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Drei Levels des digitalen WissensJeder spricht von „digitaler Transformation“. Doch was wird darunter eigentlich verstanden? Die beiden Begriffe „digital“ und „Transformation“ geben schon erste Indizien dafür, dass es sich um einen Wandel handeln muss, der durch die Digitalisierung in Unternehmen und Wirtschaft ausgelöst wird. Je nach Perspektive werden in der Definition des Begriffs verschiedene Schwerpunkte und Ziele dieser Entwicklung beschrieben. Einige Definitionen fokussieren stärker auf Technologien, andere auf Kundenerlebnisse, für einige ist es der Prozess des Wandels und andere rücken die Vernetzung der Silolösungen ins Zentrum.

Um die digitale Transformation im grösseren Kontext zu sehen, hilft das Modell der drei Levels des digitalen Wissens von Lankshear und Knobel. Das in untenstehender Abbildung dargestellte Modell besagt, dass in einem ersten Schritt die digitale Kompetenz aufgebaut werden muss, um mit den neuen Technologien umgehen zu können. Auf der zweiten Stufe steht die durchdachte und aufmerksame Nutzung und Anwendung der digitalen Tools. Erst auf der dritten und letzten Stufe folgt die digitale Transformation. Auf dieser Ebene wird die Digitalisierung kritisch reflektiert und die menschlichen und sozialen Auswirkungen der Digitalisierung werden verstanden. Lankshear und Knobel beschreiben das höchste Level des digitalen Wissens in folgenden Worten: The ultimate stage is that of digital transformation and is achieved when the digital usages which have been developed enable innovation and creativity and stimulate significant change within the professional or knowledge domain. This change could happen at the individual level or at that of the group or organization.

Drei Levels des digitalen Wissens

Die drei Levels des digitalen Wissens

Das MIT Center for Digital Business definiert digitale Transformation wie folgt: „We define Digital Transformation as the use of new digital technologies (social media, mobile, analytics or embedded devices) to enable major business improvements (such as enhancing customer experience, streamlining operations or creating new business models“. Mit dem Einsatz von Technik wird die Performance oder die Reichweite von Unternehmen und Organisationen markant erhöht. Statt lediglich neue Technologien zu implementieren, geht es bei digitaler Transformation vielmehr um die Transformierung und Weiterentwicklung der Unternehmensprozesse, des Kundenerlebnisses und der Geschäftsmodelle. Diese Definition ist kongruent mit den drei Themenfeldern der digitalen Transformation. In eine sehr ähnliche Richtung gehen die beiden Professoren Wade und Marchand mit ihrer Definition: Digital Business Transformation is Organziational Change through the use of Digital Technologies to materially Improve Performance“. Der Treiber des Wandels liegt für sie nicht im Politischen, Sozialen, Kulturellen oder Wirtschaftlichen, sondern in der Technologie, die sich jedoch fortlaufend verändern wird. Momentan verbinden sie folgende vier Technologien mit Digital Business Transformation: Analysetools und -anwendungen, Mobiletools und -anwendungen, Plattformen für das Teilen von digitalen Inhalten und Social Media. Bezüglich einer Verbesserung der Performance denken Wade und Marchand an die Bereiche „Umsatz“, „Effizienz“, „Wissensaustausch“, „organisationale Agilität“, „Customer Insights“ und „Customer Engagement“ (2014).

Das auf digitale Exzellenz spezialisierte Beratungsunternehmen Econsultancy definiert Digital Transformation wie folgt: „Digital Transformation is the journey from where a company is, to where it aspires to be digitally.“ Diese Definition sieht digitale Transformation als Prozess einer Reise, lässt jedoch offen, um was genau es sich beim Wandlungsprozess handelt.

KPMG definiert in der Studie „Digitale Transformation in der Schweiz“ vom Oktober 2014 digitale Transformation folgendermassen: Der Begriff Digitale Transformation steht für eine kontinuierliche Veränderung der Geschäftsmodelle, der Betriebsprozesse sowie der Kundeninteraktion im Zusammenhang mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien.“ Auch KPMG streicht die drei Veränderungsmöglichkeiten (Geschäftsmodelle, Unternehmensprozesse und Kundenerlebnis) hervor.

Unter Berücksichtigung der dargestellten Definitionen von Digital Transformation bzw. Digital Business Transformation definiere ich den Begriff wie folgt:

Meine Definition für digitale Transformation:

Unter der digitalen Transformation wird die Reise ins digitale Zeitalter verstanden. Dabei ist digitale Transformation das höchste Level des digitalen Wissens und baut auf der digitalen Kompetenz und der digitalen Nutzung auf. Digitale Transformation setzt digitale Informations- und Kommunikationstechnologien ein, um die Performance von Unternehmen und Organisationen zu erhöhen. Es geht bei der digitalen Transformation um Transformierung und Weiterentwicklung der Unternehmensprozesse, des Kundenerlebnisses und der Geschäftsmodelle.

12-teilige Serie zum Thema “Digitale Transformation”

Dieser Artikel ist ein Teil einer 12-teiligen Serie zum Thema “Digitale Transformation”. Die weiteren Teile findet man unter folgenden Links.