Archive für Mobile

Bei der Story-Aggregationsseite ViralNova macht meine HSG-BWL-Seele Luftsprünge. Das sozusagen Ein-Mann-Unternehmen erzielt pro Monat mehr als 100 Millionen Visits. Die Aufwand-Ertrag-Relation scheint exzellent zu sein. Mir würde es unglaublichen Spass bereiten, die EBITDA-Margen von ViralNova zu berechnen. Anbei eine kurze Vorstellung des erfolgreichen Start-ups.

Allgemein

Im Mai 2013 startete Scott DeLong die Seite viralnova.com, welche aus emotionalen Beiträgen in Form von Bildersammlungen besteht. Der virale Faktor spielt eine zentrale Rolle bei den Geschichten. Ziel des 31-Jährigen Gründers ist es, dass die Links zu den bebilderten Geschichten auf Social-Media-Plattformen geteilt werden. Die Facebook-Page von ViralNova hat über 960’000 Likes (Stand 20. Januar 2014). Die Beiträge sind im Stil von Buzzfeed und Upworthy. Die Seite zeigt eine unglaubliche Wachstumskurve auf. Zu Beginn im Mai 2013 war die Seite gemäss Alexa.com die 443’652 beliebteste Website auf der Welt und im Januar 2014 war sie bereits auf Rang 408 der grössten Plattformen weltweit. Im November und Dezember 2013 generierte die Seite laut dem Wirtschaftsportal „Business Insider“ mehr als 100 Millionen Visits.

Redaktionelles Konzept

Oliver Burkemann hat das redaktionelle Konzept gekonnt auf den Punkt gebracht: „A constant barrage of emotional highs is all that’s left. ViralNova versucht, die Viralität zu maximieren. Die Geschichten von ViralNova sind entweder herzzerreissend, umwerfend ober überwältigend. Aus diesem Grund werden sie von vielen Lesern auf verschiedenen Social-Media-Kanälen weiterverbreitet. ViralNova versteht sich gemäss Selbstbeschreibung nicht als Newsplattform oder als Quelle für detaillierte Informationen, sondern als Story-Aggregationsseite. Dadurch ist die Plattform auch nicht der Wahrheit verpflichtet und muss seine Geschichten entsprechend nicht überprüfen.

Kommerzielles Konzept

ViralNova ist ein Low-Budget-Projekt und beschäftigt neben dem Gründer Scott DeLong lediglich zwei Freelancer. Die Monetarisierung erfolgt über den Verkauf von Display-Werbung. DeLong nutzt dabei die Werbemöglichkeiten von Google’s Display Network (Google Adsense). Business Insider geht davon aus, dass das Portal beim Werbeverkauf pro Tausend Werbeeinblendungen circa 1 Dollar erhält und pro Page Impressions mit zwei Werbeplätze zu rechnen ist. Bei monatlich circa 200 Millionen Page Impressions kann ViralNova bei Vollauslastung circa 400 Millionen Ad Impressions verkaufen. Diese Berechnung ergäbe monatliche Einnahmen von 400’000 Dollar bzw. 4,8 Millionen Dollar jährlich. Mit einem direkten Werbeverkauf könnte ViralNova die Werbeeinnahmen markant erhöhen, da der TKP bzw. CPM beim Direktverkauf deutlich höher ausfallen würde als der heute erzielte Preis über Google Adsense.

ViralNova

Vorstellung weiterer mobiler Newsplattformen: 

Werbeanzeigen

Es gibt heutzutage nicht nur die „Mobile first“-Strategie, sondern auch die „Tablet first“-Strategie. Wie diese funktioniert, zeigt die neue Wirtschaftsplattform Quartz.

It’s become very, very clear to me that digital trumps print, and that pure digital, without any legacy costs, massively trumps print.“ (David G. Bradley, Besitzer von Atlantic Media) 

Allgemein

Im September 2012 startete die neue Wirtschaftsplattform „Quartz“ online. Das digitale Projekt produziert Nachrichten für die vernetzte globale Welt. Die Atlantic Media Company, welche unter anderem die Titel „National Journal“ oder „The Atlantic“ herausgibt, steht hinter dem jungen Unternehmen. Gemäss eigener Auflistung auf der Homepage beschäftigt Quartz über 30 Mitarbeitende, davon sind mehr als 20 Journalisten. Hauptsitz von Quartz ist in New York City. Gemäss eigenen Aussagen verfügt Quartz über Korrespondenten und Reporter in London, Paris, Indonesien, Los Angeles und Washington.

Redaktionelles Konzept

Quartz verfolgt eine „Tablet first“-Strategie. In erster Linie ist Quartz für die mobilen Endgeräte Smartphone und Tablets konzipiert. Gemäss Quartz begann das Design mit dem iPad im Kopf. Anschliessend wurde es vom Tablet auf das kleinere Endgeräte Smartphone modifiziert und erst am Schluss auf die Desktop mit der grossen Bildschirmfläche. Bei der Kategorisierung kommt Quartz von der Gruppierung nach Ressorts weg. Die Inhalte werden nach aktuellen Themen (genannt „obsessions“) wie beispielsweise „Sochi Olympics“, „Future of Finance“ oder „Mobile Web“ gegliedert. Folglich ändert sich mit der Newslage auch die Struktur der Seite.

Kommerzielles Konzept

Anders als die Wirtschaftsmedienmarken „The Economist“, „FT.com“ oder „WSJ.com“ will sich Quartz nicht hinter einer Paywall verstecken. David G. Bradley, der Besitzer von Atlantic Media, formuliert sein Glauben an die digitale Zukunft wie folgt: It’s become very, very clear to me that digital trumps print, and that pure digital, without any legacy costs, massively trumps print.“ Das Geschäftsmodell von Quartz basiert auf Werbegelder. Quartz geht davon aus, dass Erträge insbesondere aus Sponsoring und Events generiert werden können. Auf klassische Bannerwerbung wird verzichtet und stattdessen wird gesponserter Inhalt in den „Editorial-Stream“ eingebaut. Als Gründungspartner konnte Boeing, Cadillac, Chevron und Credit Suisse gefunden werden, welche die Startphase 2012 finanzierten. Teilweise werden gewisse Features von Sponsoren präsentiert. Beispielsweise wird das neue Feature „Quartz Annotations“ von Citi präsentiert. Quartz ist es gelungen, etablierte Werbepartner wie beispielsweise Adobe, Box, Harward Business School, KPMG, Morgan Stanley, Rolex oder Sony für sich zu gewinnen.

Beim Lesermarkt hat Quartz innert kürzester Zeit viele neue Leser gewonnen. Bereits im August 2013, zehn Monate nach dem Launch, erreichte Quartz über fünf Millionen Unique User. Damit wurden die optimistischsten Prognosen von den Gründern übertroffen. Der Newsletter „Quartz Daily Brief“ hat im Januar 2014 die 50’000 Abonnentenmarke geknackt. Der Newsletter erreicht eine äusserst spannende Zielgruppe aus Führungskräften, Investoren, Unternehmen und dergleichen. Laut Angaben von Quartz liegt die Öffnungsrate des Newsletters bei über 40%, was eine deutliche höhere Rate gegenüber dem Industriedurchschnitt darstellt.

Quartz

Vorstellung weiterer mobiler Newsportale:

 

Können 6-Sekunden-Videos auf Vine News sein? NowThis News versucht zu beweisen, dass auch harte News als Bewegtbild-Quickies über Social Media erzählt werden können.

We are definitely finding an appetite for hard news on Instagram.“ (Ed O’Keefe, Chefredaktor NowThis News)

Allgemein

NowThis News ist laut eigenen Aussagen ein Startup, welches kurze News-Videos produziert und verbreitet. Die Verbreitung erfolgt hauptsächlich über ihre mobile App und über verschiedene Social-Media-Kanäle. Auf Vine sind die Newsvideos lediglich sechs Sekunden lang, auf Instagram 15 Sekunden und auf der Website sind die Newsvideos zwischen 30 und 120 Sekunden lang. Pro Tag werden laut NowThis News über 50 Videos für die Plattformen Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter, Vine, YouTube, die Applications und für die mobile Seite produziert. Gegründet wurde das Unternehmen von Kenneth Lerer, Mitgründer von Huffington Post, und Eric Hippeau, ehemaliger Huffington Post CEO. Im November 2012 ging das Video-Nachrichtenportal mit iPhone und iPad Apps ans Netz.

Redaktionelles Konzept

Von den 37 Mitarbeitenden bei NowThis News produzieren 22 Videoinhalte. Dabei werden die Inhalte auf die einzelnen Plattformen massgeschneidert. Beispielsweise werden die Instagram-Videos mit 15-Sekunden-Länge nicht einfach auf die 6-Sekunden-Länge bei Vine gekürzt, sondern es wird ein originärer Ansatz verfolgt. Für jede Plattform wird jeweils der effizienteste Weg gesucht, um die Geschichte zu erzählen. Dabei werden auch immer mehr „Hard News“-Themen behandelt. Der Chefredaktor Ed O’Keefe bringt dies wie folgt auf den Punkt: We are definitely finding an appetite for hard news on Instagram.“

Kommerzielles Konzept

NowThis News finanziert sich bisher über stattliche Finanzierungsrunden in Millionenhöhe von Lerer Ventures, Bedrocket Media Ventures und Oak Investment Partners. Im Januar 2014 wurde bekannt, dass auch NBC Universal in den neuen mobilen Video-News-Service NowThis News investiert. Laut einem Bericht von New York Times beteiligt sich NBC mit einer 10% Minderheitsbeteiligung an NowThis News. Das Video-Nachrichtenportal erreicht laut einem Artikel von SRF über 40 Millionen Menschen. Diese Reichweite wird den Werbekunden verkauft. Die Werbung wird bei NowThis News unter die übrigen Inhalte gemischt. Selbstverständlich mit einer klaren Kennzeichnung für die Leser.

NowThis News

Vorstellung weiterer mobiler Newsportale:

Nach Buzzfeed, OZY Media und Circa wird heute Huffington Post vorgestellt.

Huffington Post stellt ein globales digitales Social-Content-Erlebnis dar! (Huffington Post) 

Allgemein

Die US-amerikanische Onlinezeitung „The Huffington Post“ gibt es bereits seit mehr als acht Jahren. Das Online Nachrichtenportal wurde von Arianne Huffington, Kenneth Lerer und Jonah Peretti gegründet und ist seit 2011 im Besitz von AOL. Die Huffington Post gilt in den USA als linksliberales Gegengewicht zu Medien wie „Fox News“. Die Huffington Post gibt es mittlerweile in neun Ländern: USA, Kanada, United Kingdom, Frankreich, Spanien, Italien, Japan, Maghred und Deutschland. Weltweit beschäftigt das Unternehmen laut eigenen Angaben circa 700 Mitarbeitende. Pro Monat verzeichnet die Plattform weltweit über 75 Millionen Unique Visitors. Am 10. Oktober 2013 startete die deutsche Ausgabe der Huffington Post unter dem Dach des Burda-Verlags. Als Kooperationspartner für Inhalte konnte Focus Online gefunden werden. Die Ziele von Huffington Post Deutschland sind ehrgeizig: Nach zwei Jahren soll der Break-even erreicht sein und in fünf Jahren soll das Newsportal zu den fünf grössten Nachrichtenangeboten in Deutschland zählen.

Redaktionelles Konzept

Das Layout und das Design sind von der amerikanischen Mutter übernommen worden. Optisch sieht das Nachrichtenportal wie eine Kombination aus Blog und klassischem Nachrichtenportal aus. Die Huffington Post schreibt einerseits eigene Artikel und Kommentare, andererseits verwendet sie auch viele Beiträge von unbezahlten freiwilligen Autoren (Gastbeiträge) gemäss eigener Aussage zu den Themen Politik, Wirtschaft, Entertainment, Lifestyle und Technik. Die Huffington Post will kein weiteres Nachrichtenportal sein, sondern eine Informations- und Diskussionsplattform. Deshalb legt sie grossen Wert auf die Interaktionsmöglichkeiten der Lesenden. Sie möchte laut Werbebroschüre „ein globales digitales Social-Content-Erlebnis“ darstellen. In der Startphase beschäftigt die deutsche „Huffington Post“ gemäss einem Interview mit Arianne Huffington lediglich 15 Journalisten. Daneben schreiben um die 60 Gastautoren für das Portal, darunter auch prominente Namen wie Boris Becker oder Uschi Glas.

Kommerzielles Konzept

Das Geschäftsmodell hinter Huffington Post basiert auf Werbeeinnahmen. Für die einzelnen Device-Typen wie Smartphone, Tablet und Desktop können die unterschiedlichsten Werbeformate von Banderole Ad über Flash Layer bis Wallpaper gebucht werden. Für Zusatzleistungen wie „Expanding Formate“ oder „Targeting“ wird ein Aufpreis für den Tausender-Kontakt-Preis (TKP) verrechnet. Es können die Umfelder „Politik, News und Wirtschaft“, „Entertainment“, „Lifestyle“ und „Technik“mit einem Aufpreis gegenüber Run-of-Site gebucht werden. Daneben kann auch das komplette Netzwerk der Tomorrow Focus Media GmbH (dazu zählen beispielsweise focus.de, fitforfun.de, xing.com etc.) als „Run-of-Network“ gebucht werden. Die Preise variieren je nach Werbeformat und Platzierung stark. Die teuersten Preise erzielen grossflächige Formate mit Billboard oder Interstitial mit TKP von 85 Euro für Run-of-Site. Günstiger sind die kleineren Formate wie Skyscraper mit einem Preis von 35 Euro (TKP Run-of-Site). Für Umfeldbuchungen wird ein Zuschlag von 5 Euro verlangt. Bei den Targetings wird pro Kriterium ein Aufschlag von 5 bis 7,50 Euro verrechnet. Das Pricing beurteilt der Autor des Blogs als hochpreisig. Die Bruttopreise sind deutlich über denjenigen der grossen Schweizer Nachrichtenportale. Es stellt sich die Frage, ob diese hohen Bruttopreise auch mit hohen Nettopreisen realisiert werden können.

Huffington Post Deutschland

Vorstellung weiterer mobiler Newsportale:

 

Mit Freude habe ich die Einladung von Sarah Genner angenommen, als Referent bei der Jahrestagung 2014 der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft meine Praktikerperspektive zu „Digital Natives & Hard News“ zu erläutern. Zusammen mit Konrad Weber (SRF), Lorenz König (NZZ), Olivia Kühni (Handelszeitung) und Philipp Wampfler (Kantonsschullehrer Kantonsschule Wettingen) durften wir die jungen Medienkonsumenten unter die Lupe nehmen.

Gemäss einer Studie von PWC (PWC Media & Entertainment Outlook) werden die „Digital Natives“ ab 2020 in der Mehrheit sein. Mit der Übernahme der Mehrheit durch die „Digital Converts“ 2013 wurde die Transformationsphase eingeläutet. In dieser Transformationsphase wird die DNA der Kunden fundamental geändert. Aus Businesssicht ist es daher zwingend, dass man sich mit der neuen Generation beschäftigt? Werden „Digital Natives“ noch ein Print-Zeitungsabonnement kaufen? Sind für „Digital Natives“ Medienmarken wichtig? Werden „Digital Natives“ je bereit sein, für Informationen zu zahlen? Über welche Kanäle informieren sich „Digital Natives“ über das Weltgeschehen? Welche Art von News wird von dieser neuen Generation nachgefragt? Wie muss das Geschäftsmodell angepasst werden, um mit der neuen Generation Geld zu verdienen? Wie gelingt es den klassischen Medienunternehmen, die „Digital Natives“ für sich zu gewinnen?

Bildschirmfoto 2014-04-14 um 21.06.19

Diese wichtigen Fragen habe ich selbstverständlich nicht beantwortet, sondern lediglich 6 Thesen über „Digital Natives & Hard News“ skizziert.

1. These: Mobile First

Smartphones sind die Schaltzentrale der Digital Natives. Nachrichten werden hauptsächlich über mobile Endgeräte gelesen.

2. These: Kurze Boulevardnews

Die Aufmerksamkeitsspanne der Digital Natives ist gering. Deshalb gilt für News: Je kürzer, desto besser.

3. These: Social Media als Anker

Die Bedeutung der klassischen Medienmarken nimmt für Digital Natives ab. Über Social Media werden Geschichten von unterschiedlichsten Medien konsumiert.

4. These: Verschmelzung Hard und Soft News

Hard News und Soft News verschmelzen miteinander. Digital Natives können damit umgehen.

5. These: Interaktionsmöglichkeiten

Digital Natives wollen mitreden und mitmachen – auch in den Medien.

6. These: Identität – Lokaler Bezug

Den Digital Natives ist Identität wichtig. Ein lokaler Bezug bei den News ist für die Digital Natives essentiell.

Anbei findet man die Slides meiner Präsentation: 

 

 

David G. Bradley, Besitzer von „Atlantic Media“:
“Nobody is ever going to say that they need you. The market never needs what you have until they decide they do.”

Verschiedenste neuartige journalistische Newsportale (beispielsweise Buzzfeed, Upworthy, NowThis News etc.) sind in letzter Zeit international lanciert worden und erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit bei den Nutzern. Bereits sind einige erfolgreiche Neulancierungen im deutschen Raum kopiert worden (Huffington Post Deutschland, Upcoming etc.). Der ehemalige Mitarbeiter von 20 Minuten, Bernhard Brechbühl, lancierte im Herbst 2013 Storyfilter.com, ein Portal mit kuratierten Nachrichten. Ringier startete am 12. Dezember 2013 unter blickamabend.ch seine Buzzfeed-Kopie. Auch 20 Minuten veröffentlicht seit Herbst 2013 Artikel mit Buzzfeed-Elementen (Listen, Gifs). Der ehemalige Chefredaktor von 20 Minuten Online, Hansi Voigt, brachte am 22. Januar 2014 Watson, das neue Schweizer Newsportal. Dazu heuerte er nicht weniger als 58 Personen an.

Der Mobile-Traffic steigt rasant. Immer mehr Menschen lesen News über ihre Smartphones. Vor einem Jahr griffen 3,2 Millionen Nutzer in der Schweiz über ein mobiles Endgerät auf das Internet zu. Das Nutzungsverhalten unterscheidet sich jedoch von dem des Desktopusers. Dabei lassen sich folgende Fragestellungen ableiten: Welche Bedürfnisse haben die Nutzer an mobile Newsplattformen? Auf welche Art und in welcher Form möchten User über ihre Smartphones News lesen? Wie kann der Traffic über mobile Endgeräte monetarisiert werden? Welche neuartigen Geschäftsmodelle für mobile Newsplattformen werden sich durchsetzen?

Im Rahmen des CAS Mobile Business an der HWZ habe ich eine Zertifikatsarbeit zum Thema „Erfolgsfaktoren von mobilen Newsplattformen“ verfasst. In den nächsten Wochen werde ich einzelne Abschnitte auf meinem Blog veröffentlichen. Am Sonntag, 30. März 2014, geht es mit einer ersten Ladung los.

Carlos Watson, Gründer von Ozy Media:
“I think most people would say, ‚No, we don’t need another news site.‘ But if you asked them, ‚Has there been a change, such that people are hungrier now to see more, be more and do more than before?‘ I think they’d tell you there has been.“

 

Erfolgsfaktoren von mobilen Newsplattformen

 

Gemäss dem Mobile-Report 2013 von NET-Metrix greifen bereits 3,2 Mio. Nutzer in der Schweiz über mobile Geräte aufs Internet zu. Davon nutzen 2,2 Mio. Nutzer täglich oder fast täglich das Internet über mobile Endgeräte. Ebenfalls der Internetzugriff über Tablets wächst rasant. Der Report besagt, dass fast 1 Mio. der Tablet-User über Tablet aufs Internet zugreifen. Das mobile Internet ist in der Schweiz angekommen. Die stark wachsende Verbreitung der mobilen Endgeräte und deren intensive Nutzung haben auch den Medienkonsum verändert. Immer mehr Menschen informieren sich über Smartphones und Tablets über das Weltgeschehen. Die Schweizer Medienmarken versuchen, den neuen Nutzungsgewohnheiten Rechnung zu tragen und haben in den letzten Jahren die Newsportale auf die neuen Bildschirmgrösse der mobilen Geräte optimiert und Applications entwickelt. So gibt es heutzutage von praktisch sämtlichen Medienprodukten entsprechende Applications auf dem Markt. Ein Blick auf die zertifizierten Monatsdaten von NET-Metrix-Audit und NET-Metrix Mobile belegt die Wichtigkeit des mobilen Kanals. Im Monat Dezember 2013 hat „20 Minuten“ (deutsche Version) insgesamt 58,8 Mio. Besuche auf ihrem digitalen Kanal registriert. Davon kamen 14,4 Mio. Visits über Desktop und 44,4 Mio. Visits über Mobile (Smartphone und Tablet). D.h. mehr als 75% aller Visits kamen über mobile Endgeräte. „20 Minuten“ weist – wie untenstehende Abbildung  zeigt – den höchsten prozentualen Anteil Visits über Mobile aus. Aber auch die im Newsnet zusammengefassten deutschsprachigen Newsportale „Basler Zeitung“, „Berner Zeitung“, „Der Bund“ und „Tages-Anzeiger kommen auf Werte zwischen 37% und 46%. Der „Blick“ als Boulevardblatt erreicht 41%. Die „Neue Zürcher Zeitung“ hingegen kommt mit ihrer seriösen Berichterstattung auf lediglich 23% mobilen Traffic (bzw. Visits).

Im Dezember 2013 kommen bei 20 Minuten 76% aller Visits über Mobile (Smartphone und Tablets)

Mobile Traffic

Ein Blick auf die absoluten Werte der Visits über mobile Endgeräte zeigt, dass „20 Minuten“ (deutschsprachige Version) im Vergleich mit den Deutschschweizer Tageszeitungen mit Abstand am meisten Mobile Visits erzielt. Im Dezember 2013 konnte „20 Minuten“ insgesamt 44,4 Mio. Visits zählen. Dies bedeutet ein Wachstum von 60%  gegenüber dem Vorjahr. An zweiter Stelle platziert sich der „Blick“ mit 23,1 Mio. Visits. Die untenstehende Abbildung visualisiert, dass die beiden grossen Boulevard-Titel „20 Minuten“ und „Blick“ deutlich am meisten von der wachsenden mobilen Internetnutzung profitieren kann. An dritter Position kann sich der „Tages-Anzeiger“ mit 6,5 Mio. Visits behaupten, aber mit bereits einem beachtlichen Abstand auf die grössten zwei Medienmarken. Die „Neue Zürcher Zeitung“ muss sich deutlich vom „Tages-Anzeiger“ mit 1,9 Mio. Mobile Visits geschlagen geben. Dahinter folgen „Basler Zeitung“, „Berner Zeitung“, „Der Bund“, „Neue Luzerner Zeitung“ und das „St. Galler Tagblatt“.

Insgesamt sind innerhalb eines Jahres bei diesen neun ausgewählten Deutschschweizer Newsportalen die mobilen Visits um 53% gestiegen. Insbesondere die Boulevard-Titel können stark wachsen. Bei „20 Minuten“ beträgt das Wachstum 60% und beim „Blick“ 49% gegenüber Vorjahr.

Mobile Traffic

In Anbetracht sowohl der jährlichen prozentualen Wachstumsrate als auch der absoluten Werte zeigt sich, dass insbesondere Boulevard-Titel stark über mobile Endgeräte gelesen werden. Die beiden Plattformen „20 Minuten“ und „Blick“ haben zusammen bei der gemachten Auswahl einen Marktanteil von 84% aller mobilen Visits. Es scheint, dass der Abstand der beiden grössten Player zu den restlichen Konkurrenten auch zukünftig noch zunehmen wird.

Die Grössenunterschiede der Anzahl an Mobile Visits zeigt deutlich auch die Entwicklung über die Gesamtzeit der erhobenen Zahlen. Im März 2012 erschien zum ersten Mal die Net-Metrix Mobile Publikation. Es zeigt sich, dass bereits im April 2012 „20 Minuten“, „Blick“ und „Tages-Anzeiger“ mit Abstand am meisten Mobile Visits generierten. Mit der höheren Wachstumsrate der Boulevard-Titel hat sich der absolute und relative Abstand weiter vergrössert.

Mobile Traffic
Und damit der Wachstum auch bei den kleineren Player visuell wahrgenommen werden kann, anbei noch untenstehende Abbildung mit den Medienmarken „NZZ“, Basler Zeitung“, „Berner Zeitung“, „Der Bund“, „Neue Luzerner Zeitung“ und „St. Galler Tagblatt“.
Mobile Traffic
Ähnliche Beiträge: 

watson ist seit Mittwochabend, 22. Januar 2014 21.00 Uhr, live. Unglaublich wie aktiv über diesen Launch getwittert wurde. Anbei meine persönlichen Top 13 Tweets zum Start von watson.

13. Platz

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2. Platz

1. Platz

Der Countdown läuft. Noch 8 Tage 01 Stunde 58 Minuten und 21 Sekunden bis am 12. Dezember 2013 Blick am Abend unter www.blickamabend.ch online geht. Das einfache Rezept dahinter lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Social & Mobile. Und wie zu erwarten, wird die neue digitale Newsplattform „buzzfeedig“, sprich mit Listicles und GIFs. 

Für die Werbekunden wird eine neue, moderne Werbeform angeboten, sogenannte Native Advertising. Ob www.blickamabend.ch wie Buzzfeed gänzlich auf klassische Display-Werbung verzichtet, ist nicht bekannt. Native Advertising ist momentan der neue Trend am Werbehimmel. So findet man seit einigen Wochen auch auf der mobilen Seite von 20Minuten sogenannte „Sponsored Content“.

Die Newsbranche ist in Bewegung. Der Countdown läuft. Es bleibt spannend. 

Countdown

Sponsored Content auf der mobilen Seite von 20 Minuten

Sponsored Content auf der mobilen Seite von 20 Minuten

Der neue CAS Mobile Business an der HWZ ist am 08. November 2013 gestartet. Als einer der ersten Tasks darf ein Thema für die Diplomarbeit gefunden werden. Und diesem Tasks habe ich mich an diesem Wochenende gewidmet.

Die Zutaten:

  • Ein nebliges Herbstwochende
  • 6 Stunden Zeit
  • Ein iPhone
  • Ein Computer mit Internetzugang
  • Think-Cell, Excel und Powerpoint
  • Net-Metrix-Mobile-Daten
  • Ein Ziel: Definition des Themas für die Diplomarbeit (sollte etwas mit „Mobile“ zu tun haben;-))

Das Vorgehen:

  • Man verbinde das Thema „Mobile“ und „News“.
  • Man füge ein paar Net-Metrix-Mobile-Daten hinzu.
  • Man schweift ab und es ensteht ein Amuse-Bouche, nachdem man mit den Net-Metrix-Mobile-Daten eine sauberes Excel zu den News-Plattformen in der Schweiz erstellt hat.

Und dieses kleine Amuse-Bouche möchte ich euch nicht vorenthalten. Seit März 2012 werden von Net-Metrix monatlich die mobilen Nutzungsdaten der teilnehmenden Angeboten erhoben und veröffentlicht. Aktuell nehmen über 90 Mobile-Sites und Apps bekannter Schweizer Anbieter daran teil. Mich interessiert, wie sich der Mobile-Traffic (über Smartphones und Tablets) der Schweizer Newsportale entwickelt. Deshalb berücksichtige ich anbei folgende 14 Newsplattformen in der Schweiz: 20 Minuten D-CH, 20 Minuten W-CH, 24heures, Basler Zeitung, Berner Zeitung, Blilck, Der Bund, Le Temps, Le Matin, Neue Luzerner Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, St. Galler Tagblatt, Tages-Anzeiger und Tribune de Genève.

Mobile Visits News-Plattformen Schweiz pro Monat

Prozentualer Anteil Visits pro Monat

Die Schlüsselerkenntnisse:

  • Die mobile Nutzung von News-Plattformen wächst deutlich an. So erzielten die ausgewählten Newsplattformen bei den Visits ein jährliches Wachstum (CAGR) um 93% und bei den Page Impressions sogar 138%
  • Die drei grössten Player sind 20 Minuten D-CH, Blick und 20 Minuten W-CH. Bezüglich Visits pro Monat hatte 20 Minuten D-CH im September 2013 innerhalb der ausgewählten 14 Newsplattformen ein Marktanteil von 44%. Innerhalb eines Jahres konnte 20 Minuten D-CH seinen Marktanteil von 42% um 2 Prozentpunkte erhöhen. Blick büsste innerhalb eines Jahres 2 Prozentpunkte ein und liegt im September 2013 bei 22%. Ebenfalls Marktanteil zulegen konnte 20 Minuten W-CH von 11% auf 13%. Bezüglich Page Impressions sieht das Bild ähnlich aus. Marktführer mit einem Marktanteil von 43% ist 20 Minuten D-CH hinter Blick mit 32%. 20 Minuten W-CH erzielt einen Marktanteil von 12%.
  • Die drei grössten Player (20 Minuten D-CH, Blick und 20 Minuten W-CH) verfügen zusammen über einen Marktanteil von 79% bezüglich Visits und sogar über einen Marktanteil von 87% bezüglich Page Impressions.
  • Blick erzielt mehr Page Impressions pro Visit als 20 Minuten. Dadurch kann Blick einen höheren Marktanteil bei den Page Impressions als bei den Visits ausweisen.
  • Die News-Plattformen generierten im September 2013 ingesamt 100 Mio. mobile Visits. Davon kamen 26% über Mobile-Sites, 48% über Phone-Apps, 7% über Tablet-Apps und 20% über Universal-Apps (Phone & Tablet).
  • Die News-Plattformen generierten im September 2013 insgesamt 1’290 Mio. mobile Page Impressions. Davon kamen 23% über Mobile-Sites, 40% über Phone-Apps, 11% über Tablet-Apps und 17% über Universal-Apps (Phone & Tablet). Der Kanal „Tablets“ konnte ggü. Vorjahr um 4 Prozentpunkte von 7% auf 11% zulegen. Tablets erzielte ein überdurchschnittlich hohes järhliches Wachstum von +328%

Mobile Page Impressions News-Plattformen Schweiz

Prozentualer Anteil Page Impressions pro Monat

Entwicklung Page Impressions über Kanäle

Prozentualer Anteil Page Impressions über Kanäle pro Monat

Das Thema meiner Diplomarbeit:

Der kleine Exkurs mit dem Amuse-Bouche war zwar ein Zeitfresser, aber trotzdem kristallisierte sich folgendes Thema für meine Diplomarbeit heraus:
Die Erfolgsfaktoren von mobilen News-Plattformen in der Schweiz“

Anmerkung: Es konnten lediglich die 14 Newsplattformen bei der Analyse berücksichtigt werden, welche bei Net-Metrix-Mobile teilnehmen. Daneben gibt es etliche weitere mobile Newsplattformen in der Schweiz (wie beispielsweise srf.ch), welche nicht berücksichtigt werden konnten. Die Ergebnisse müssen daher in diesem Kontext interpretiert werden.