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Die SBB setzt auf Influencer als Service Scouts. Rivella involviert bekannte Schweizer Influencer. Viele Unternehmen in der Schweiz experimentieren derzeit mit Influencer Marketing. Doch was wird genau unter Social Influencer verstanden? Im Folgenden wird mit fünf Antworten auf zentrale Fragen zu Influencer Marketing eingegangen.

Dem Instagram-Account «ilivanilli_» von Ilenia Toma folgen knapp 50’000 Personen. Ihre Fotos aus ihrem Leben erreichen häufig über 2’000 Likes auf Instagram. Unter http://www.ilivanilli.com bloggt sie über ihre Reisen und ihre Styles. Ihre Blogbeiträge und Instagram-Posts entstehen regelmässig in Kooperation mit Werbekunden wie Louis Vuitton, Nescafé oder Bucherer. Einen Teil ihres Lebensunterhalts verdient Ilenia Toma mit bezahlten Beiträgen. Sie ist ein Social Influencer.

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Wer oder was ist ein Social Influencer?

Ein Social Influencer ist eine Person, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in den sozialen Netzwerken für das Marketing interessant wird. Ein Social Influencer bringt folgende drei Charakteristika mit: Recommender, Social Media Heavy User und Reputation als Marktkenner. Influencer sind Personen, die positive, aber auch negative Markenempfehlungen in Social Media aussprechen. Influencer sind auf verschiedenen Social Media Plattformen präsent und nutzen Social Media mindestens täglich. Und: Social Influencer haben eine überdurchschnittlich hohe Reputation als Marktkenner. Sie kommunizieren die richtigen Inhalten in der richtigen Form über die richtigen Kanäle an die richtigen Zielgruppen.

Wie unterscheidet sich Influencer Marketing von anderen Marketingformen?

Der zentrale Unterschied zu anderen Marketingformen ist der Absender. Üblicherweise kommuniziert die Marke oder das Unternehmen selbst; beim Influencer Marketing ist der Absender ein Dritter. Die Inhalte werden von den Influencern selbst aufbereitet und verbreitet. Dadurch kommt es zu einem Kontrollverlust für das werbende Unternehmen.

Weshalb ist Influencer Marketing momentan in aller Munde?

Der Medienkonsum ist im Umbruch. Für Werbekunden wird es immer schwieriger gerade jüngere Zielgruppen über klassische Medienkanäle zu erreichen. Die klassische Werbung kämpft mit tiefen Glaubwürdigkeitswerten. Die digitalen Werbebotschaften sind in den letzten Jahren markant gewachsen. Und mit ihr auch die Nutzung von Adblocker. Die Konzentrationsfähigkeit der Nutzer hingegen nimmt ab. Da verwundert es wenig, dass Marketingexperten in den letzten Jahren mit neuen Werbeformen und Marketingstrategien wie «Content Marketing», «Product Placement», «Native Advertising», «Brand Content» und «Influencer Marketing» experimentieren. Influencer Marketing ist eine Disziplin mit deutlich höheren Glaubwürdigkeitswerten als klassische Werbung. Viele Menschen folgen bestimmen Influencern aufgrund der für sie relevanten Inhalte.

Ende April war Ilenia Toma zusammen mit weiteren Social Influencers im Bereich Fashion auf Italienreise. Unter dem Motto «We are Summer» produzierten sie verschiedenste Inhalte für Instagram, InstaStories, Snapchat, Blogposts und Co. für ihr kumuliertes Millionenpublikum. Bei näherer Betrachtung der Posts lässt sich erahnen, wer diese Reise finanziert hat. So finden sich auf den Posts dezent Hinweise auf Produkte und Dienstleistungen von verschiedenen Marken wie Zimmerli, Vespa, Cornercard, Clarins oder ifolor.

Mehr Infos: www.weloveweare.com oder @Weloveweare auf Instagram

Den vollständigen Artikel gibt es in der aktuellen Werbewoche oder unter folgendem Link: Ist Influencer Marketing der neue Heilige Gral oder nur ein kurzlebiger Hype?

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Die Vorteile der Digitalisierung lassen sich wie bereits geschrieben in drei Bereiche gruppieren. Sie können

  • die Kundenbindung erhöhen (externe Möglichkeit),
  • zu Effizienzsteigerungen führen (interne Möglichkeit)
  • und den Umsatz durch neue Produkte und Dienstleistungen steigern (externe Möglichkeit).

Der heutige Fokus liegt bei der Umsatzsteigerung durch neue Produkte. 

Ziele der digitalen Transformation

Die Digitalisierung ist ein Treiber von Innovation. Durch radikale Innovationen entstehen komplett neue Produkte und Dienstleistungen und durch inkrementelle Innovationen werden Produkte und Dienstleistungen weiterentwickelt und laufend verbessert. Dies führt zu Umsatzsteigerungen beim Unternehmen. Bei der Diskussion um das Produkt- und Dienstleistungsportfolio eines Unternehmens schwingt das auf der höheren Abstraktionsebene angesiedelte Thema der Geschäftsmodelle mit. Gemäss Osterwalder und Pigneur beinhaltet ein Geschäftsmodell Angaben zu Schlüsselpartnern, Schlüsselaktivitäten, Schlüsselressourcen, Wertangeboten, Kundenbeziehungen, Kanälen, Kundensegmenten, Kostenstruktur und Einnahmequellen. Die Digitalisierung ermöglicht eine Vielzahl neuartiger Geschäftsmodelle, die sowohl traditionelle Unternehmen als auch Start-ups verfolgen können. Wirtz & Becker unterscheiden in ihrem 4C-Net-Business-Modell die vier Basisgeschäftsmodelltypen „Content“, „Commerce“, „Context“ und „Connection“ in der digitalen Welt. Afuah und Tucci erweitern die Kategorisierung 2013 um „Coordination“. Diese fünf digitalen Geschäftsmodelle lassen sich wie folgt unterscheiden:

5C-Net Business Model (in Anlehnung an Strauss, 2013)

5C-Net Business Model
(in Anlehnung an Strauss, 2013)

Geschäftsmodell Content

Das Ziel im Geschäftsmodell Content ist die Sammlung, Auswahl, Systematisierung, Kompilierung und Bereitstellung von konsumentenorientierten, personalisierten Inhalten auf einer eigenen Plattform. Inhaltlich können sich diese Angebote zwischen Information, Entertainment, Infotainment und Education bewegen. Das Erlösmodell für die Inhalte basiert meistens auf indirekten Lösungen (Werbung) oder direkt über Bezahlmodelle. Auch Kombinationen zwischen direktem und indirektem Erlösmodell sind möglich. Beispielsweise hat der Tages-Anzeiger im April 2014 die sogenannte „Metered Paywall“ eingeführt. Pro Monat kann eine definierte Anzahl von Beiträgen kostenlos gelesen werden. Möchte der Nutzer jedoch weitere Artikel lesen, benötigt er ein digitales Abonnement. Dieses Erlösmodell basiert sowohl auf digitalen Abonnementerträgen als auch auf Werbeerträgen.

Geschäftsmodell Commerce

Innerhalb des Geschäftsmodells Commerce werden sämtliche Phasen eines Kaufabschlusses von der Anbahnung, über die Aushandlung bis zur Abwicklung der Geschäftstransaktion gesehen. Die konkreten Geschäftsmodelle werden E-Attraction, E-Bargaining/Negotiation, Service Broker, E-Transactions und E-Tailing genannt. Transaktionsabhängige, direkte und indirekte Erlösmodelle sind möglich. Als Beispiel bietet FashionFriends in den Bereichen Fashion, Mode, Schuhe, Accessoire, Lifestyle, Spielzeuge und Beauty über 1000 Marken und Sonderangebote mit bis zu 70 % Rabatt an.

Geschäftsmodell Context

Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells Context steht die Komplexitätsreduktion. Mit der Klassifizierung und Systematisierung von im Internet verfügbaren Informationen werden Orientierungshilfen zur Verfügung gestellt. Drei Ausprägungen werden als konkrete Geschäftsmodelle definiert: Suchmaschinen, Webkataloge und Bookmarking. Eine direkte Gebühr für die Inhaltsaufnahme oder Werbeerträge bilden mögliche Erlösmodelle. Als Schweizer Beispiel kann events.ch genannt werden, das einen umfassenden Veranstaltungskalender der Schweiz bietet.

Geschäftsmodell Connection

Das Geschäftsmodell Connection fokussiert auf die Schaffung von technologischen, kommerziellen und kommunikativen Verbindungen in Netzwerken. Konkrete Geschäftsmodelle sind Communitys wie xing.com, Mailing Services wie Gmail oder Inter-Connection, wie beispielsweise Internet Service Provider. Es sind sowohl direkte (Verbindungsgebühr) als auch indirekte Erlösmodelle (Werbung) möglich.

Geschäftsmodell Coordination

Geschäftsmodelle im Bereich „Coordination“ unterstützen Nutzer bei der Terminfindung, beim kooperativen Arbeiten im Team oder auch die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen. Dabei werden die drei konkreten Geschäftsmodelle „Scheduling“ „Teamwork“ und „Supportive Collaboration“ unterschieden. Beim Scheduling werden Angebote und Instrumente zur effizienten Terminabsprache angeboten. Teamwork beinhaltet sämtliche Arten von webbasierter Computerunterstützung beim kooperativen Arbeiten in Teams. Unter Supportive Collaboration werden im B2B-Bereich unternehmensübergreifende gemeinsame Forschungen, Entwicklungen, Produktionen und dergleichen verstanden. Als konkrete Beispiele können der 2007 gegründete Online-Terminplaner Doodle oder das in Kalifornien ansässige Start-up Evernote genannt werden, das Lösungen dafür anbietet, wie Einzelpersonen oder Teams Informationen sammeln, Notwendiges finden und zusammen an Projekten arbeiten können.

12-teilige Serie zum Thema “Digitale Transformation”

Dieser Artikel ist ein Teil einer 12-teiligen Serie zum Thema “Digitale Transformation”. Die weiteren Teile findet man unter folgenden Links.