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„Geld verdienen mit digitalen Inhalten – Herausforderungen und Best Practices“ war das heutige Thema meines Referates am Internet-Briefing in Zürich.

Die Facts and Figures, welche aus meiner Sicht gegeben sind:

  • Trend Smartphone: Smartphone ist das Leitmedium der jungen Generation
  • Der Medienkonsum der heutigen Generation ist „interactive“ – sie sind „always on“ und interagieren auf Social Media (Von Lean-Back-Media zu Lean-Forward-Media)
  • In der digitalen Welt kann jeder aus tausenden Quellen nach den individuellen Interessen seine News zusammenstellen (Newsportale, Blogs, Nischenportale, Social Media etc. (–> Individualisierung)

Es gibt unterschiedlichste Geschäftsmodelle für digitale Inhalte. Die wichtigsten Modelle im Überblick:

Als Servicedienstleistung findest du anbei die komplette Präsentation zum Referat (kostenlos, ohne Paywall, ohne Werbung).

Die digitale Newslandschaft bleibt spannend. In den letzten Tagen wurde bekannt, dass die Süddeutsche Zeitung eine Paywall nach dem Metered-Modell einführt. Und 20 Minuten prüft die Lancierung eines Newsportals in Deutschland. Die Branche ist in Bewegung. Wir bleiben dran. Digital ist not the future, it is the present. Und wer nicht digital denkt, ist raus!

20 Minuten will nach Deutschland

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Dies war ein asoziales Wochenende. 10 Stunden vor meinem Apple-Computer verbracht und eine Präsentation erstellt. Es gibt schönere Wochenendtätigkeiten. Doch die Just-in-Time-Production der Slides für mein Referat zum Thema „Geld verdienen mit digitalen Inhalten – Herausforderungen und Best Practices“ am Dienstag, 3. März 2015, am Internet-Briefing um 17.30 Uhr in Zürich, musste vollendet werden. Wenn es euch Wunder nimmt, ob sich mein Wochenendprogramm gelohnt hat, kann sich gerne noch anmelden. Ein paar wenige Plätze hat es noch.

Ein kleiner Teaser-Text: 

Wir wollen Zeitung lesen – bloss immer weniger auf Papier. Die Online- bzw. Mobilenutzung ist in den letzten Jahren markant gestiegen. Doch nirgends ist die Schere zwischen Nutzung und Werbeerträgen so gross wie beim Mobile. Der Werbefranken wandert nur zögerlich in digitale Kanäle. Doch wie kann unter diesen schwierigen Umständen mit digitalen Inhalten Geld verdient werden? Was können wir von New York Times, BuzzFeed, Huffington Post, Circa, NowThis News und Co. lernen? Was gibt es für Learnings nach der Einführung des Metered-Bezahlmodells beim Tages-Anzeiger. Funktioniert das Premium-Modell von BILDplus? Wieso haben Axel Springer und New York Times in Blendle investiert? Wieso finde ich keine Schweizer Magazine bei Readly? Weshalb gibt es in Polen eine Medien-Flatrate? Was gibt es für Erfolgsfaktoen von mobilen Newsportalen?

Facts & Figures zum Anlass:

  • Wann: Dienstag, 03. März 2017 um 17.30 Uhr
  • Wo: Falcone Konferenzsaal, Birmensdorferstrasse 150, Zürich
  • Thema „Geld verdienen mit digitalen Inhalten“ sprechen.
  • Anmeldung: Es hat noch ein paar wenige freie Plätze. Jetzt anmelden unter diesem Link.

Geld verdienen mit digitalen Inhalten

 

Geld verdienen mit digitalen Inhalten

Geld verdien mit digitalen Inhalten

Geld verdienen mit digitalen Inhalten

Vor knapp fünf Monaten wurde das Bezahlmodell des Tages-Anzeigers eingeführt. Seither zählt der Tages-Anzeiger deutlich weniger Page Impressions. In den ersten vier Monaten waren es jeweils mehr als 50 Mio. Page Impressions weniger als vor der Einführung der Paywall im März 2014. Dafür werden nun auch Erträge über digitale Abonnements erzielt. Gemäss Tamedia wurden bis Anfang August rund 7’400 digitale Abonnements verkauft. Diese Abonnements teilen sich wie folgt auf:

  • Ca. 2’000 Digital Light (Desktop & Smarthphone)
  • Ca. 4’900 Digital (Desktop, Smartphone & Tablet
  • Ca. 500 Weekend (Sa Tages-Anzeiger, So Sonntagszeitung sowohl Print als auch Digital)

Ein erstes Fazit

  • Der monatliche Verlust von 50 Mio. Page Impressions schmerzt. Bei der Annahme, dass jeder Page Impressions mit einem halben Rappen monetarisiert werden könnte, fehlen bei der Vermarktung monatlich 250’000 CHF. Jährlich kumulieren sich die Mindereinnahmen im Werbemarkt auf 3 Mio. CHF. 
  • Um den Verlust der Page Impressions zu minimieren, muss am Metered-Modell geschraubt werden. Dabei soll nicht nur das Know-how der Techniker berücksichtigt werden, sondern insbesondere das der Psychologen und der Kommunikationsexperten. Aus meiner Perspektive handelt es sich um eine psychologische Fragestellung der Knappheit.
  • Die Trafficzahlen müssen genaustens beobachtet werden. Falls in den nächsten Monaten auch die Zahl der Unique Clients sinkt, wäre dies ein grosses Warnsignal.
  • Die Zahl der 7’400 digitalen Abonnenten tönt vielversprechend. Die meisten davon sind jedoch vermutlich Aktions-Abos. Die entscheidende Frage wird sein, wie hoch die Konversionsrate sein wird vom Aktions-Abo zum Preis von 1 CHF auf ein richtiges Abo. Wenn momentan sämtliche reine Digital-Abonnenten (Digital Light und Digital) auf das Jahresabo umsteigen würden, ergäbe dies einen Umsatz von 2 Mio. CHF (2’000 x 218 CHF = 436’000 CHF, 5’000 x 314 CHF = 1’570’000 CHF) für Digitalabos. 
  • Der symbolische Preis von 1 CHF für den ersten Monat ist sehr klug gewählt. Die zukünftigen Abonnenten müssen bereits ihre Kreditkarte zücken. Dadurch wird sicherlich eine höhere Konversionsrate zum normalen Abopreis erzielt, als wenn man den ersten Monat kostenlos erhalten würde.

Kurz und gut: Für eine abschliessende Beurteilung der Tages-Anzeiger-Paywall ist es noch deutlich zu früh. Entscheidend wird sein, wie sich der Traffic und die Zahl der Digitalabos weiter entwickeln. Der Entscheid für die Einführung der Paywall beim Tages-Anzeiger erachte ich als richtig und sinnvoll. Denn aus meiner Sicht gibt es nicht viele weitere Geschäftsmodelle für den Qualitätsjournalismus, wie er ins digitale Zeitalter übertragen werden kann. Der Weg in die digitale Zukunft wird aber steinig und hart bleiben.

Paywall

Quelle: Screenshot https://abo.tagesanzeiger.ch

 

Ähnlicher Artikel: Massiver Trafficrückgang beim Tages-Anzeiger nach Einführung der Metered Paywall – 20% weniger Visits – 37% weniger Page Impressions

Tamedia

TRANSPARENZ-BOX: Der Autor dieses Blogposts ist Unternehmensentwickler bei watson.ch und hat davor als Projektleiter in der Unternehmensentwicklung bei Tamedia gearbeitet. Der Autor ist gefühlt seit seiner Kindheit treuer Leser und grosser Fan vom Tages-Anzeiger. Dem Autor vertritt die Meinung, dass neue Geschäftsmodelle für digitale Inhalte ausprobiert werden müssen. Leider erhält er den Tages-Anzeiger seit 01. Februar 2014 nicht mehr. Sehr gerne hätte er ein weiteres Jahresabonnement gekauft, der Tages-Anzeiger hat ihm jedoch nie eine Zahlungseinladung geschickt. 

Tamedia

Alle Monate wieder fiebert die Schweizer Online-Branche dem 6. Arbeitstag entgegen: Dann erscheinen die neuesten Net-Metrix-Zahlen. Im Mai liegen nun erstmals die Werte für tagesanzeiger.ch nach der Einführung der „Metered Paywall“ vor. Die Nutzung von weniger als 20 Artikeln pro Monat ist weiterhin kostenlos. Werden pro Monat mehr als 20 Beiträge gelesen, bietet der „Tages-Anzeiger“ fünf unterschiedliche Abonnements an. Der Tages-Anzeiger erreichte im ersten Monat mit Paywall 1,9 Millionen Unique Clients. Anders ausgedrückt: Auf das Webangebot von tagesanzeiger.ch wurde mit 1’893’000 verschiedenen Geräten (Smartphones, Tablets, PC) zugegriffen. Die Anzahl an Unique Clients  ist gegenüber den Vormonaten ohne „Metered Paywall“ relativ konstant. D.h. es greifen auch nach Einführung der Paywall noch gleich viele Geräte auf die Nachrichten von tagesanzeiger.ch zu. Anders sieht es jedoch bei der Anzahl Visits (Besuche) und den Page Impressions (Seitenaufrufe) aus. Im April zählte der tagesanzeiger.ch 16 Mio. Visits (Vormonat 20 Mio. Visits). Dies bedeutet ein Rückgang von 20%. Bei den Page Impressions fiel der Rückgang noch deutlicher aus. Tagesanzeiger.ch generierte im April 2014 insgesamt knapp 91 Mio. Page Impressions (Vormonat 143,5 Mio.) Dies bedeutet ein Rückgang von 37% bei den Page Impressions. 

Selbstverständlich variieren die monatlichen Werte auch je nach Newslage und dürfen nicht ohne Vorsicht miteinander verglichen werden. Der Monat April war bei den meisten Newsportalen schlechter als der Vormonat. Doch auch wenn man die Zahlen der Tagesanzeiger-Partnerseiten bernerzeitung.ch, baslerzeitung.ch und derbund.ch analysiert, muss folgendes festgestellt werden: Der Rückgang bei tagesanzeiger.ch nach Einführung der „Metered Paywall“ ist im Monat April 2014 massiv. 

Aus meiner persönlichen Sicht hat der Rückgang vermutlich folgende zwei Hauptgründe: 

  1. Wenn die Zahlungseinladung nach 20 gelesenen Beiträgen erscheint, verabschieden sich viele User vom tagesanzeiger.ch
  2. Der User hat immer die „böse Paywall“ im Hinterkopf und überlegt sich jeweils gut, ob er noch einen weiteren Artikel lesen will oder den Klick lieber auf später aufspart. Vermutlich hat der User auch Angst, Bildergalerien anzuschauen, da er nicht genau weiss, ob dies auch gezählt wird.

Es bleibt die Hoffnung, dass sich die Leser zukünftig noch besser ans Bezahlen von digitalen Inhalten gewöhnen und die digitalen Inhalte von tagesanzeiger.ch wieder intensiver nutzen.

TRANSPARENZ-BOX: Der Auto dieses Blogposts ist Unternehmensentwickler bei watson.ch und hat davor als Projektleiter in der Unternehmensentwicklung bei Tamedia gearbeitet. Der Autor ist gefühlt seit seiner Kindheit treuer Leser und grosser Fan vom Tages-Anzeiger. Dem Autor gefällt der neue Auftritt vom Tages-Anzeiger ausgezeichnet und er vertritt die Meinung, dass neue Geschäftsmodelle für digitale Inhalte ausprobiert werden müssen. 

tagesanzeiger.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

tagesanzeiger.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

Zahlungseinladung

Zahlungseinladung

bernerzeitung.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

bernerzeitung.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

baslerzeitung.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

baslerzeitung.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

derbund.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

derbund.ch // Quelle: Net-Metrix April 2014

Gemäss dem Mobile-Report 2013 von NET-Metrix greifen bereits 3,2 Mio. Nutzer in der Schweiz über mobile Geräte aufs Internet zu. Davon nutzen 2,2 Mio. Nutzer täglich oder fast täglich das Internet über mobile Endgeräte. Ebenfalls der Internetzugriff über Tablets wächst rasant. Der Report besagt, dass fast 1 Mio. der Tablet-User über Tablet aufs Internet zugreifen. Das mobile Internet ist in der Schweiz angekommen. Die stark wachsende Verbreitung der mobilen Endgeräte und deren intensive Nutzung haben auch den Medienkonsum verändert. Immer mehr Menschen informieren sich über Smartphones und Tablets über das Weltgeschehen. Die Schweizer Medienmarken versuchen, den neuen Nutzungsgewohnheiten Rechnung zu tragen und haben in den letzten Jahren die Newsportale auf die neuen Bildschirmgrösse der mobilen Geräte optimiert und Applications entwickelt. So gibt es heutzutage von praktisch sämtlichen Medienprodukten entsprechende Applications auf dem Markt. Ein Blick auf die zertifizierten Monatsdaten von NET-Metrix-Audit und NET-Metrix Mobile belegt die Wichtigkeit des mobilen Kanals. Im Monat Dezember 2013 hat „20 Minuten“ (deutsche Version) insgesamt 58,8 Mio. Besuche auf ihrem digitalen Kanal registriert. Davon kamen 14,4 Mio. Visits über Desktop und 44,4 Mio. Visits über Mobile (Smartphone und Tablet). D.h. mehr als 75% aller Visits kamen über mobile Endgeräte. „20 Minuten“ weist – wie untenstehende Abbildung  zeigt – den höchsten prozentualen Anteil Visits über Mobile aus. Aber auch die im Newsnet zusammengefassten deutschsprachigen Newsportale „Basler Zeitung“, „Berner Zeitung“, „Der Bund“ und „Tages-Anzeiger kommen auf Werte zwischen 37% und 46%. Der „Blick“ als Boulevardblatt erreicht 41%. Die „Neue Zürcher Zeitung“ hingegen kommt mit ihrer seriösen Berichterstattung auf lediglich 23% mobilen Traffic (bzw. Visits).

Im Dezember 2013 kommen bei 20 Minuten 76% aller Visits über Mobile (Smartphone und Tablets)

Mobile Traffic

Ein Blick auf die absoluten Werte der Visits über mobile Endgeräte zeigt, dass „20 Minuten“ (deutschsprachige Version) im Vergleich mit den Deutschschweizer Tageszeitungen mit Abstand am meisten Mobile Visits erzielt. Im Dezember 2013 konnte „20 Minuten“ insgesamt 44,4 Mio. Visits zählen. Dies bedeutet ein Wachstum von 60%  gegenüber dem Vorjahr. An zweiter Stelle platziert sich der „Blick“ mit 23,1 Mio. Visits. Die untenstehende Abbildung visualisiert, dass die beiden grossen Boulevard-Titel „20 Minuten“ und „Blick“ deutlich am meisten von der wachsenden mobilen Internetnutzung profitieren kann. An dritter Position kann sich der „Tages-Anzeiger“ mit 6,5 Mio. Visits behaupten, aber mit bereits einem beachtlichen Abstand auf die grössten zwei Medienmarken. Die „Neue Zürcher Zeitung“ muss sich deutlich vom „Tages-Anzeiger“ mit 1,9 Mio. Mobile Visits geschlagen geben. Dahinter folgen „Basler Zeitung“, „Berner Zeitung“, „Der Bund“, „Neue Luzerner Zeitung“ und das „St. Galler Tagblatt“.

Insgesamt sind innerhalb eines Jahres bei diesen neun ausgewählten Deutschschweizer Newsportalen die mobilen Visits um 53% gestiegen. Insbesondere die Boulevard-Titel können stark wachsen. Bei „20 Minuten“ beträgt das Wachstum 60% und beim „Blick“ 49% gegenüber Vorjahr.

Mobile Traffic

In Anbetracht sowohl der jährlichen prozentualen Wachstumsrate als auch der absoluten Werte zeigt sich, dass insbesondere Boulevard-Titel stark über mobile Endgeräte gelesen werden. Die beiden Plattformen „20 Minuten“ und „Blick“ haben zusammen bei der gemachten Auswahl einen Marktanteil von 84% aller mobilen Visits. Es scheint, dass der Abstand der beiden grössten Player zu den restlichen Konkurrenten auch zukünftig noch zunehmen wird.

Die Grössenunterschiede der Anzahl an Mobile Visits zeigt deutlich auch die Entwicklung über die Gesamtzeit der erhobenen Zahlen. Im März 2012 erschien zum ersten Mal die Net-Metrix Mobile Publikation. Es zeigt sich, dass bereits im April 2012 „20 Minuten“, „Blick“ und „Tages-Anzeiger“ mit Abstand am meisten Mobile Visits generierten. Mit der höheren Wachstumsrate der Boulevard-Titel hat sich der absolute und relative Abstand weiter vergrössert.

Mobile Traffic
Und damit der Wachstum auch bei den kleineren Player visuell wahrgenommen werden kann, anbei noch untenstehende Abbildung mit den Medienmarken „NZZ“, Basler Zeitung“, „Berner Zeitung“, „Der Bund“, „Neue Luzerner Zeitung“ und „St. Galler Tagblatt“.
Mobile Traffic
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