Archive für Social Media Marketing Konferenz

Am 26. März 2013 fand in Zürich die Social Media Marketing Konferenz 2013 statt, über welche ich tatkräftig gebloggt habe. Nun ist das eBook dazu erschienen, bei welchem ich als Autor auch dabei sein durfte. Im eBook findet man Konferenz-Rückblicke, Handouts zu Themen wie Social Media ROI, Content Marketing und Story Telling, Fallbeispiele und vieles mehr.

Das eBook ist beim Verlag buch & netz erschienen und kann in zwei Formaten heruntergeladen werden. Hier der Link zum PDF-Format und zum epub-Format.

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Nehmen wir den 4. und letzten Teil der Social Media Marketing Konferenz 2013 in Angriff. Themen wie „Lernen von den Besten“, „Neue Kunden gewinnen“, „Fürchtet euch nicht“ und „Vier Social Media Learnings“ stehen auf dem Programm.

Robert Basic, Blogger und Inhaber von Buzzriders: „Social Media Realitätscheck – Lernen von den Besten“

  • Digitale Kennzahlen: Exposure (Fans, Impressions, Views, Tweetreach), Engagement (Comments, Likes, User Generated Content), Conversion (Sales etc.) 
  • Best Practice Social Media bei Dell: Komplette Social Media Listening-Teams, verschiedene Ausbildungsstufen in Social Media bei Dell –> Aber: Social Media schützt nicht. Wenn man Trends verpasst und schlechte Produkte herstellt, kann Social Media auch nichts mehr ausrichten
  • Am Anfang machen viele Firmen Social Media total schlecht – aber das ist völlig ok
  • Empfehlung: Mit kleinen, risikoarmen Projekten beginnen und daraus lernen

Thomas Mauch, Mitglied der Geschäftsleitung von Blogwerk: „Neue Kunden gewinnen mit Blogs und Social Media“

Leads

Roman Kappeler, Unternehmenskommunikation bei Swisscanto: „Fürchtet euch nicht – Finanzdienstleister in den Social Media“

  • „Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es!“
  • Roman Kappelers Start: Eigene Vorurteile aus dem Weg räumen. Selber Erfahrungen sammeln.
  • Konsens schafft Hindernisse aus dem Weg (gemeinsame Sache, Integration vieler verschiedener Disziplinen, gemeinsamer Nutzen, gemeinsame Zielsetzungen)
  • Hindernisfreie Kommunikation: Ehrlichkeit und Authentizität, Relevanz und Zielgruppenorientierung, Reaktionsschnelligkeit und effizientes Feedback, Flexibilität und „Loslassen können“ etc.
  • Ausgewählte Kanäle von Swisscanto: Twitter und Swisscanto Blog
  • Stolpersteine Inhalt und Autoren: Alle haben viel Arbeit, keiner lädt sich freiwillig mehr auf, viele fühlen sich nicht „textsicher“, möchten den Dialog nicht führen, Angst, einen Shitstorm loszutreten –> Internes Lobbying
  • Guidelines sollen kurz und verständlich formuliert, von allen Beteiligen verstanden, als verbindlich erachtet sowie geschult werden (keine Verbote, sondern Gebote)

Stephan Knepper, PR & Social Media Manager von ARP Management AG: „B2B Case ARP – 4 Social Media Learnings“

  • Blog als Herzstück der ARP Social Media Strategie
  • Bespielte Kanäle: Facebook, Twitter, Youtube, Linkedin etc.
  • Herausforderung B2B: Geschäftspartner sind Firmen, wenig emotionale Bindung, Bekanntheit steigern, Vermischung von Privat und Geschäftlich
  • „Content is King, Verbreitung is Queen.“
  • 1. Learning: Verbinde die neuen Möglichkeiten im Social Media mit bestehenden Strukturen 
  • Herausforderung: Leser langfristig an den Blog binden
  • 2. Learning: Arbeite visuell
  • 3. Learning: Evaluiere alles, aber mach nicht alles mit
  • 4. Learning: Nimm dein Publikum ernst 

Das war es von der Social Media Marketing Konferenz 2013 und von meinem ersten Einsatz als Live-Blogger. Nach 10 Stunden Konferenz mit 16 Vorträgen bin ich nur noch müde und erschöpft. Die Themen „Social by Design“ und „Content Marketing“ werden uns sicherlich in nächster Zeit stark beschäftigen. Au revoir.

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Nach dem Stehlunch geht es weiter mit social medialen Nebenwirkungen, Google+, VeloPlus und einer Schreibwerkstatt. 

Hans-Jacob Heitz, Rechtsanwalt und Mediator SAV, MLawUZH: „Social mediale Nebenwirkungen, Lesen Sie die Packungsbeilage“

  • Leider aus meiner Sicht eher schwierig, die Key-Message aus dem Vortrag von Hans-Jacob Heitz zu erkennen
  • Positive Aspekte von Social Media: Allzeit bereit, Networking, Recruiting, Open doors, global, Community/Soldarität, das Internet der Dinge 
  • Risiken: „Tagebuch für die Ewigkeit“ oder „Unheimliches Gedächtnis“ (Datenschutzbeauftragter), Mobbing und Burnout Potenzial (wie beispielsweise Politiker)
  • „Social Media sollte Pflichtstoff in der Schule sein“
  • Generelle Quintessenz: Der Traum einer besseren Welt kann wahr werden. Aber: Es gibt Gewinner und Verlierer.
    Ergo: Social Media hat Zukunft!

Michalina Seekamp, Google: „Google+ Best Practices für Firmen“

  • Produktpräsentation Google+ von Google
  • Seit dem Start im Juni 2011 starkes Wachstum: 500. Mio. Personen sind weltweit bei Google+ angemeldet, 12 Minuten pro Tag
  • Best Practice Beispiel 1: R+V Versicherung – Community (Teddys suchen ein Zuhause)
  • Best Practice Beispiel 2: Topshop
  • Best Practice Beispiel 3: President Crème – Gemeinsame Erlebnisse (Kochen-Hangouts)

Oliver Lutz, Social Media Verantwortlicher bei VeloPlus: „Case Google+ Strategy bei Veloplus

  • Wieso? Migros auf Google+: 899, SBB auf Google+: 1940 –> Quantität ist sicherlich geringer als bei Facebook 
  • Wieso? SEO-Optimierung, stark interessierte User, persönlicher Dialog möglich, Mitarbeitende als Sprecher
  • Konkurrenz Facebook: Breiteres Publikum, grosser Wettbewerb und Edgerank
  • Crossmediale Content-Strategie: Publikation VeloPlus, Veloclick, Velofinder, Newsletter Velonews, Veloblog, Google+, Facebook, Twitter
  • Beispiel Content-Strategie: Case Kettenreinigung (Thema anreissen, Tester suchen, Tester berichten über Erfahrungen mit Kettenreinigung etc.)
  • ROI? Es schneit. Wer fährt trotzdem Velo? –> Das ist nicht die Art, wie VeloPlus kommunizieren möchte
  • Fazit: Pragmatischer Lösungsansatz von Veloplus, solide und erfrischende Präsentation von Oliver Lutz. Congratulations.

Roger Hausmann, Inhaber der Schreibwerkstatt und Präsident des Textverbandes: „So schreiben Sie für Facebook, Twitter & Co.“

  • Intro: Video „The Power of Words“ http://www.youtube.com/watch?v=Hzgzim5m7oU
  • Vertrauen ist die Grundlage für Social Media. Die Konsumenten haben das Vertrauen in die Werbung verloren.
  • Basis beim Schreiben: Wertschätzen statt wertschöpfen.
  • Verzichten Sie auf Standardantworten, Textbausteine und Cross- und Multiposting.
  • 1. Tipp: Kurze und einfache Sätze
  • 2. Tipp: Mehr Verben, weniger Substantive
  • 3. Tipp: Aktiv statt passiv
  • 4. Tipp: So viele Adjektive wie nötig
  • 5. Tipp: So wenig Fachchinesisch wie möglich
  • 6. Tipp: Keine Füllwörter
  • Menschen können sich nur etwa 15 Wörter merken. Verständlichkeitsgrenze eines Satzes liegt bei 9 Wörtern.
  • Posts mit 8o Zeichen oder kürzer steigern das Fan-Engagement (+27 Prozent)
  • Posts, die mit einer Frage enden, steigern das Fan-Engagement (+15 Prozent)
  • Originallinks verwenden, ansonsten bit.ly
  • Sechs Wörter, die wirken: sparen, kostenlos oder gratis, sicher, Du oder Sie, sofort, einfach
  • Spannendes Tool: http://www.blablameter.de/
  • Bildschirmfoto 2013-03-26 um 14.12.15

Anbei die zweite Tranche von der Social Media Marketing Konferenz 2013 mit dem Facebook-Guru Thomas Hutter, dem Nicht-Social-Media-Spezialist Dr. Werner T. Fuchs und dem Werbe-Experten Remy Fabrikant

Thomas Hutter, Inhaber von Hutter Consult GmbH: „Social by Design“

  • Social by Design: Im Zentrum der Applikation steht der Nutzer
  • Drei Kernelemente C-C-I: Community, Conversation und Identity
  • Praxisbeispiel 1: Spotify baute die Community mit Hilfe von Facebook rund um Musik auf (Facepile, FB-Connect, Musik Vorschläge mit Hilfe der Interessen, Share von Titeln und Playlists, Open Graph Aktionen)
  • Praxisbeispiel 2: Airbnb baute die Community mit Hilfe von Facebook rund um „Übernachtungen“ auf (Facepile, FB-Connect, Social Connection zu Unterkünften, Übernachtungen von Freunden, Empfehlungen von Freunden)
  • Praxisbeispiel 3: Runkeeper Community rund um „sportliche Aktivitäten“
  • Praxisbeispiel 4: Tripadvisor Community rund um „Reisen“
  • Wichtig: C E I I nicht vergessen: Connect – Engage – Influence – Integrate 
  • Wichtig: A I D A S nicht vergessen: +Sharing
  • RIP stat. Apps: Statische Apps ohne Social Design sind mittelalterlich

Dr. Werner T. Fuchs, Inhaber von Propeller Marketingdesign: „Nix Story, nix social: Neuromarketing, Storytelling und die Kunst der Verführung“

  • Das Böse in Social Media ist Unaufmerksamkeit
  • Schuh mit einer Geschichte aufzuladen funktioniert
  • Jede gute Geschichte ist sowieso schon geschrieben
  • Pilot (Bewusste): 40 Bits versus Autopilot (Unbewusste): 11 Millionen Bits –> Der homo oeconomicus ist ein Auslaufmodell. Wir kommen ins Zeitalter des Unterbewussten. Beschäftigen wir uns mit dem Autopiloten.
  • Evolution: Fortpflanzen, Anpassen, Überleben –> Genau gleich auf Social Media –> Name auf Facebook fortpflanzen
  • Der Mensch beschäftigt sich mit drei Fragen: Wer bin ich? Wer ist der andere? Wo ist mein Platz in dieser Welt?

Remy Fabrikant, CEO von JWT/Fabrikant AG: „Case: Mit Social Media verkaufen“

  • Obwohl lediglich 14% der Konsumenten „Advertising“ vertrauen, wird das meiste Geld in klass. Werbung investiert
  • David Brooks: We are not primarily self-contained individuals. We are social animals, not rational animals. We emerge out of relationships, and we are deeply interpenetrated, one with another. And so when we see another person, we re-enact in our own minds what we see in their minds. 
  • Maurice Lacroix Case: The French Job: Wert von 78 Mio. CHF

Der nächste Programmpunkt: Verdientes Mittagessen.

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Anbei ein paar stichwortartige Take-Aways von den ersten fünf Referaten der Social Media Marketing Konferenz 2013:

Alejandro Ortega, Krebsliga Schweiz: „Vom Wildwuchs zur Social Media Strategie“

  • Cooler Storytelling-Ansatz über zwölf 12 Apps und Prezi 
  • Einführung eines „Social Media Café“ für Mitarbeitende ist gescheitert
  • Die meisten „Likes“ bei Krebsliga Schweiz kommen vom Smartphone
  • Empfehlung von Facebook für Krebsliga Schweiz: 1x pro Tag posten, Bild, zwischen 9am – 12pm
  • Tools für Analytics: Edgerank-Checker (25 Doller / Monat / 1 Seite) und Crowdbooster (39 Doller / Monat / 10 Seiten

German Ramirez, Ex-Global Head of Online & Mitglied der Geschäftsleitung Zurich Financial Services und Managing Director bei Spark & Strategy: „Roadmap zur erfolgreichen Social Media Strategie“

  • Sympathischer Typ, der genial präsentieren kann. Wow.
  • Web 1.0 = „the mostly read-only Web““ vs Web 2.0 = „the wildly read-write Web“(–> Collective intelligence)
  • Das Problem mit Social Media und Web 2.0 ist, dass wir in Plattformen denken. Entscheidend ist aber WARUM Facebook und Co. funktionieren
  • Der Kunde ist nicht mehr König. Der Kunde ist jetzt Mr. President
  • Herausforderung: Wem „gehört“ Digital in einem Unternehmen? Leider zu häufig den Praktikanten
  • 1. Zuhören, 2. Schulen, 3. Einsteigen, 4. Beeinflussen
  • Social Media besteht aus privaten Streams
  • Schritt 1: Social Media Business Case, Schritt 2: Definition des Mehrwertes, Schritt 3: Definition der Inhalte, Kanäle, Zielgruppen (Strategisches Triumvirat), Schritt 4: Verkaufen, verkaufen, verkaufen!
  • Mythos: Kunden wollen Dialoge mit Marken.
  • Mythos: Social media is for Marketing.
  • Mythos: We have to be entertaining.
  • Mythos: We have to be viral.
  • Mythos: We need customers to love our brand.
  • Empfehlung: Don’t focus on your IN-dustry, focus on the OUT-dustry.

Denis Nordmann, CEO von blueReport: „Solide KPI fürs Social Media“

  • „Der Matt Thomson von Klout.com hat das gut gemacht“–> Klout-Score ist bereits heute eine soziale Währung; nützlich, aber nicht zu wichtig nehmen 
  • Input –> Output –> Outcome –> Outflow
  • These 1: Zuerst die Unternehmensstrategie, dann die Zielsetzung und deren KPI
  • These 2: Ein kostenloser KPI löst dein Problem nicht
  • These 3: Dein solider KPI ist einfach nachvollziehbar und klar überprüfbar

Peter Metzinger, Inhaber von Business Campaigning Switzerland GmbH: „Wie viel Wert haben 100 Follower“

  • Physiker basteln gerne komplizierte Formeln (beispielsweise Formel für den relativen ROI)
  • Fazit: ROI-Berechnungen für Social Media eine komplexe Angelegenheit

Reto Baumgartner und Renato Mitra von MySign AG: „Lohnt sich Social Media Marketing wirklich? Case mit Zahlen“

  • Neue Präsentationsform (Gespräch) nach vier Vorträgen ist angenehm 
  • Case Social Media Recruiting: Erfolgreiches Social Media Recruiting von MySign über Twitter (5’000 CHF wurden für die Einstellung von Renato Mitra bezahlt, viele Medienberichte, gutes Employer Branding)
  • Jedoch nicht jede Stelle kann über Social Media besetzt werden: 12’000 CHF Vermittlungsgebühr für Java-Entwickler, jedoch kaum passende Bewerbungen
  • Case Social Commerce: LinsenMax. Wer LinsenMax auf Facebook „liked“, der erhält 10% Rabatt (–> Facebook-Werbung für bestehende Fans lohnt sich: deutlich höherer CTR/CR/Umsatz als Nicht-Fans)

So, die erste Kaffeepause habe ich mir verdient.

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