt durch den massiven Ausbau der Response-Möglichkeiten in den jeweiligen „Foren“ erreicht werden können. Abgesehen davon, dass Marken wie die „Die Zeit“, „Der Spiegel“ oder „Der Standard“ durch die tendenzielle Boulevardisierung ihrer Gratis-Online-Angebote in markentechnische Schwierigkeiten geraten werden: Nur mit Werbeerlösen wird es nicht möglich sein, die fusionierten Print-Online-Redaktionen zu finanzieren. Ohne Vertriebserlöse wird es Qualitätsjournalismus im Netz genauso wenig geben wie zu analogen Zeiten.

Wie man aber zugleich die dialogische Grundstruktur des Angebots erhalten und die Nutzung des Angebots auf zahlende Kunden einschränken kann, ist vollkommen offen. 

Es muss einem um den Journalismus im digitalen Zeitalter nicht bang sein, das „Prinzip Zeitung“ ist lebendig wie eh und je: Es bringt am laufenden Band neue Produkte in der digitalen Welt hervor. 

DieZeitung2

 

Bevor die Halbjahreszahlen 2014 von Tamedia analysiert werden, sollen anbei die letzten drei Halbjahreszahlen der Jahre 2011, 2012 und 2013 in Erinnerung gerufen werden.

Halbjahreszahlen 2011

Dank der Integration von Edipresse Suisse kann Tamedia einen markanten Umsatz- und Ergebnissprung aufweisen. Die EBIT-Marge liegt mit 16 Prozent im Zielband zwischen 15 und 20 Prozent. Der Umsatzanteil des Geschäftsfeldes Digital liegt bereits bei 11 Prozent. Die Digitalmedien beschäftigen über 480 Mitarbeitende. In diesem Bereich wurden 300 neue Stellen geschaffen. Tamedia stellt die Projekte 20Minuti und die Dealplattform Scoup (wurde in der Zwischenzeit wieder eingestellt) vor. Mitte Juli 2011 wird mit der iPad-App des Tages-Anzeigers ein erstes kostenpflichtiges Angebot lanciert.

Halbjahreszahlen Tamedia 2011

Quelle: http://www.tamedia.ch, Präsentation vom 31. August 2011

Halbjahreszahlen 2012

Der Umsatz und das Ergebnis sind im Vorjahresvergleich leicht rückläufig. Das konjunkturelle Umfeld hat sich 2012 eher verschlechtert. Die seit Herbst 20111 rückläufigen Werbeentwicklung setzt sich fort und führt zu einem Rückgang von 9.5 Prozent bei der Print-Werbung. Der Umsatzrückgang ist insbesondre beim Geschäftsfeld Print Regional erkennbar. Die EBITDA-Marge geht bei Print Regional auf 15 Prozent zurück. Das Geschäftsfeld Print National liefert mit einem EBIT-Anteil von 78% ein starkes Ergebnis. Das Geschäftsfeld Digital erzielt ein negatives EBIT von 11 Mio. CHF.

Halbjahreszahlen Tamedia 2012

Quelle: http://www.tamedia.ch, Präsentation vom 30. August 2012

Halbjahreszahlen 2013

Das Wachstum im Geschäftsfeld Digital kompensiert den strukturellen Rückgang im Print. Die seit Herbst 2011 rückläufige Werbeentwicklung setzt sich weiter fort. Der Bereich Digital zeigt einen Umsatz- und Ergebnissprung und erzielt bereits 15 Mio. CHF EBIT. Dies entspricht einem EBIT-Anteil von 23%. Das Wachstum im Bereich Digital geschieht vor allem dank Erstkonsolidierungen (Integration von jobs.ch, Vollkonsolidierung von Olmero/Renovero ab 1.4.2013). Jedoch auch ohne den neuen Plattformen wäre das Geschäftsfeld Digital gewachsen. Die Newssites 20 Minuten und Newsnet können den Umsatz bei der Mobilewerbung ggü. Vorjahr stark steigern (20 Minuten: +88%; Newsnet: +95%). Tamedia übernimmt Mehrheit an Starticket. 

Halbjahreszahlen Tamedia 2013

Quelle: http://www.tamedia.ch, Präsentation vom 22. August 2013

Halbjahreszahlen 2014

Was für Halbjahreszahlen. Dank Akquisitionen und Effizienzsteigerungsmassnahmen kann Tamedia eine Ergebnisverbesserung vorzeigen. Die EBIT-Marge steigt von 11.9% im Vorjahr auf 13.3%. Alle Geschäftsfelder weisen ein besseres Resultat als im Vorjahr auf. Man beachte: Anders als in den letzten drei Jahren präsentiert man den Überblick aller Geschäftsfelder mit einer Nachkommastelle. Dadurch wächst auch Print National von 30.9 auf 31.0 Mio. EBIT. Der strukturelle Rückgang der Printwerbung hat sich verlangsamt, aber sämtliche Printmärkte verlieren weiter an Werbeumsatz. Beim Tages-Anzeiger wurden bisher rund 7’400 digitale Abonnemente verkauft. Die Erwartungen sind damit übertroffen worden. Die Online-Umsätze und insbesondere die Mobile-Umsätze steigen bei 20 Minuten markant. Das Geschäftsfeld Digital wächst dank Akquisitionen und organischem Wachstum weiter mit konstant hoher EBITDA-Marge von 23.6%. Mit der Übernahme von 20.4% an Moneypark will man den Finance-Bereich von Tamedia stärken. Der Deal mit Swisscom um die Übernahme der PubliGroupt hat für Tamedia positive Effekte. Auf PubliGroupe-Aktien wurde im ersten Halbjahr 2014 ein Buchgewinn von rund 20 Mio. CHF erzielt.

Tamedia

Quelle: http://www.tamedia.ch, Präsentation vom 22. August 2014

 

Fazit

In den letzten vier Jahren ist bei Tamedia unglaublich viel passiert. Tamedia wurde mit der Integration von Edipresse Suisse ein nationales Unternehmen. Etliche Medien wie beispielsweise TeleZüri, Radio24, TeleBärn, Automobile Revue etc. wurden verkauft. Einige Projekte wie die Dealplattform Scoup oder Natura wurden lanciert und wieder eingestellt. Andere Unternehmen wie Jobs.ch oder Starticket wurden gekauft. Tamedia verwandelt sich langsam zum digitalen Medienunternehmen. Im ersten Halbjahr 2011 hat das Geschäftsfeld Digital noch eine bescheidene Million an EBIT erzielt. Im ersten Halbjahr 2014 sind es bereits 17.3 Mio. CHF. Der EBIT-Anteil des Geschäftsfeldes Digital stieg innerhalb von 3 Jahren von 1% auf 24%. Das Geschäftsfeld wuchs sowohl organisch als auch und insbesondere durch Zukäufe wie Jobs.ch. Die Cash Cows im Geschäftsfeld Digital sind auch im ersten Halbjahr 2014 nicht journalistische Produkte, sondern vor allem Classifieds wie Homegate und Jobs.ch. Die Zusammenführung der beiden Verzeichnisplattformen local.ch und search.ch unter einem Dach wird die Digitalumsätze bzw. -erträge im nächsten Jahr markant beeinflussen. Positiv überrascht das Geschäftsfeld Print National. Trotz Umsatzverlust von 14 Mio. CHF konnte das absolute EBIT leicht von 30.9 auf 31.0 Mio. CHF gesteigert werden.

Kurz und gut: Mit den Halbjahreszahlen 2014 zeigt Tamedia seine ganze Stärke. Print bleibt dank ausgeklügelten Effizienzmassnahmen unglaublich stabil, Digital wächst insbesondere durch kluge Akquisitionen. Ich kann nur sagen: WOW.

Tamedia

TRANSPARENZBOX: Der Autor dieses Artikels arbeitete in den Jahren 2012 bis 2014 als Projektleiter in der Unternehmensentwicklung der Tamedia AG. Sämtliche Informationen stammen aus öffentlich zugänglichen Publikationen auf www.tamedia.ch. Die Präsentation der Halbjahreszahlen 2014 steht seit Freitagmorgen, 22. August 2014, 06.30 Uhr zum Download auf www.tamedia.ch bereit.

Tamedia

Swisscom und Tamedia wollen Verzeichnisdienste gemeinsam weiterentwickeln. Tamedia besitzt 75% an Search.ch und wird nun die restlichen 25% von der Schweizerischen Post abkaufen. Swisscom besitzt die Hälfte von Local.ch und will die PubliGroupe kaufen und würde folglich 100% an Local.ch besitzen. Nach diesen Transaktionen werden Swisscom und Tamedia Local.ch und Search.ch in eine gemeinsame Tochtergesellschaft einbringen. Die Swisscom wird 69% an der gemeinsamen Tochtergesellschaft halten und das Unternehmen konsolidieren. Tamedia erhält die restlichen 31 Prozent. Das vereinbarte Beteiligungsverhältnis entspreche der Bewertung der beiden Unternehmen, erklärte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer gegenüber AWP. Geld fliesst also keines.

Machen wir ein kleine, falsche Vorher-Nachher-Matheübung. Gehen wir davon aus, dass Swisscom bereits im letzten Jahr 100% an Local.ch und Tamedia 100% an Search.ch besessen hätten.

Vorher:

Swisscom hätte 2013 mit Local.ch (100%) ein Betriebsergebnis (EBIT) von 51,7 Mio. CHF erzielt (Quelle: Geschäftsbericht 2013 PubliGroupe) Tamedia hätte 2013 mit Search.ch (100%) ein negatives EBITDA (nehmen wir -1 CHF an) erzielt (Quelle: Präsentation Jahreszahlen 2013 am 13. März 2014). Damit wir besser rechnen können, gehen wir von der falschen Annahme aus, dass EBITDA = EBIT ist.  D.h. Tamedia hätte ein negatives EBIT von -1 CHF mit Search.ch erzielt.

Nachher:

Nun überlegen wir uns, wie das Betriebsergebnis mit der neuen Tochtergesellschaft (Search.ch // Local.ch)  auf Basis der Ergebnisse 2013 aufgeteilt worden wäre: Die Tochtergesellschaft hätte ein EBIT von 51,7 Mio. CHF minus 1 CHF erzielt. Die Swisscom hätte 35,7 Mio. EBIT (69%) erhalten. Und die Tamedia hätte 16 Mio. CHF EBIT (31%) erhalten.

Anmerkung:

Die Rechenübung ist natürlich voller Fehler und basiert auf Vergangenheitswerten. Die Rechenübung berücksichtigt das zukünftige Potential, die Positionierung, die Businesspläne etc. nicht. Aus diesem Grund hüte ich mich davor, auszusprechen, für welche Partei der mögliche Deal besser erscheint. TRANSPARENZ-BOX: Von Januar 2012 bis Januar 2014 arbeitete der Autor dieses Blogposts als Projektleiter in der Unternehmensentwicklung von Tamedia. Er war in keiner Weise im Projekt rund um „PubliGroupe“ involviert. Bei sämtlichen Zahlen und Informationen im Blogpost handelt es sich um öffentlich zugängliche Informationen von Tamedia, Swisscom und PubliGroupe.

Was für ein Filetstück – Local.ch generierte 2013 einen Nettoumsatz von 200 Mio. CHF und erzielte ein Betriebsergebnis von 53 Mio. CHF

Search.ch

Search.ch – Quelle: Präsentation Jahreszahlen 2013, 13. März 2014

PubliGroupe

Local.ch – Quelle: Geschäftsbericht PubliGroupe 2013

 

Alle Monate wieder fiebert die Schweizer Online-Branche dem 6. Arbeitstag entgegen: Dann erscheinen die neuesten Net-Metrix-Zahlen. Im Mai liegen nun erstmals die Werte für tagesanzeiger.ch nach der Einführung der „Metered Paywall“ vor. Die Nutzung von weniger als 20 Artikeln pro Monat ist weiterhin kostenlos. Werden pro Monat mehr als 20 Beiträge gelesen, bietet der „Tages-Anzeiger“ fünf unterschiedliche Abonnements an. Der Tages-Anzeiger erreichte im ersten Monat mit Paywall 1,9 Millionen Unique Clients. Anders ausgedrückt: Auf das Webangebot von tagesanzeiger.ch wurde mit 1’893’000 verschiedenen Geräten (Smartphones, Tablets, PC) zugegriffen. Die Anzahl an Unique Clients  ist gegenüber den Vormonaten ohne „Metered Paywall“ relativ konstant. D.h. es greifen auch nach Einführung der Paywall noch gleich viele Geräte auf die Nachrichten von tagesanzeiger.ch zu. Anders sieht es jedoch bei der Anzahl Visits (Besuche) und den Page Impressions (Seitenaufrufe) aus. Im April zählte der tagesanzeiger.ch 16 Mio. Visits (Vormonat 20 Mio. Visits). Dies bedeutet ein Rückgang von 20%. Bei den Page Impressions fiel der Rückgang noch deutlicher aus. Tagesanzeiger.ch generierte im April 2014 insgesamt knapp 91 Mio. Page Impressions (Vormonat 143,5 Mio.) Dies bedeutet ein Rückgang von 37% bei den Page Impressions. 

Selbstverständlich variieren die monatlichen Werte auch je nach Newslage und dürfen nicht ohne Vorsicht miteinander verglichen werden. Der Monat April war bei den meisten Newsportalen schlechter als der Vormonat. Doch auch wenn man die Zahlen der Tagesanzeiger-Partnerseiten bernerzeitung.ch, baslerzeitung.ch und derbund.ch analysiert, muss folgendes festgestellt werden: Der Rückgang bei tagesanzeiger.ch nach Einführung der „Metered Paywall“ ist im Monat April 2014 massiv. 

Aus meiner persönlichen Sicht hat der Rückgang vermutlich folgende zwei Hauptgründe: 

  1. Wenn die Zahlungseinladung nach 20 gelesenen Beiträgen erscheint, verabschieden sich viele User vom tagesanzeiger.ch
  2. Der User hat immer die „böse Paywall“ im Hinterkopf und überlegt sich jeweils gut, ob er noch einen weiteren Artikel lesen will oder den Klick lieber auf später aufspart. Vermutlich hat der User auch Angst, Bildergalerien anzuschauen, da er nicht genau weiss, ob dies auch gezählt wird.

Es bleibt die Hoffnung, dass sich die Leser zukünftig noch besser ans Bezahlen von digitalen Inhalten gewöhnen und die digitalen Inhalte von tagesanzeiger.ch wieder intensiver nutzen.

TRANSPARENZ-BOX: Der Auto dieses Blogposts ist Unternehmensentwickler bei watson.ch und hat davor als Projektleiter in der Unternehmensentwicklung bei Tamedia gearbeitet. Der Autor ist gefühlt seit seiner Kindheit treuer Leser und grosser Fan vom Tages-Anzeiger. Dem Autor gefällt der neue Auftritt vom Tages-Anzeiger ausgezeichnet und er vertritt die Meinung, dass neue Geschäftsmodelle für digitale Inhalte ausprobiert werden müssen. 

tagesanzeiger.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

tagesanzeiger.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

Zahlungseinladung

Zahlungseinladung

bernerzeitung.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

bernerzeitung.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

baslerzeitung.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

baslerzeitung.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

derbund.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

derbund.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014