Archive für Newsplattform

Nach Buzzfeed, Circa, Quartz, Ozy Media, ViralNova, NowThis News und Huffington Post wird heute zum Abschluss Upworthy vorgestellt. Basierend auf der Analyse der vorgestellten acht internationalen Newsplattformen sowie der Analyse der Mobile-Traffic-Entwicklung bei Schweizer Newsplattformen werde ich an dieser Stelle am Sonntag, 05. Mai 2013, exklusiv meine fünf Erfolgsfaktoren für mobile Newsplattformen vorstellen. Zuerst nun anbei die kurze Vorstellung von Upworty:

At best, things online are usually either awesome or meaningful, but everything on Upworthy.com has a little of both. Sensational and substantial. Entertaining and enlightening. Shocking and significant.“ (Upworthy)

Allgemein

Fastcompany bezeichnet Upworthy im Sommer 2013 als das am schnellsten wachsende Medienunternehmen aller Zeiten. Erst im März 2012 ist die Nachrichtenseite Upworthy gestartet. Das Unternehmen wurde von Eli Pariser und Peter Koechley gegründet. Gemäss einer öffentlichen Twitter-Liste „We Are Upworthy“ beschäftigt das Unternehmen momentan 58 Personen, davon vermutlich viele als Teilzeitbeschäftigte.

Redaktionelles Konzept

Upworthy möchte nicht nur unterhalten, sondern auch anspruchsvolle gesellschaftliche Themen behandeln. Upworthy berschreibt ihr Konzept wie folgt: At best, things online are usually either awesome or meaningful, but everything on Upworthy.com has a little of both. Sensational and substantial. Entertaining and enlightening. Shocking and significant.“ Die Moral spielt bei Upworthy eine grosse Rolle. Der Dienst hat sich linksliberal positioniert. Im Gegensatz zu Buzzfeed werden keine eigenen Inhalte erstellt, sondern es werden lediglich im Internet gefundene Videos, Infografiken und dergleichen kuratiert.

Kommerzielles Konzept

Upworthy setzt bei der Kommerzialisierung nicht auf Displaywerbung. Ein Pfeiler des Geschäftsmodells sind „Ads We Like“. Dabei bezahlt der Werbekunde, dass er einen werblichen Inhalt (Beitrag, Video etc.) auf Upworthy stellen darf. Upworthy evaluiert, ob der Inhalt die Upworthy-Kriterien erfüllt. Bei einer Bejahung wird der Inhalt von Upworthy mit der Community geteilt. Der Werbepartner wird jeweils deutlich gekennzeichnet. So findet man beispielsweise ein von Skype bezahlter Werbespot über die Trennung einer Familie aus Uganda. Eine andere Ertragsquelle ist bei Upworthy „Sponsored Sections“. Mit dem Werbepartner werden die Themen für eine „Sponsored Section“ definiert. Ein Kurator von Upworthy kuratiert anschliessend spannende Geschichten innerhalb der definierten Grenzen. Dabei wird der Werbekunde jeweils auf jeder Seite deutlich gekennzeichnet. So wird beispielsweise die Serie „All 7 Billion“ über globale Gesundheit und Armut von der Bill & Melinda Gates Foundation präsentiert, mit Artikeln wie „The Diversity Of Cancer: A Sobering Map That Shows What Forms Strike Where“. Eine weitere Geldquelle ist die Verknüpfung der Leser über Anmeldeboxen mit sozialen und anderen Organisationen.

Upworthy

Vorstellung weiterer mobiler Newsplattformen: 

Werbeanzeigen

David G. Bradley, Besitzer von „Atlantic Media“:
“Nobody is ever going to say that they need you. The market never needs what you have until they decide they do.”

Verschiedenste neuartige journalistische Newsportale (beispielsweise Buzzfeed, Upworthy, NowThis News etc.) sind in letzter Zeit international lanciert worden und erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit bei den Nutzern. Bereits sind einige erfolgreiche Neulancierungen im deutschen Raum kopiert worden (Huffington Post Deutschland, Upcoming etc.). Der ehemalige Mitarbeiter von 20 Minuten, Bernhard Brechbühl, lancierte im Herbst 2013 Storyfilter.com, ein Portal mit kuratierten Nachrichten. Ringier startete am 12. Dezember 2013 unter blickamabend.ch seine Buzzfeed-Kopie. Auch 20 Minuten veröffentlicht seit Herbst 2013 Artikel mit Buzzfeed-Elementen (Listen, Gifs). Der ehemalige Chefredaktor von 20 Minuten Online, Hansi Voigt, brachte am 22. Januar 2014 Watson, das neue Schweizer Newsportal. Dazu heuerte er nicht weniger als 58 Personen an.

Der Mobile-Traffic steigt rasant. Immer mehr Menschen lesen News über ihre Smartphones. Vor einem Jahr griffen 3,2 Millionen Nutzer in der Schweiz über ein mobiles Endgerät auf das Internet zu. Das Nutzungsverhalten unterscheidet sich jedoch von dem des Desktopusers. Dabei lassen sich folgende Fragestellungen ableiten: Welche Bedürfnisse haben die Nutzer an mobile Newsplattformen? Auf welche Art und in welcher Form möchten User über ihre Smartphones News lesen? Wie kann der Traffic über mobile Endgeräte monetarisiert werden? Welche neuartigen Geschäftsmodelle für mobile Newsplattformen werden sich durchsetzen?

Im Rahmen des CAS Mobile Business an der HWZ habe ich eine Zertifikatsarbeit zum Thema „Erfolgsfaktoren von mobilen Newsplattformen“ verfasst. In den nächsten Wochen werde ich einzelne Abschnitte auf meinem Blog veröffentlichen. Am Sonntag, 30. März 2014, geht es mit einer ersten Ladung los.

Carlos Watson, Gründer von Ozy Media:
“I think most people would say, ‚No, we don’t need another news site.‘ But if you asked them, ‚Has there been a change, such that people are hungrier now to see more, be more and do more than before?‘ I think they’d tell you there has been.“

 

Erfolgsfaktoren von mobilen Newsplattformen

 

watson hat heute Abend seinen LIVE-Betrieb aufgenommen. Nach monatelangen Vorarbeiten präsentieren die Watsons das neue Newsportal. Anbei acht persönliche Antworten auf acht Fragen, welche mir immer wieder gestellt werden.

1. Was ist watson überhaupt?

watson ist das neue und frische Newsportal für die Schweiz. Es handelt sich um ein reines Internetangebot, dass sowohl am Computer als auch mobile über den Browser des Smartphones genutzt werden kann (eine eigene App folgt in wenigen Tagen). An sieben Tagen die Woche rund um die Uhr findest Du auf watson jederzeit aktuelle Informationen. Aktualität, Originalität, Eigenleistung und Transparenz sind für die Watsons das Mass aller Inhalte.

2. Wer wen ist das Newsportal watson gemacht?

Bei watson findet man sowohl rasche Informationsbrocken als auch Hintergründe zum aktuellen Geschehen. Kurzum: Bei watson erfährt man, wo der Frosch die Locken hat.

3. Welche Inhalt findet man auf watson konkret?

Neben Top-News gibt es natürlich viele Interviews, Reportagen und fundierte Berichte. Immer mal wieder findet man auch sogenannte Snowfalls. Das sind aufwändige Hintergrundberichte mit Infografiken, Videos, Bildern und interaktiven Elementen. Daneben findet man auch lustige animierte Gifs. Obendrein gibt es unterhaltsame, unverblümte und knackige Beiträge von prominenten Bloggern.

4. Ist watson perfekt?

Nein. watson steckt noch in den Kinderschuhen (watson Beta). Die Watsons machen täglich sehr viele Fehler. Wir versuchen jedoch, täglich uns zu verbessern. Gib uns Feedback, was wir besser machen können. Wir setzen alles daran, immer besser zu werden. Deshalb: Sei nachsichtig mit uns, wir sind noch sehr jung.

5. Hat es im Newsmarkt Platz für watson?

Ja. Aber watson steht ein schwerer Kampf gegen viele Goliaths bevor, welche alle einen ausgezeichneten Job erledigen. Es wird unglaublich schwierig, unsere Ziele zu erreichen. Aber wir versuchen es wenigstens. Und wer weiss, mit einer Unterstützung könnte es klappen.

6. Was kann ich tun, um watson zu fördern?

Wir brauchen deine Steilpässe. Du kannst uns jederzeit über das Input-Formular Links, Bilder oder Infos zuschicken. Vielleicht gibst du den Ausschlag für die nächste grosse Top-Story. Natürlich kannst du auch kommentieren und Bilder posten. Wenn du interessante Artikel auf watson findest, freuen wir uns, wenn du ihn über Social Media mit deinen Freunden teilst. Am besten likest du unsere Social Media Kanäle:

Wir brauchen deine Unterstützung.

7. Wieso machst du eigentlich so viel Werbung für watson?

Weil auch ich das watson-Abenteuer wage und per 01.02.2014 als Leiter Unternehmensentwicklung bei watson starte.

8. Wo finde ich mehr Informationen zu watson?

Weitere Informationen zu watson findet man unter www.watson.ch/corporate und www.watson.ch/sales. Ich freue mich auf deinen Besuch auf www.watson.ch

www.watson.ch

Der Online-Auftritt von blickamabend.ch ist seit Donnerstag, 12. Dezember 2013, „on air“. Anbei meine 5 Erkenntnisse nach einem ersten Herumstöbern auf dem neuen Newsportal von Ringier – selbstverständlich in Listenform.

1. www.blickamabend.ch orientiert sich optisch stark am Vorbild www.buzzfeed.com

2. Gute Artikel in Listenform zu erstellen, ist schwierig und benötigt Zeit

Es scheint schwierig zu sein, wirklich gute Listicles zu erstellen. Nick Lüthi bringt es im Artikel  „Listen machen heute alle in der Medienwoche auf den Punkt: „Einen Narren gefressen hat die Redaktion (…) an den sogenannten Listicles, Artikel in Listenform. Verständlich, dass sie zum Start nahezu jedes mögliche und unmögliche Thema als kommentierte, vertikale Bildstrecke durchzudeklinieren versucht. Das gelingt machmal, oft wirkt es aber erzwungen bis bemüht, zumal viele der verwendeten Bilder hinlänglich bekannte Motive der Internet-Folklore sind. Diese in einen neuen, überraschenden Kontext zu stellen, ist anspruchsvolle, kreative Arbeit.“ 

3. Native Advertising stellt eine neue, spannende Werbeform dar

Momentan zeigen sich die Migros, Ford und Graubünden Ferien als Pioniere bezüglich Native Advertising in der Schweiz. Aus meiner Sicht steckt in Native Advertising viel Potential. Ich bin gespannt, welche weiteren Firmen den Mut aufbringen, uns mit kreativem Content Marketing zu überraschen.

4. Native Advertising sollte  immer „deklariert“ werden – auch beim blickamabend.ch 

Meiner Ansicht nach sollte Native Advertising immer als „Werbung“ deklariert werden. Meistens wird auf blickamabend.ch mit Promo, grauem Hintergrund und „Präsentiert von“ auf die neue Werbeform hingewiesen. Aber nur meistens. Teilweise wird auf die Native Advertising Artikel genau gleich hingewiesen wie auf normale Artikel. Zudem findet man in der App in den Native Advertising Artikeln selbst keine Hinweise auf den Sponsor. Aus meiner Sicht muss sowohl beim Teaser als auch bei dein einzelnen Native Advertising Artikeln jeweils darauf hingewiesen werden, dass es sich dabei um Werbung handelt. Und zwar immer. 

Native Advertising

5. Die Schweizer Medienszene braucht Mut und neue Ideen

Ich erachte BlickAmAbend.ch als einen soliden Versuch, etwas Neues zu wagen. Wer es nicht versucht, kann nicht scheitern, aber auch nicht gewinnen. Ich wünsche dem neuen Projekt von Ringier „Toi Toi Toi!“

Gerne schliesse ich mich auch den Worten von Simon Bärtschi in der Medienkolumne der SonntagsZeitung vom 08.12.2013 an: Die etablierten Schweizer Medien haben das Jahr verschlafen. Mutige Ideen? Innovationen? Lancierungen von neuen Medien? Fehlanzeige. Mehr Mut und neue Ideen brauchts im nächsten Jahr auch in der Schweiz.“