Archive für Axel Springer

Der deutsche Medienkonzern Axel Springer investiert weiter im Silicon Valley und beteiligt sich am Online-Magazin „OZY„, wie Axel Springer in einer Medienmitteilung schreibt.

„We are going to bring you the new and the next. Every day. OZY will deliver new people, places, trends, ideas and opinions“

Allgemein

Gegründet wurde das Medien-Startup Ozy Media von Carlos Watson, welcher zuvor Unternehmer und Fernsehjournalist bei CNN und MSNBC war. Das Portal ging im September 2013 an den Start und setzt auf Qualitätsjournalismus für die sogenannte „Change Generation“, welche aus gut ausgebildeten Personen besteht, die sich für die Veränderungen auf der Welt interessieren. Der Hauptsitz von Ozy Media ist in Mountain View.

Redaktionelles Konzept

Das Portal setzt nicht auf Quantität, sondern auf Qualität. Anstelle von unzähligen Kurznachrichten, welche von überall angeboten werden, werden bei Ozy Media weniger, dafür aber hochwertige Artikel produziert. Gemäss Ozy wird dem Leser das gegeben, was er wirklich will: We are going to bring you the new and the next. Every day. OZY will deliver new people, places, trends, ideas and opinions“. News sollen nicht drei Stunden oder drei Tage zuvor auf Ozy veröffentlicht werden, sondern Monate, bevor diese in der Mainstream-Press publiziert werden. Das Newsportal Ozy setzt stark auf Bilder. Die Frontseite besteht ausschliesslich aus grossen Bildern und viele Artikel beinhalten auch grosszügige Image-Walls bzw. Slideshows.

Kommerzielles Konzept

Das Unternehmen beschäftigt circa 15 Personen. Ozy Media ist es gelungen, dass verschiedenste Personen in das Unternehmen investierten: Larry Sonsini, Google’s Chief Legal Officer David Drummond, Chegg CEO Dan Rosensweig und SV Angel Ron Conway. Unter den Investoren befindet sich auch Lauren Powell Jobs, die Witwe des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs. Ozy Media hat über die Investoren insgesamt 5,3 Millionen Dollar Risikokapital erhalten. Zum Geschäftsmodell von Ozy Media findet man keine Angaben. Bisher ist Ozy werbefrei. Ob Ozy zukünftig Werbeprodukte anbietet, ist nicht bekannt. Auf der Homepage von Ozy findet man lediglich eine Mailadresse, an welche man sich für Werbung und Partnerschaften wenden kann.

Ozy Media

 

Ohne Worte ein paar Charts zum Anschauen über das dritte Quartal 2013 von Axel Springer. 

Übrigens: Beim „Beauty-Contest Folien“ würde Axel Springer sicherlich hinter Tamedia liegen;-)

AxelSpringer

AxelSpringer

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Quelle: http://www.axelspringer.de/dl/16392691/AS_9M_2013_Presentation.pdf

Funke Mediengruppe übernimmt Regionalzeitungen und Teile des Zeitschriftenportfolios von Axel Springer. Gemäss heutiger Pressemitteilung sollen zukünftig die Regionalzeitungen Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt, die Anzeigenblätter in Berlin und Hamburg sowie die fünf Programm- und zwei Frauenzeitschriften von Axel Springer (Hörzu, TV Digital, Funk Uhr, Bildwoche, TV Neu, Bild der Frau, Frau von heute) sowie die dazugehörigen Digitalmarken unter dem Dach der Funke Mediengruppe erscheinen und deren bestehendes Regionalzeitungs-, Anzeigenblatt- und Zeitschriftenportfolio ergänzen. Die Regionalzeitungsgruppen sowie die Programm- und Frauenzeitschriften trugen im Geschäftsjahr 2012 94,8 Mio. EUR zum EBITDA und 512,4 Mio. EUR zum Umsatz des Axel Springer-Konzerns bei. Im letzten Jahr haben die Bereiche „Zeitungen National“ mit 23% EBITDA-Marge und Zeitschriften National mit 21% EBITDA-Marge zumindest gleich hohe EBITDA-Margen wie der Bereich „Digitale Medien“ mit einer EBITDA-Marge von 21% erzielt. Der Kaufpreis beträgt 920 Mio. EUR.

Seit ich von diesem Verkauf gehört habe, kann ich mich nicht richtig entscheiden, was ich von diesem Verkauf halten soll. Ist das ein zukunftsgerichteter Geniestreich? Kann man nur mit Radikalität die Digitalisierung gewinnen? Oder ist der Verkauf ein vorzeitiges Aufgeben im Printjournalismus. Stellt der Printjournalismus nicht das Fundament dar, um die Digitalisierung vorantreiben zu können? Oder ist das lediglich eine Fokussierung im Printjournalismus?

Zukunftsgerichteter Geniestreich?

Axel Springer hat sicherlich die Vision, im digitalen Geschäft ganz vorne mitwirken zu können. Wie man in der Präsentation zur Hauptversammlung 2013 lesen kann, sind die Prioritäten für 2013 auf das Digitale fokussiert: Digitale Transformation, Digitale Abonnements, Unternehmenskultur. Von dieser Perspektive geht Axel Springer konsequent und mutig den Weg der Digitalisierung. Axel Springer agiert und wartet die Entwicklung nicht erst ab. Man darf gespannt sein, welchen digitalen Coup Axel Springer in den nächsten Monaten landet. Wer nicht an alten Dingen wie gedruckten Zeitungen klebt und mutig Neuland entdeckt, wird in Zukunft belohnt.

Vorzeitiges Aufgeben im Printjournalismus? Oder Fokussierung?

Glaubt Axel Springer nicht mehr daran, dass man mit (Print-)Journalismus in Zukunft Geld verdienen kann? Die Strategie von Axel Springer umfasst drei Schwerpunkte: „Marktführerschaft im deutschsprachigen Kerngeschäft, Internationalisierung und Digitalisierung. Von diesen hat die konsequente Digitalisierung die höchste Priorität.“ Wenn diese Strategie immer noch gelebt wird, heisst es, dass die verkauften Printtitel nicht (mehr) zum Kerngeschäft von Axel Springer zählen. Scheinbar hat der Verlag die Sieger der Konsolidierung ausgemacht und die verkauften Produkte gehören nicht dazu. Scheinbar fokussiert Axel Springer auf die grossen Player „Bild-“ und „Die Welt-Gruppe“ und wird damit den Printjournalismus sichern.

Fazit: Das Wort „Verleger“ brauchen wir nicht mehr, sonder eher „Content-Producer“

Es meiner Sicht wird es in Zukunft nicht mehr ums Verlegen, sondern um die Produktion von Content gehen. Eine Zeitung aus Papier wird dabei nichts anderes mehr als einer der vielen Vertriebskanäle für diesen Inhalt sein. Journalismus wird überleben. Jedoch müssen neue Geschäftsmodelle für Digital-Journalismus erfunden werden. Denn bisher gelang es lediglich wenigen Verlagen, mit Digital-Journalismus Geld zu verdienen. Die grössten EBITDA-Margen-Bringer sind auch bei Axel Springer immer noch Digital Classifieds (Rubrikenportale für Jobs, Immobilien, etc.), welche im ersten Quartal 2013 wiederum mit einer EBITDA-Marge von 41.1% insgesamt 40.9 Mio. EUR EBITDA generierten. Und Rubrikenportale haben meines Wissens wenig mit Journalismus zu tun.

Es bleibt spannend. Denn wer den Satz der Prioritäten zu Ende gelesen hat, weiss auch den Zweck der drei Prioritäten für 2013 von Axel Springer: Unsere Prioritäten für 2013… Digitale Transformation, Digitale Abonnements, Unternehmenskultur … zur Zukunftssicherung des Journalismus. 

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Quellen:

http://www.axelspringer.de/presse/FUNKE-MEDIENGRUPPE-uebernimmt-Regionalzeitungen-und-Teile-des-Zeitschriftenportfolios-von-Axel-Springer-Gruendung-von-Gemeinschaftsunternehmen-fuer-Anzeigenvermarktung-und-Vertrieb_18994020.html

http://www.axelspringer.de/publikationen/cw_publikation_de_17584010.html

http://www.axelspringer.de/dl/15913772/13-04-24_HV_Presentation.pdf

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/dem-springer-verlag-fehlen-ideen-und-visionen-a-913081.html#js-article-comments-box-pager

Ohne viel Worte empfehle ich heute das Employer Branding Video von Axel SpringerEs scheint, dass Axel Springer das führende digitale Medienunternehmen werden will.

Mathias Döpfner

Mathias Döpfner mit neuem Style

Mathias Döpfner isst eine Banane

Mathias Döpfner isst im Bett eine Banane

Am Montag 03. Juni 2013 publizierte der Zeitungsverband Wan-Infra die Entwicklungszahlen der Gesamtauflage der Zeitungen und der Werbeeinnahmen. Die Zahlen für Westeuropa beunruhigen sicherlich die einen oder anderen Medienmanager.

  • Entwicklung der Gesamtauflage Zeitungen in den letzten 5 Jahren: – 24.8%
  • Entwicklung der Inserateeinnahmen in den letzten 5 Jahren: – 23.3%

Während Printmedien mit sinkenden Auflagenzahlen und Werbeeinnahmen kämpfen, beschäftigen sich Digitalmedien mit Wachstumsphantasien. Scheinbar sucht Axel-Springer für sein Digitalprojekt „Axel Springer Ideas“ und weitere digitale Produkte ca. 150 neue Mitarbeitende.

Digitalheads! Es ist also höchste Zeit, mit dem digitalen Denken zu beginnen. Denn wer nicht digital denkt, ist raus! Oder wie war das bisher? Wer digital denkt, vernichtet Geld?

Gründerszene: Axel Springers digitale Kunststück

Gründerszene: Das Geld wird dem Geist folgen

NZZ: Asiens Presse wächst weiter

Wer nicht digital denkt, ist raus