Archive für Digitale Transformation

Wer nicht digital denkt, ist raus! (Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer)

Konferenzen zum Thema «Digital Transformation» schiessen wie Pilze aus dem Boden. Die Zeitungen produzieren Beilagen zum ebengenannten Thema. Der Grossraum Zürich lanciert die Initiative «Digital Zurich 2015» und möchte zur digitalen Hauptstadt Europas werden. «Digitale Transformation ist zum Buzzword geworden. Und wie verschiedene Studie zur digitalen Transformation (beispielsweise meine eigene unter http://www.digital-switzerland.ch) wird die digitale Transformation schon in wenigen Jahren für Unternehmen in der Schweiz erfolgskritisch. Es ist also höchste Zeit für Unternehmen, sich mit der digitalen Transformation auseinanderzusetzen. 

Und dieser Appell habe ich mir zu Herzen genommen und habe mich in den letzten Monaten auch akademisch mit der Thematik auseinandergesetzt. Dieses Basiswissen möchte ich in einer 12-teiligen Serie zur «Digitalen Transformation» mit euch teilen. Denn «Sharing is Caring». In den nächsten Tagen werde ich jeweils einen weiteren Teil freischalten. Ich freue mich auf Feedback.

12-teilige Serie zum Thema “Digitale Transformation”

Dieser Artikel ist ein Teil einer 12-teiligen Serie zum Thema “Digitale Transformation”. Die weiteren Teile findet man unter folgenden Links.

Internetfirmen

Welches dieser Unternehmen ist älter als 25 Jahre? Google, Amazon, Twitter, Uber, Buzzfeed, Facebook, WhatsApp, Kickstarter, Zalando, Airbnb, Skillshare, Wikipedia, LinkedIn, Skillshare oder Rovio? Die richtige Antwort lautet: keines. Die ältesten Unternehmen in dieser Aufstellung sind Amazon, das im Jahr 1994 gegründet wurde, und Google, das im September 1998 die Firmengründung in Kalifornien beantragte. In den letzten 20 Jahren sind etliche Firmen mit starker technologischer Orientierung auf den Markt gekommen. Google ist 2014 die zweitwertvollste Marke auf der Welt, knapp hinter Apple.

Viele dieser digitalen Unternehmen entwickelten sich in sehr kurzer Zeit zu wertvollen Firmen. So hat beispielsweise Facebook innert eines Jahres seinen Markenwert um 86 % auf 14 Mrd. US-Dollar gesteigert. Diesen digitalen Unternehmen gelingt es, sich den rasch ändernden Kundenbedürfnissen anzupassen. Der Kunde von heute erwartet, dass er seine Produkte und Dienstleistungen 24/7 kaufen kann, weiss teilweise mehr über einzelne Unternehmen als diese selbst, teilt persönliche Daten, wenn er dadurch einen Mehrwert erhält, und trifft mit seinem Wissen smarte Entscheidungen. Traditionelle Unternehmen müssen sich mit dieser digitalen Entwicklung erst noch anfreunden. Wie Comboeuf ausführt, braucht es dazu mehr Agilität und eine radikale Offenheit gegenüber neuen Geschäftsmodellen.

Traditionelle Unternehmen müssen sich den Veränderungen des Digitalzeitalters stellen. Denn Firmen werden gemäss Gartner zukünftig weniger «Business Process Workers» und mehr «Digital Business Jobs« brauchen. Bahnbrechende neue Geschäftsideen werden immer mehr auf Algorithmen basieren. Smarte Maschinen werden die Betriebskosten bis 2018 um 30 % senken. Dank E-Health-Technologien werden wir länger leben. Über mobile Endgeräte werden wir bis Ende 2016 für über 2 Milliarden US-Dollar einkaufen. Jeder zweite Franken im E-Commerce wird bis 2017 von Mobilgeräten generiert. Bis 2017 basieren 70 % aller erfolgreichen Geschäftsmodelle im Internet auf agilen Prozessen. Customer Experience bleibt zentral und circa 50 % der Investitionen in Consumer-Produkte fliessen bis 2017 in Innovationen in diesem Bereich. 20 % der Gebrauchsguthändler im Internet werden Waren mit 3D-Druck verkaufen. Bis 2016 wird es mehr Angebote geben, die auf Basis der Zeit und des Kundenstandorts erstellt werden. Diejenigen Händler, die Indoor Positioning und Targeted Messaging nutzen, werden 5 % mehr Umsatz bis 2020 generieren. Diese Top-10-Voraussagen vom Marktforscher Gartner für die IT-Branche sprechen eine deutliche Sprache. Mit der digitalen Transformation werden Strategie, Struktur und Kultur von Unternehmen massgeblich verändert. Es ist also höchste Zeit für Unternehmen, sich mit der digitalen Transformation auseinanderzusetzen.

Die digitale Transformation ist passé, wir sind in der digitalen Realität. (Bodgan Sutter von PwC, 2013)

Digital Zurich 2025. Die von Marc Walder, CEO von Ringier, lancierte Initiative möchte Zürich zur digitalen Hauptstadt Europas machen. Die Schweiz möchte eine Vorreiterrolle bei der digitalen Transformation spielen. Die Visionen sind da. Wir wissen – mehr oder weniger – wohin wir möchten oder müssen.

Doch wo steht die Schweiz heute? Welchen Stellenwert hat die digitale Transformation bei Unternehmen und Organisationen in der Schweiz? Wie werden die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation eingeschätzt und welchen digitalen Reifegrad besitzen die Unternehmen momentan in der Schweiz?

Digitale Dinosaurier

Im Rahmen meiner Masterarbeit ging ich den genannten Forschungsfragen etwas genauer nach. Da jedoch für die Schweiz nicht genügend Datenmaterial zur digitalen Transformation zur Verfügung stand, führte ich eine eigene empirische Studie quantitativer Art, mittels einer Onlinebefragung durch. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Es ist höchste Zeit, den Weg der digitalen Transformation zu starten.

Für eine Mehrheit der Unternehmen wird die digitale Transformation in den nächsten 2 Jahren erfolgskritisch

Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen und Organisationen in der Schweiz mangelt es gewaltig an digitalem Know-how. Dieses scheint nach wie vor sowohl auf Führungs- als auch auf Mitarbeiterstufe zu fehlen – obwohl 74 Prozent der befragten Unternehmen davon ausgehen, dass die Digitalisierung grosse bis sehr grosse Auswirkungen auf ihre Branche haben wird. Für eine Mehrheit von 52 Prozent der Schweizer Unternehmen wird die digitale Transformation bis 2017 sogar erfolgskritisch. In 2020 wird die digitale Transformation für 73 Prozent der Unternehmen ein erfolgskritischer Faktor sein.

Digitale Transformation Schweiz

56 Prozent der Unternehmen sind digitale Dinosaurier

56 Prozent der befragten Unternehmen weisen einen geringen digitalen Reifegrad auf und zählen zu den sogenannten digitalen Dinosauriern. 12 Prozent sind digitale Arbeiter. Diese haben sich auf die operationelle Exzellenz fokussiert und in diesem Bereich digitale Verbesserungen vorgenommen. 6 Prozent gehören zu den digitalen Konnektoren, bei denen die Fokussierung gerade umgekehrt ist. Diese optimieren laufend und unternehmensweit das digitale Kundenerlebnis. 26 Prozent der befragten Unternehmen dürfen sich stolz digitale Master nennen. Bei ihnen ist die digitale Transformation sowohl intern bei der operationellen Exzellenz, als auch extern beim digitalen Kundenerlebnis bereits weit fortgeschritten.

Digitale Dinosaurier

«Digital Security», «Mobile», »Big Data», «Social Media» und «Cloud Computing« als wegweisende Technologien

Als wegweisende Technologien erkennt die Studie «Digital Security» sowie die Bereiche «Mobile», «Big Data», «Social Media» und «Cloud Computing». Als wichtigste Beweggründe für Unternehmen, die digitale Transformation zu vollziehen, werden Produkt- und Dienstleistungserweiterungen, ein verbessertes Kundenerlebnis und die Steigerung der Produktivität aufgeführt.

Digitale Technologien

Mangelndes Know-how auf der Führungsetage und fehlende finanzielle Ressourcen

Die digitale Transformation fordert Schweizer Unternehmen hauptsächlich aufgrund von Einschränkungen im IT-System, fehlender finanzieller Ressourcen und mangelndem Know-how, insbesondere auf der Führungsetage. Die grössten Herausforderungen der digitalen Transformation komplettieren «Unklare Rollen und Verantwortlichkeiten»und «Fehlendes Know-how bei den Mitarbeitenden».

Herausforderungen der digitalen Transformation

Wir sind in der digitalen Realität angekommen

Die Ergebnisse der empirischen Studie zeigen den Handlungsbedarf deutlich auf: Mehr als die Hälfte der Unternehmen hat die Reise der digitalen Transformation noch vor sich. Und diese Reise müssen sie auf sich nehmen, sonst droht der Tod. Denn digitale Dinosaurier werden in den nächsten 10 Jahren aussterben. Die digitale Transformation macht vor keiner Branche halt – sowohl Banken als auch die öffentliche Verwaltung können durch einen sinnvollen Einsatz der digitalen Möglichkeiten, die Kundenbindung erhöhen und intern die Effizienz steigern. Veränderungskompetenz wird zum Schlüsselfaktor.

Digital Zurich 2025 – Digital Switzerland 2025

2025 werde ich 43 Jahre alt. Der Weg zu Digital Zurich 2025 oder Digital Switzerland 2025 ist weit. Ich hoffe, dass ich dann die Studie «Digital Switzerland 2025« vorstellen darf und aufzeigen kann, wie wir alle zusammen – vom C-Level-Manager bis zum jungen Digital Native – die neue digitale Welt erobert haben.

Ziele der digitalen Transformation

Mehr Informationen zur Studie

An der Befragung nahmen insgesamt 463 Personen teil. Davon 77 Prozent männlich und 23 Prozent weiblich. 62 Prozent der Befragten sind im Kader, 33 Prozent haben keine Kaderfunktion und 5 Prozent sind selbständig. Interessiert? Weitere Informationen zur «Digital Switzerland 2015» finden Sie unter bit.ly/CDBStudien. Die komplette Studie kann kostenlos per Mail bei angela.chatelain(at)fh-hwz.ch bestellt werden.

2025 werde ich 43 Jahre alt. Und 2015 werden wir Digital Natives die Mehrheit der aktiven Bevölkerung in der Schweiz darstellen. Ich freue mich auf den Moment, wenn wir gemäss einer Studie von PWC ab 2020 die Mehrheit von den Digital Converts übernehmen. Momentan befinden wir uns in dieser Transformationsphase vom „Alten Welt Paradigma“ hin zum „Neuen Welt Paradigma“. Die digitale Transformation wird bis 2020 gemäss meiner Studie (wird demnächst publiziert) für 73 Prozent der Schweizer Unternehmen zu einem kritischen Erfolgsfaktor. Momentan sind 56 Prozent der Schweizer Unternehmen als „digitale Dinosaurier“ unterwegs. Sämtliche Branchen stehen bezüglich digitaler Transformation vor immensen Herausforderungen. Da kommt die von Ringier-Chef Marc Walder angestossene Initiative „Digital Zurich 2025“ gerade richtig, welche den Grossraum Zürich zu einem industrieübergreifenden Cluster für digitale Wirtschaft von europäischer Bedeutung machen will. „Digital Zurich 2025“ hat sich Folgendes vorgenommen: Unterstützung der digitalen Transformation der Schweizer Unternehmen, Ausbildung von digitalen Talenten, Ansiedlung von Start-ups, Sicherstellen guter politischer Rahmenbedingungen. Das Ziel, „Europas Silicon Valley“ zu werden, ist sicherlich ambitioniert.

PWC

Quelle: PWC

Marc Walder ist es gelungen, ein hochkarätiges Komitee mit mehreren Konzernchefs und Politikern zu konstituieren. Mit dabei sind unter anderem folgende Persönlichkeiten: 

  • Marc Walder, Ringier, Jahrgang 1965
  • Sergio Ermotti, UBS, Jahrgang 1960
  • Harry Hohmeister, Swiss, Jahrgang 1964
  • Patrick Warnking, Google Schweiz, Jahrgang 1967
  • Urs Schaeppi, Swisscom, Jahrgang 1960
  • Andreas Meyer, SBB, Jahrgang 1961
  • Herbert Bolliger, Migros, Jahrgang 1953
  • Markus Hongler, Mobiliar, Jahrgang 1957
  • Detlef Trefzger, Kühne & Nagel, Jahrgang 1962
  • Ivo Furrer, Swiss Life Schweiz, Jahrgang 1957
  • Heinz Karrer, Economiesuisse, Jahrgang 1959
  • Corine Mauch, Stadt Zürich, Jahrgang 1960
  • Ernst Stocker, Stadt Zürich, Jahrgang 1955

2025 wird Herbert Bolliger 72 Jahre alt. Ernst Stocker feiert seinen 70. Geburtstag. Ivo Furrer und Markus Hogler werden 68 Jahre alt. Heinz Karrer feiert seinen 66. Geburtstag. Sergio Ermotti, Urs Schaeppi und Corine Mauch lassen sich gemeinsam mit 65 Jahren pensionieren. Andreas Meyer wird 64 Jahre alt. Detlef Trefzger feiert seinen 63. Geburtstag, Harry Hofmeister den 61. Geburtstag. Der Initiator der Initiative Marc Walder wird 60 Jahre alt. Der jüngste im Komitee, Patrick Warnking, feiert seinen 58. Geburtstag. 

Ich verstehe, dass ein solches Komitee aus möglichst vielen wichtigen Personen auf Stufe C-Level bestehen soll. Doch wo bleiben die Digital Natives, welche ab 2020 in der Mehrheit sind? Die digitale Transformation wird kein leichter Weg sein. Gefragt ist eine grosse Veränderung im Denken. Sie wird nicht von heute auf morgen stattfinden. Aus digitalen Dinosauriern müssen sich digitale Master entwickeln. Es wird an der Zukunft der Generation Internet gearbeitet. Auch an meiner Zukunft. Darum ist mein Appell an die Initiative „Digital Zurich 2015″klar: Junge, wilde Digital Natives müssen bei der digitalen Transformation zwingend involviert werden. Und so auch bei der Initiative „Digital Zurich 2025“. 

Digital Zürich 2025

Welchen Stellenwert hat die digitale Transformation bei Unternehmen und Organisationen in der Schweiz? Wie schätzen Unternehmen und Organisationen in der Schweiz die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation ein? Welchen digitalen Reifegrad besitzen die Unternehmen und Organisationen momentan in der Schweiz? Diesen drei genannten Forschungsfragen ging ich in meiner Masterarbeit nach. Dafür habe ich eine eigene empirische Studie quantitativer Art mittels einer Online-Befragung durchgeführt.

Die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich, dürfen aber an dieser Stelle noch nicht publiziert werden. Trotzdem erlaube ich mir zwei Sätze aus den Resultaten, welche eindrücklich aufzeigen:

DIGITAL KNOWLEDGE IS THE NEW OIL!

74% der Befragten sind der Meinung, dass die digitale Transformation in den nächsten fünf Jahren eine grosse Auswirkung auf die eigene Branche haben wird. 54% planen in den nächsten zwei Jahren, neue Mitarbeitende mit digitalem Know-how anzustellen. 

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Und denkt daran: Wer nicht digital denkt, ist raus! Darum besser heute als morgen für eine digitale Weiterbildung anmelden, beispielsweise am HWZ Center for Digital Business:

TRANSPARENZ-BOX: Ich bin nebenamtlicher Co-Studiengangsleiter im Masterstudiengang Digital Business an der HWZ und betreue den CAS Social Media Management.

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