Archive für Digital Zurich 2025

Seit Donnerstag findet zum ersten Mal das «Digital Festival» in Zürich statt. Heute Nachmittag endet das «Digital Festival» mit der Ehrung der besten Hacker-Ideen am «Hack Zürich», an welchem über 500 Hacker aus der ganzen Welt während 40 Stunden an spannenden Fragestellungen von Unternehmen gearbeitet haben. Ich erlaube mir – obschon das «Digital Festival» noch läuft, bereits ein Fazit in 5 Punkten.

1. Krawatten-Quote tiefer als Hoodie-Quote

In den letzten Jahren wurden einige digitale Konferenzen lanciert. Als Teilnehmer wurden insbesondere die Anzugsträger mit Krawatten gesichtet. Die Niveau der Vorträge hat man entsprechend auf das digitale Know-how dieser Krawattenträger angepasst. Das «Digital Festival» war anders. Die Hoodie-Quote war deutlich höher als die Krawatten-Quote. Und entsprechend war das Niveau und die Stimmung komplett eine andere.

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2. Unkompliziertes Festival versus bocksteife Konferenz

Das «Digital Festival» lebt seinen Namen. Anstatt eine bocksteife Konferenz zu organisieren, veranstalteten die Organisatoren ein unkompliziertes Festival. Das Programm bestand aus spannenden Keynotes, interaktiven Labs, Sessions in der ganzen Stadt und HackZurich im Technopark. Fazit: Vielseitig. Am Donnerstagabend gab es auf der Terrasse vom Kaufleuten noch eine Grillparty. Fazit: Gemütlich. Beim «Digital Festival» wurde man nicht nur inspiriert und hat sich ausgetauscht, sondern man hatte auch noch Spass.

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3.  Unser Festival der digitalen Szene

An Konferenzen geht man häufig auch zum «Networken». Obschon ich beim «Digital Festival» überhaupt nicht genetworked habe, habe ich noch nie so viele neue, spannende Leute kennengelernt. Der Austausch funktionierte unkompliziert. Viele Personen kannte man zumindest über die digitalen Kanäle. Man duzte sich auf allen Ebenen. Ich habe während diesen vier Tagen kein einziges «Sie» gehört. Was mir aber ganz oft zu Ohren gekommen ist: «Das Digital Festival ist unser Anlass!»

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4. Sogar die Stadt hisst die Fahnen fürs «Digital Festival»

Sogar die Stadt Zürich wusste, dass mit dem «Digital Festival» endlich «Digital Switzerland» / «Digital Zürich 2025» erlebbar wird und hat in der Stadt die Fahnen dafür gehisst. Normalerweise muss ein Anlass zuerst zur Tradition werden wie das «Sächsilüüte» oder die «Street Parade». Darum war die Beflaggung durch die Stadt sicherlich mutig, aber richtig. Die Beflaggung zeigt auf, wie ernst die Stadt Zürich ihre digitale Ambition anstrebt.

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5. Der volle Saal am Samstag-Morgen um 09.00 Uhr

Jeder Konferenz-Experte hat wohl gewarnt: «Seid ihr verrückt, am Samstagmorgen Keynotes durchzuführen.». Diese Experten wurden eines besseren belehrt. Am Samstagmorgen um 09.00 Uhr war der Saal im Kaufleutensaal mit ca. 200 Teilnehmer überraschenderweise ziemlich voll. Diese Tatsache ist für mich ein sehr starkes Zeichen: Das «Digital Festival» war nicht nur eine bessere Alternative zum normalen «Arbeiten» am Donnerstag und Freitag, sondern man war auch gewillt, seine Freizeit zu «opfern». Wenn eine Konferenz dies erreicht, dann ist sie nicht nur gut, sondern sehr, sehr gut.

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Fazit: Mit dem «Digital Festival» ist «Digital Switzerland» endlich erlebbar geworden. Ein herzliches Kompliment an die vier Gründer Manuel Nappo, Schoscho Rufener, Jonathan Isenring und Rasmus Rothe und das ganze Team dahinter. Ihr sind geili Sieche! Ich freue mich jetzt schon auf das «Digital Festival 2017» – mit den spannendsten Keynotes, den innovativsten Sponsoren und den coolsten Teilnehmern. 

2025 werde ich 43 Jahre alt. Und 2015 werden wir Digital Natives die Mehrheit der aktiven Bevölkerung in der Schweiz darstellen. Ich freue mich auf den Moment, wenn wir gemäss einer Studie von PWC ab 2020 die Mehrheit von den Digital Converts übernehmen. Momentan befinden wir uns in dieser Transformationsphase vom „Alten Welt Paradigma“ hin zum „Neuen Welt Paradigma“. Die digitale Transformation wird bis 2020 gemäss meiner Studie (wird demnächst publiziert) für 73 Prozent der Schweizer Unternehmen zu einem kritischen Erfolgsfaktor. Momentan sind 56 Prozent der Schweizer Unternehmen als „digitale Dinosaurier“ unterwegs. Sämtliche Branchen stehen bezüglich digitaler Transformation vor immensen Herausforderungen. Da kommt die von Ringier-Chef Marc Walder angestossene Initiative „Digital Zurich 2025“ gerade richtig, welche den Grossraum Zürich zu einem industrieübergreifenden Cluster für digitale Wirtschaft von europäischer Bedeutung machen will. „Digital Zurich 2025“ hat sich Folgendes vorgenommen: Unterstützung der digitalen Transformation der Schweizer Unternehmen, Ausbildung von digitalen Talenten, Ansiedlung von Start-ups, Sicherstellen guter politischer Rahmenbedingungen. Das Ziel, „Europas Silicon Valley“ zu werden, ist sicherlich ambitioniert.

PWC

Quelle: PWC

Marc Walder ist es gelungen, ein hochkarätiges Komitee mit mehreren Konzernchefs und Politikern zu konstituieren. Mit dabei sind unter anderem folgende Persönlichkeiten: 

  • Marc Walder, Ringier, Jahrgang 1965
  • Sergio Ermotti, UBS, Jahrgang 1960
  • Harry Hohmeister, Swiss, Jahrgang 1964
  • Patrick Warnking, Google Schweiz, Jahrgang 1967
  • Urs Schaeppi, Swisscom, Jahrgang 1960
  • Andreas Meyer, SBB, Jahrgang 1961
  • Herbert Bolliger, Migros, Jahrgang 1953
  • Markus Hongler, Mobiliar, Jahrgang 1957
  • Detlef Trefzger, Kühne & Nagel, Jahrgang 1962
  • Ivo Furrer, Swiss Life Schweiz, Jahrgang 1957
  • Heinz Karrer, Economiesuisse, Jahrgang 1959
  • Corine Mauch, Stadt Zürich, Jahrgang 1960
  • Ernst Stocker, Stadt Zürich, Jahrgang 1955

2025 wird Herbert Bolliger 72 Jahre alt. Ernst Stocker feiert seinen 70. Geburtstag. Ivo Furrer und Markus Hogler werden 68 Jahre alt. Heinz Karrer feiert seinen 66. Geburtstag. Sergio Ermotti, Urs Schaeppi und Corine Mauch lassen sich gemeinsam mit 65 Jahren pensionieren. Andreas Meyer wird 64 Jahre alt. Detlef Trefzger feiert seinen 63. Geburtstag, Harry Hofmeister den 61. Geburtstag. Der Initiator der Initiative Marc Walder wird 60 Jahre alt. Der jüngste im Komitee, Patrick Warnking, feiert seinen 58. Geburtstag. 

Ich verstehe, dass ein solches Komitee aus möglichst vielen wichtigen Personen auf Stufe C-Level bestehen soll. Doch wo bleiben die Digital Natives, welche ab 2020 in der Mehrheit sind? Die digitale Transformation wird kein leichter Weg sein. Gefragt ist eine grosse Veränderung im Denken. Sie wird nicht von heute auf morgen stattfinden. Aus digitalen Dinosauriern müssen sich digitale Master entwickeln. Es wird an der Zukunft der Generation Internet gearbeitet. Auch an meiner Zukunft. Darum ist mein Appell an die Initiative „Digital Zurich 2015″klar: Junge, wilde Digital Natives müssen bei der digitalen Transformation zwingend involviert werden. Und so auch bei der Initiative „Digital Zurich 2025“. 

Digital Zürich 2025