Archive für Kuratieren

In den nächsten Tagen hat die Schweiz eine neue Newsapp namens „12-App“. Apple hat über das Wochenende grünes Lichts gegeben, so dass die App bereits heruntergeladen werden kann (–> der Link dazu). Die 12-App bringt täglich (Mo-So) die 12 relevantesten Artikel um 12 Uhr direkt auf das Smartphone. Die Artikel stammen aus verschiedenen Redaktionen des Verlags Tamedia (wie beispielsweise Tages-Anzeiger, Finanz und Wirtschaft, annabelle, Sonntagszeitung, 20 Minuten, 20 Minuten Friday, Der Bund, Berner Zeitung etc.). Ein eigenes 12-App-Team bestehend aus 2 Mitarbeitenden wählt die Storys des Tages aus und bereitet sie für das mobile Lesen speziell auf. Pro Monat können 12 Artikel kostenlos gelesen werden. Danach kann für 6 CHF im Monat ein Abonnement gelöst werden.

Ich durfte bereits eine Testversion der neuen App herunterladen. Was mir auf den ersten Blick gefällt: 

  • Kuratierung: Von Hand kuratiert, nicht von einer Maschine (–> ähnlich wie Niuws von Peter Hogenkamp)
  • Begrenzung: Klare Begrenzung auf 12 Geschichten pro Tag, klare Begrenzung auf 1 Ausgabe pro Tag
  • Mobile-Only: Klarer Fokus auf Mobile (–> Die Artikel können nicht auf dem Desktop angeschaut werden)
  • Freier Zugriff für bestehende Zeitungs-Abonnenten: Abonnenten von Tages-Anzeiger, Der Bund, Berner Zeitung, Langenthaler Zeitung, Thuner Tagblatt und Berner Oberländer haben kostenlosen Zugriff auf die „12-App“. Momentan diskriminiert werden die Abonnenten der Zürcher Landzeitungen (Der Landbote, Zürcher Unterländer etc.), welche für die neue App bezahlen müssen
  • Design: Nüchternes, aber sehr angenehmes Design
  • Einfacher Bezahlprozess: Der Bezahlprozress geschieht über In-App-Purchase von Apple, d.h. die Abrechnung geschieht direkt über den iTunes-Account. Dies erachte ich als sehr nutzerfreundlich

Da es sich bei dieser App um eine „Zweitverwertung“ handelt und mit knappsten Mittel kuratiert und produziert wird (2 Personen mit Teilzeitpensen), kann die App hoffentlich bald schwarze Zahlen schreiben. Bei geschätzten 200’000 und 300’000 CHF Kosten pro Jahr (ohne Investitionskosten) und mit der Annahme einer Abgabe von 30% der Abokosten an Apple benötigt die App zwischen 4’000 und 6’000 Abonnenten, welche dafür zahlen. 5’000 Abonnenten für Break-even sollten ein erreichbares, aber trotzdem sportliches Ziel darstellen.

Wie immer wünsche ich neuen Medienprodukten in der Schweiz viel Erfolg. Lieber Michael Marti und liebe Regula Marti, ich wünsche euch nur das Beste vom Besten für eure neue „12-App“.

Und die neue App kann bereits im Apple-Store heruntergeladen werden: https://itunes.apple.com/ch/app/12-app/id985919437?l=en&mt=8

12 App

Die neue „12-App“ aus dem Haus Tamedia

 

Transparenz-Box: Zwischen 2012 bis 2014 habe ich als Projektleiter in der Unternehmensentwicklung bei Tamedia gearbeitet. Ich war weder direkt noch indirekt in das Projekt „12-App“ involviert. Aktuell arbeite ich beim Medienunternehmen Ringier im Bereich Business Development.

12 App

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Ehemalige „20 Minuten„-Mitarbeitende scheinen innovativ zu sein. Hansi Voigt und Co. tauchen bald mit watson.ch auf. Bernhard Brechbühl, Ex-Mitglied der Chefredaktion von 20 Minuten, startet bereits diesen Montag, 07. Oktober 2014, um 14.00 Uhr mit dem neuen Newsportal „Storyfilter.com. Das Konzept orientiert sich an US-amerikanischen Vorbildern und fokussiert auf das „Kuratieren“. Inhalte von verschiedensten Quellen werden gebündelt und lesergerecht aufbereitet. Die Kuratoren von Storyfilter.com sehen sich als Goldwäscher, welche sich für uns in die Content-Flut stellen und für uns die Goldnuggets herausfiltern.

Als externe Kuratoren konnten u.a. folgende prominente Persönlichkeiten gefunden werden:

Storyfilter.com will uns spannende, unterhaltsame und inspirierende Content-Erlebnisse verschaffen, welche wir auf den sozialen Netzwerken weiterempfehlen und dort diskutieren. Bisher hält sich die soziale Fangemeinde in Grenzen: 2 Facebook-Likes und ganze 6 Follower auf Twitter (Stand 06. Oktober, 08.50 Uhr).

Die Finanzierung geschieht über sogenannten „Consumer Content“. Firmen können Storyfilter.com beauftragen, über ihr Angebot zu berichten. Aus meiner Sicht sicherlich ein spannender Ansatz, bei welchem sinnvoll mit der Herausforderung der Verschmelzung zwischen redaktionellem und kommerziellem Content umgegangen werden muss.

Fazit: Wir sind gespannt. Als Nischenplayer hat Storyfilter.com Potential. 

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